Kategorie-Archiv: Natur

Kunst, die niederdrückt und inspiriert

Figuren in der Morgensonne: Engel oder Heuschrecken?

Lesen Sie Texte von H.G.Wells, Günther Anders, Shoshana Zuboff, Christian Schwägerl?

Dann hören Sie sie doch auch, sehenden Auges!

HIER  Bitte nach Öffnen auf das Wort Film klicken, Vollbildmodus einstellen und 5 Minuten Zeit haben! 

Neues aus der Buchhandlung meines Vertrauens: Bilder von Kanak Chandresa u.a.

Schauen Sie scharf hin, lassen Sie den Blick vom Kamel aus senkrecht wandern – eine der kleinen Figuren hat mich für immer verlassen! – und am Ende auch nach ganz links: das einsame Buch dort befindet sich bereits in meinem Besitz. Geschichte Indiens – Von der Induskultur bis heute. Hermann Kulke & Dietmar Rothermund.

In der Überschrift vergaß ich ein wichtiges Wort, ich vergaß die Wirkung der Kunst; es muss folgendermaßen heißen: Kunst, die niederdrückt, inspiriert und wieder aufrichtet.

Handyfotos: JR

Vogelstimmen, Kunst und Bolzplatz

Merkzettel zur neuen ZEIT

Es sind zwei Sachen, die ich nicht vergessen will: die eine stammt aus einem Text von Daniel Kehlmann und betrifft Vogelstimmen, aber eigentlich nicht zentral; die andere macht die Vergleichbarkeit von Kunst und Sport zum Thema, und daran habe ich ja schon des öfteren gedacht, wenn auch eher „spielerisch“. (Denn ich glaube an den Geist der Kunst. Sonst erkläre ich demnächst meine Autofahrt nach Herford zum rollenden Kunstwerk.)

Ich erinnere mich an Aufnahmesitzungen mit dem Collegium aureum, die meistens im Juni auf Schloss Kirchheim (Bei Mindelheim) stattfanden. 70er Jahre. In der besonderen Akustik des Zedernsaales waren Schlussakkorde etwas Besonderes, wir horchten in den Raum, mit dem Bogen in der Luft, und warteten auf das Lautsprecherknacksen, das „Dankeschön“ und die Durchsage, mit welchem Take es weitergehen sollte. Kurz davor aber, nach dem Verklingen der Musik blieb ein leises Vogelgezwitscher: die Spatzen in den Blättern an der Außenwand des Schlosses (Wein oder Efeu? ich weiß es nicht mehr). Zuweilen rief jemand in Richtung Mikrophon: Stören die Vögel im Nachklang? Pause. „Das ist unser Kirchheimer Markenzeichen!“, so die Antwort. Ich habe es später nie zuhaus überprüft, wenn die Schallplatte ankam. Wer zieht schon den Nachklang eines starken Schlussakkords so weit auf. Eines Tages vielleicht doch noch… nach 50 Jahren.

Ich werde auch nie vergessen, wie in einer Aufführung der Marienvesper von Monteverdi unter Paul Nitsche im Altenburger Dom, in dem tagsüber irgendwo am Mauerwerk Renovierungsarbeiten stattgefunden hatten, zwischen zwei Sätzen im Moment der Stille die Stimme eines Rotkehlchens erklang, das auf einer Stützstange zwischen zwei Säulen saß. Es sang so rührend und stark, dass wir im Orchester die Augen dorthin wendeten und auch das Publikum wie gebannt auf die Himmelserscheinung blickte. Die Pause dauerte länger als vorgesehen. Aber es war zweifellos Rotkehlchengesang, kein Nachklang der Echowirkungen Monteverdis.

Dies und Ähnliches kam mir in den Sinn, als ich Daniel Kehlmann las:

ZITAT

Wir kamen mit dem Auto aus Wien, hielten auf einem der vorgesehenen Parkplätze und ließen uns von den das Publikum zu vorsichtigem Treppensteigen ermahnenden Ordnern in den Steinbruch lotsen. Und dort standen wir also. Weit weg von der Bühne, auf der nach einigen Reden die Wiener Philharmoniker zu spielen begannen. Sie spielten so gut, wie die Wiener Philharmoniker eben spielen, nämlich sehr, sehr gut, und Beethovens Musik war so prachtvoll, wie Beethovens Musik nun mal ist; und unterdessen wurde es dunkel – ein wolkenloser Frühlingssonnenuntergang ereignete sich aufs Theatralischste. Enorm leistungsfähige Lautsprecher lieferten erstklassigen Ton, und da die Firma, die die elektrischen Anlagen bereitgestellt hatte, offenbar ihr volles Angebot an Leistungen anbieten wollte, gab es auch eine auf die Musik abgestimmte Farbbeleuchtung an der Steinbruchwand: von Dunkelrot zu Blau zu Türkis; so wars nun mal bei Freiluftkonzerten üblich, und offenbar hatte niemand Anweisung gegeben, es in diesem Fall doch lieber anders zu halten.

Am faszinierendsten aber waren die Vögel. Ich hatte noch nie eine klassische Sinfonie unter freiem Himmel dargeboten gehört, und so war ich in keiner Weise darauf vorbereitet, wie die Singvögel in der Stille zwischen den Sätzen Motive, die wir gerade gehört hatten, wiederholten – eine Antwort des Frühlings, der Natur, des quellenden Lebens auf Beethovens Kunst.

Quelle DIE ZEIT 13. September 2018 Seite 44 Es ist gerade erst geschehen Dass mein Vater das „Dritte Reich“ überlebte, verdankte er höchst unwahrscheinlichen Zufällen. Ohne sie wäre ich nicht hier. Eine Erinnerung – und ein Appell / Von Daniel Kehlmann

Zugegeben: was ich zitiert habe, lässt nichts vom Sinn des langen Artikels aufleuchten, man kann ihn aber leicht online abrufen. Ich fand ihn lesenswert wie alles, was ich von Kehlmann kenne.

Es ging mir aber nur um diese eine marginale Feststellung, die auch am Schluss des Artikels aufgegriffen wird: dass „die Vögel Bruchstücke von Beethovens Melodien wiederholten“ – es wurde die Neunte gespielt. Mir scheint, das ist des Dichters bloße Projektion, – denn selbst der höchstbegabte Schwarzdrosselmann, der Motive seiner Rivalen aufgreift und gefühlsecht wiedergibt, wäre von diesem Orchesterwerk überfordert. Oder würde reagieren wie der Kanarienvogel auf den Staubsauger: mit akustischer Selbstbehauptung um jeden Preis. Wettbewerb um jeden Preis!

Womit wir vielleicht zum Sport übergehen dürfen.

Jörg Scheller ist der Autor eines Buches mit dem Titel: „Arnold Schwarzenegger oder Die Kunst, ein Leben zu stemmen“, und in der Zeit-Kolumne, die er zur Eröffnung des „Palais Populaire“ der Deutschen Bank geschrieben hat, heißt es:

Sport basiert auf quantifizierbaren Resultaten. Kunst lässt sich nicht quantifizieren? Das ist nett gemeint, aber Folklore aus dem 19. Jahrhundert.

Ein gewichtiger Unterschied besteht allerdings noch: Die Kunstliga schmückt sich mit dem edleren Vokabular. Aber wenn Adorno erst mal ein bisschen länger tot ist, sollte sich auch das legen. Dann wird kein Blatt Papier zwischen Baselitz und Bolzplatz passen!

Der Versportung der Kunst ist die Verkunstung des Sports kongenial. Längst verhält es sich so, dass Sportler nicht nur sportliche Leistungen zu erbringen haben. Nein, alsogleich müssen diese vor der Kamera analysiert, kontextualisiert, kritisiert werden. Der Verbalisierungsdruck, der an der französischen Kunstakademie schon im 17. Jahrhundert einsetzte, hat den Sport voll erfasst. Arnold Gehlens Rede von der „Kommentarbedürftigkeit“ der modernen Kunst trifft in gleichem Maße, ja vielleicht mehr noch auf den Sport zu.

Ist es Studierenden an Kunsthochschulen bei Höchststrafe untersagt, das Sprechen über ihre Arbeiten vermittels Jacques-Rancière- und Chantal-Mouffe-Zitaten zu unterlassen, so sehen sich Sportler heute genötigt, Torschüsse, Matchbälle oder Knock-outs medienkompetetent zu kommentieren. Kurz gesagt: Der Zeitgeist bildet ein tragfähiges Fundament für das neue Berliner Kunstbankenpalais. Kryptokommunistische Assoziationen hin oder her.

Quelle DIE ZEIT 13. September 2018 Seite 57 Zwischen Baselitz und Bolzplatz Warum es höchste Zeit ist, dass Kunst- und Sportwelt fusioniert werden / Von Jörg Scheller

Ich wundere mich nicht, dass der Autor sich auf einen „großartigen Essay“ (1997) von Wolfgang Welsch bezieht, der sich ebenfalls mit leicht fahrlässiger Gedankenführung zwischen heterogenen Genres bewegt. Ob in dem Satz über die Studierenden nicht vielleicht ein Wörtchen fehlt, der die Aussage ins Gegenteil verwandelt? Jacques Rancière und Chantal Mouffe würden es selbst eher sportlich nehmen.

Mehr über Kunst, Kultur und Sport – natürlich exclusiv bei der Deutschen Bank HIER.

Abschließend sei Menschen, die – ähnlich wie dieses ehemals mächtige Geldinstitut – aufgeschlossen sind für ganz große Zusammenhänge, eine Sendung empfohlen, sagen wir: zumindest die ersten 30 Minuten der Markus-Lanz-Sendung von vorgestern, also vom 12. September. Zu Gast war Dirk Laabs, der u.a. für seinen Film Der Fall Deutsche Bank – Abstieg eines Geldhauses ausgezeichnet worden ist. Im ZDF HIER (abrufbar bis 12.10.2018).

Unser „Point of no return“

Was der Natur-Aktivist Dirk Steffens dazu sagt

In der ZDF-Sendung Markus Lanz am 11.9., hier abrufbar bis 11.10. 2018 (Niederschrift  JR unkorrigiert; ohne Gewähr.) Siehe auch Harald Lesch hier.

Ab 42:45 Es geht zunächst um den Hambacher Forst. [Mehr dazu in der ZEIT HIER.]

 Screenshot ZDF-Sendung 41:39

MARKUS LANZ: Da passiert etwas, wir setzen da auf eine Energieform, von der wir eigentlich alle wissen, das ist nicht die Zukunft, sondern im Gegenteil, im Zweifel auch unser Untergang.

DIRK STEFFENS: Man muss für den Hintergrund vielleicht kurz erwähnen, in Berlin tagt gerade die sogenannte Kohle-Kommission. Das ist ne Kommission, da sitzen auch Umweltorganisationen drin und die verschiedensten Verbände und Interessengruppen, und die sollen darüber reden, wie man verträglich aus diesem Braunkohleabbau aussteigen kann, weil jeder Mensch auf der Welt weiß, das ist nicht die Technik der Zukunft, weil sie extrem klimaschädlich ist. Jetzt wissen wir alle: Deutschland hat sich lange als Klimaweltmeister gefeiert, aber Deutschland ist inzwischen – das war es früher nicht – Deutschland ist inzwischen der größte Braunkohleverfeuerer der Welt. Wir verfeuern mehr Braunkohle als China, das ist total verrückt (weil die Steinkohle verfeuern? Oder warum?), ja weil die andere Energieformen auch nutzen, die haben natürlich fürchterlichen Smog da (Braunkohle ist vom Wirkungsgrad noch schlechter), wir verfehlen ja krachend alle unsere Klimaziele in Deutschland, und Deutschland hat in den vergangenen 9 Jahren genau gar nichts an CO²-Emissionen eingespart, trotz all der Bemühungen, denn gefühlt, sein wir doch mal ehrlich, jeder von uns hat das Gefühl – die Autos werden immer sparsamer, ich dämme meine Fenster, die Heizung, alles wird immer besser, (die Windräder werden mehr), genau, die Windräder werden mehr, aber was ist passiert, wir haben genau NICHTS erreicht, und das Resultat ist NULL. Und jetzt beantragt ein Energiekonzern genau in den Wochen, in denen diese Kohlekommission in Berlin sitzt, um einen verträglichen Ausstieg zu verhandeln, JETZT RODEN WIR. Und das lockt jetzt natürlich all die radikalen Umweltschützer, die natürlich schlecht sind für die Umweltschützersache an. Also wenn ich jetzt n G20-Radikalinski wäre und hätte mal wieder Lust auf richtig Randale, dann würde ich sagen „Danke, RWE, ich weiß jetzt, wo ich hinfahren muss.“ Denn ab Oktober darf da gerodet werden. Und es ist einfach politisch unverantwortlich, RWE hat rechtlich natürlich alles auf seiner Seite, denn das ist n rechtlich klarer Fall, die dürfen das! Aber politisch ist es wirklich unverantwortlich. 44:44 (Du sagst: das ist wie n Honigtopf…)

Ja! es ist so überhaupt nicht notwendig, es in diesem Moment zu tun, also: RWE sagt zwar, uns gehen die Kraftwerke aus, weil wir dann nichts mehr zu feuern haben, aber alle andern sagen: drei bis vier Jahre reichts noch locker, was wir noch auf der Halde haben, und Deutschland exportiert ja sogar Strom. Es ist ja nicht so, dass hier morgen alle Lichter ausgehen würden, und das Unverantwortliche ist natürlich auch dadran, das ist ja ein sehr politisches Thema im Augenblick, Frau Nahles hat ja zum Beispiel gesagt, es sei eine Blutgrätsche gegen die Arbeitskräfte! Aber die eigentlich Blutgrätsche ist ja, dass wir Arbeitskräfte, – von denen jeder weiß, dass sie keine Zukunft haben -, noch ne Zeit lang künstlich am Leben erhalten, aus kurzfristigen politischen Interessen, und den Leuten keine Zukunftsperspektive mehr bieten. Also wenn ich da leben würde und hätte n Job, von dem ich weiß, o.k., jetzt bis zur nächsten Wahl werde ich vielleicht gepempert, aber danach werde ich dann sowieso arbeitslos, dann würde ich doch von Politikern erwarten, dass eine echte Zukunftsperspektive geboten wird. Und in erneuerbaren Energien arbeiten heute sowieso schon viel mehr Leute als in der Braunkohle. (Ja, ….) Volkswirtschaftlich sinnlos, aber für den Betrieb kurzfristig, betriebswirtschaftlich sinnvoll. 45:50

ML Du bist doch häufig auch im Gespräch mit Politik und tauschst dich auch aus mit… was passiert denn da eigentlich. Ich weiß z.B., dass ein großer Konzern wir Daimler, ich meine, deutsche Ingenieure, ich meine, Auto-Ingenieure sind die talentiertesten dieses Planeten (ohne Frage!) ich frage mich immer, wo da dieser deutsche Pioniergeist, den es mal gab, dieser Aufbruch…

DST Man müsste den nur triggern… Nachhaltiges Handeln muss sich auch wirtschaftlich mehr lohnen als nicht nachhaltiges, und sofort würde sich dieser Ingenieursgeist wieder Bahn brechen. Da bin ich mir ganz sicher. (Beifall 46:19) Man müsste politisch dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen wieder so sind, dass man das quasi neu entfacht.

Das ist ja in allen Bereichen: auch in der Landwirtschaft, was ja für unsere Ökologie in Deutschland ganz wichtig ist, du bekommst als Bauer mehr Subventionen, wenn du möglichst große Flächen hast. Du bekommst weniger Subventionen, wenn du nachhaltig wirtschaftest. Also: mit Staatsgeldern wird hier natürlich die Richtung vorgegeben. Und solange einfach großes, industrielles Wirtschaften in der Landwirtschaft gesponsert wird, und nicht das nachhaltige kleinere, müssen wir uns nicht wundern…

ML Also tipping points oder Kipp-Punkte… Das ist auch so’n anderes Schlagwort in dem Zusammenhang. Erklär das mal aus deiner Sicht. Was droht da? 47:00

DST Der Begriff kommt aus der Klimaforschung und gilt aber auch für andere ökologische Zusammenhänge. Also n berühmter tipping point … also das sind so Kipp-Punkte, man muss sich das so vorstellen: es gibt da Entwicklungen, wie auf ner Wippe, man geht da auf einer Seite der Wippe hoch, es passiert lange nichts, außer dass ich hochgehe, und irgendwann bin ich in der Mitte, und dann macht es BAMM. Und das gibt es in der Wissenschaft bei Erdsystemen (?) auch. Wenn wir z.B. durch die Autoindustrie CO² emittieren, wird die Atmosphäre ein bisschen wärmer. Wenn es ein bisschen wärmer wird, taut in den Arktisregionen der Permafrostboden, – also das ist Boden, der das ganze Jahr über durchgefroren ist. Da drin sind aber organische Stoffe, wenn die auftauen, vergammeln die, und dann wird Methan frei. Methan ist n anderes Gas, und Methan ist über 20 mal klimaschädlicher als CO² , und das heißt: man macht n bisschen wärmer, dadurch wird ein natürlicher Prozess angestoßen, der es dann viel wärmer macht und den man dann nicht mehr bremsen kann. Und wenn dieser Methan…turbo mal anspringt, so richtig, in der Arktis, dann würde es auch gar nichts mehr bringen, wenn wir Menschen überhaupt kein Kohledioxyd mehr emittieren, weil dann die Entwicklung von alleine weiterläuft. Die ist dann nicht mehr zu stoppen. (kipping point!) Ja, und dann geht ein stabiles System ins Chaos über, wissenschaftlich betrachtet, und das sind dann die Katastrophen, die wir alle nicht wollen. (Tipping point – das hat sich durchgesetzt, das so zu nennen – es gibt aber noch ganz ganz viele…) Ja, im Regenwald! (Im Regenwald!? Das kannte ich nicht. Erzähl das mal!)

Die großen Regenwälder wie der Amazonasregenwald, die binden unglaubliche Mengen an Wasser. Wenn sich nun aber durch Abholzung, Wasserabbau, die Verdunstung, der Niederschlag, der Verbrauch von Wasser verändert, dann trocknen diese Regionen weitgehend aus. In diesen Wäldern sind unglaubliche Mengen von Treibhausgas gebunden, wenn diese Wälder also sterben, dann werden allein durch das Sterben der Wälder wieder unglaubliche Treibhausgasmengen freigesetzt, und das ist auch so’n Kipp-Punkt: wenn es noch n bisschen wärmer wird, und der Regenwald funktioniert nicht mehr so wie bisher, dann macht es plötzlich bumm, und wir haben plötzlich viel Treibhausgas in der Atmosphäre, dann wieder auch ohne menschlichen Einfluss. 49:00

ML Solche Kipp-Punkte gab es ja in der Geschichte der Menschheit immer wieder… Beispiel?

DST Naja, wir haben ja Warmzeiten gehabt, immer wieder, auf der Erde, wir haben ja auch kalte Zeiten gehabt auf der Erde, wir haben ja auch fünf mal immer wieder Massenaussterben gehabt durch solche Einflüsse. Also das kann zum Beispiel auch n Vulkanausbruch sein, der soviel Schwefel oder andere Stoffe in die Atmosphäre gibt, dass dann was Schlimmes passiert. Das hat es übrigens – und das ist ein großes Missverständnis in der Politik – wir leiten ein Ereignis immer nur zurück auf Frauen und Männer, die irgendwann irgendwelche Entscheidungen getroffen haben. Aber wenn du beispielsweise an ein historisches, ein welthistorisches Ereignis wie die Französische Revolution, dann hat die auch was mit Ökologie zu tun. Die Menschen waren arm, und dann ist am andern Ende der Welt n Vulkan ausgebrochen, es gab vulkanische Winter, es gab, auf die Armut von Menschen draufgesetzt, dann noch Missernten, die ökologische Ursachen hatten. Dann wurde aus Armut fürchterlicher Hunger, und dann explodiert ein politisches Pulverfass.  [Mehr dazu HIER JR]

Auch unsere Flüchtlingskrise hat natürlich etwas mit Ökologie zu tun, Syrien hatte jahrelang Dürre, das hat die wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort verstärkt, bevor der Bürgerkrieg ausbrach. Und wenn wir uns mal vorstellen, wieviel Hunderte von Millionen Menschen, die in Indien, in Bangladesh, auf den Malediven, die vielleicht nur ein zwei Meter über dem Meeresspiegel liegen, wenn die Meere ansteigen, wenn die ökologische Katastrophe weitergeht, dann wird das ganz schnell Weltpolitik. Und das wird leider immer ausgeblendet, wir reden über die Themen so, als wäre das nur ne Verhandlungsfrage, als müsste man nur sagen: „na, wir machen jetzt n anderes Einwanderungsgesetz, und dann ist das Problem vorbei.“ Wir müssen jetzt endlich mal lernen, das im Gesamtkontext zu sehen, wo der Mist eigentlich herkommt, der uns jeden Tage vor die Füße fällt. (50:36 Beifall)

ML An welchem Punkt … Dirk, an welchem Punkt kommt in dem Zusammenhang die Rippenqualle ins Spiel?

DST Ja, die Rippenqualle, ein bisschen das Problem, das hört sich dann plötzlich so albern an, die Rippenqualle! Die Rippenqualle ist ne ganz hübsche Qualle, die hat so (du hast so’n paar Bilder mitgebracht) ja, die Bilder kucken wir uns mal an: das ist noch keine Rippenqualle, Quallen gelten als Indikatoren für den Zustand der Meere, wenn es viele Fische gibt und Meeressäuger, die fressen Quallen, also wenn man die Fische zu sehr wegfängt, dann verquallen unsere Meere. Es gibt dann immer mehr. Und Rippenquallen hat es früher – das ist auch noch keine Rippenqualle – (auch schöne Tiere) – hier sehen wir jetzt die erste Rippenqualle in der Ostsee, wo sie eigentlich nicht hingehört. Das heißt, das ist ein Tier, das als Bioinvasor bei uns in eine Gegend nach Deutschland gekommen ist, wo es früher nicht gelebt hat. Durch äußere Umstände, weil es vielleicht im Wasser der Schiffe mitgefahren ist, oder durch Erderwärmung. Und diese Rippenqualle vermehrt sich jetzt, sie kann 15.000 Nachkömmlinge pro Tag erzeugen, das ist ne unglaubliche Zahl, und diese Wissenschaftlerin, die wir da so’n bisschen andeuten, hat hier z.B. Dorscheier in die Nähe der Rippenqualle gebracht, und die Rippenqualle frisst keine Dorscheier, das ist ne gute Nachricht. Aber dann hat sie ganz kleine Dorschlarven – da unten sehen wir eine – zu den Quallen gesetzt, und da sehen wir, was passiert: die Qualle frisst die. Und wenn wir nun n Jäger haben, der unsere sowieso schon bedrohten Dorschbestände noch im Babystadium auffrisst, dann kriegen wir noch n zusätzliches Problem mit Überfischung, auch da kann es natürlich n Kipp-Punkt geben. Wenn es irgendwann so wenig Dorsche gibt, dass die sich zur Befruchtung nicht mehr finden, dann bricht der Bestand von klein auf ganz zusammen.

ML Das ist das, was du meinst, wenn du sagst, du bist hier an dem Punkt, wo es egal ist, (ja!) was wir tun.

DST Und das ist n Missverständnis, es ist kein Gradient, es ist keine Ebene, die man hochgeht, sondern irgendwann an den point of no return, und da wollen wir nicht hin! Keiner kann seriös genau sagen, was dann passiert, egal, ob mit Klima, mit Ökologie, mit Artensterben, es gibt niemand, der sagt, dass er diesen point of no return erleben möchte. (Plastikmüll ist gerade so’n Riesenthema, in dem dieser junge Holländer…) Ja! Boyan Slat. (… der jetzt in der San Francisco Bay, glaube ich, die ersten Experimente macht, ja? Den Versuch sozusagen, Plastik aus dem Meer zu fischen. Ich find’s faszinierend, dass jemand in der Lage ist, … ist n sehr junger Mann …) so Mitte 20 (so: der entwickelt diese Idee, der sammelt Geld von Investoren, das mein ich! Wieder der amerikanische Pioniergeist, sagen o.k., sind wir dabei, unterstützen wir… du sagst aber: dennoch bin ich da eher skeptisch bei dem Versuch auf diese Art da Plastik aus dem Meer…). Ja, da muss ich wissen, dieser Schlauch, den er da hat, mit diesem Vorhang, der soll das Plastik einsammeln, der ist 600 Meter lang, kann man sagen: 600 Meter und die Größe der Ozeane, rein rechnerisch, das bringt gar nichts. Würde er jetzt antworten: wir ziehen das aber in die Regionen, wo sich Plastikinseln, Plastikansammlungen gebildet haben. Aber – das wenigste Plastik treibt an der Oberfläche. Wir haben etwa 140 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen. Das ist … genau! – weil man sichs nicht vorstellen kann …wenn man n Güterzug damit beladen würde, mit diesem Plastik, dann würde der von hier bis zum Mond und halb zurück reichen. So … soviel Müll (da kommt Frau Winterling wieder ins Spiel) genau! Soviel Müll ist in den Meeren und wenn man dann mit nem kleinen Vorhang die oberen drei Meter abfischen… und auch nicht weiß, was das mit der Ökologie an der Oberfläche macht, dann ist das ne gute Show, die Sinn macht, weil sie das Thema in die Diskussion bringt, aber das löst das Problem überhaupt nicht. (Und gibt’s auch da so einen Kipp-Punkt?) Bei Plastik ist das schwer zu sagen, weil wir ja nicht wissen… Plastik zersetzt sich ja dann, wird zu Mikroplastik, Mikroplastik ist alles, was kleiner ist als 5 Millimeter. Das wird aber auch ganz klein, und dann fressen Muscheln das, dann fressen Krebse das, dann die Fische, und wir wissen nicht, was dieser Kunststoff in unsern Körpern macht, Kunststoff selbst ist dann als anorganisches Material nicht so schädlich, aber da sind ja Weichmacher drin, Farbstoffe, und ganz ehrlich: ich möchte das nicht essen. (Fruchtbarkeit der Frauen usw. ganz viele Themen. Wir haben ja auch da immer so subjektiv das Gefühl: Plastik, da sind wir jetzt gar nicht so schlimm, wir Deutschen.) Wir sind der größte Plastikverbraucher in Europa! So wie wir der größte Braunkohleverfeuerer sind, so auch der größe Plastikverbraucher, und bis vor ein paar Jahren hatten wir’s ja bequem, wir haben ja dieses ganze Plastik verbraucht, wir haben n ganz gutes Einsammelsystem, also die Entsorgungsindustrie … oder … Einsammelindustrie … wir haben das nach China exportiert! Also wir haben den Müll, diesen Plastikmüll nicht wirklich recycelt, die Quote ?? gering, sondern wir exportieren dies in arme Länder, die dann daraus mehr oder weniger gut irgendwas machen. Und das ist natürlich ne ganz schwierige wirtschaftliche Verflechtung, ganz sicher nicht umweltfreundlich. Und dann gibt’s noch andere Sachen, die man bisher nicht wusste, das ist Mikroplastik, allein durch Autofahren in Deutschland – Autofahren! Was man ja gewöhnlich nicht aufm Meer tut, sondern auf Straßen irgendwo im Inland – gibt’s Abrieb von den Reifen, das ist Mikroplastik, und das sind ungefähr 100.000 Tonnen im Jahr. Und durch Regen wird das in die Flüsse gespült, und durch die Flüsse geht das ins Meer. Und das sind Probleme, die man vor kurzem noch gar nicht kannte, und hier haben wir wieder den Affen, der im Atomkraftwerk sitzt und russisches Roulette spielt. Intelligent genug, die Pistole zu bedienen, aber wir wissen nicht, was für Folgen das hat.

(O.Lafontaine: Die Kernfrage ist ja, ob in unserer Wirtschaftsordnung, die wir jetzt haben, das Problem noch zu lösen ist. Da würde mich ihre Frage [Antwort] mal interessieren!) 56:06

DST Ja, jetzt bin ich ja 50 Jahre alt geworden und hab gelernt, – also einer meiner Vorsätze zu meinem Geburtstag war, dass ich überhaupt nur noch über Dinge rede, von denen ich auch n bisschen was verstehe. Und das ist natürlich unheimlich schwierig. Aber wenn Konzerne Gewinn machen können und die Umweltkosten, die z.B. bei der Produktion eines Gutes herstellen [entstehen], auf die Allgemeinheit übertragen, also wenn ich irgendwas herstelle, dabei n Fluss verschmutze, streiche den Profit ein und die ganzen Steuerzahler müssen dann das Reinigen des Flusses bezahlen, dann läuft in dem Wirtschaftssystem was falsch. Und im Umweltschutz international wird ganz groß dieses Thema der Inwertsetzung von Natur diskutiert, dass also Dinge so bezahlt werden müssen, wie sie auch wirklich (wie hoch der Preis wirklich ist) genau! Auf allen Ebenen, nicht nur die Rohstoffe, sondern auch der Umweltschaden usw. (Beifall 56:52) Wenn ich Wasser aus einem Fluss rausnehme, um damit in meinem Chemiewerk was zu machen, dann muss ich auch die Reinigung dieses Wassers bezahlen, und das kann ich dann nicht den Arbeitnehmern und Steuerzahlern aufbürden. Also das ist die Idee, und am Ende muss man das auch über das Produkt mitbezahlen, sonst … dann würde sich das System von alleine steuern im Idealfall.

LANZ: Hinweis auf Naturfilmfestival in Eckernförde, das größte Europas… (folgt Zusammenschnitt aus Filmen). 12.-16. September. HIER

Progression, Proportion & Balance

Wie sich ein Kunstgebilde aufbaut (BWV 886)

1. vorsatzlos hören (auch mit Kritik am Vortrag, am statischen Titelbild, am Rückenausschnitt usw., nachher geht es ausschließlich um das Werk von Bach.)

2. die formalen Zäsuren bestimmen ( Start-Moment, harmonisch-strategische Zeit-Punkte, Aufbrechen und Ankommen, immer wieder)

3. mit Vorkenntnissen hören  und „Zeitstrecken“ nachträglich & vorsätzlich abwägen

Praeludium ab 0:30 – Fuge ab 4:35

Die Vorstellung des Fließens und Wogens wird in der Musik Bachs nicht gerade selten wahrgenommen, ist in diesem Praeludium aber offenbar ein ganz besonderes Charakteristikum. Kein Wunder, dass ein (romantisch orientierter) Pianist wie Jörg Demus sich zu poetischem Höhenflug inspiriert sieht:

Wir müssen uns nur vom Kadenzstrom tragen lassen, unser Schifflein auf den breiten, musikalischen Wellen des fast unüberschaubaren As-Dur-Präludiums zunächst dem rechten Sog der Dominante in Takt 16 anvertrauen, ihm dann mit geschicktem Ruderschlag nach links subdominantische Wendung geben, es sicher über den ‚Neapolitaner‘ auf Ges in Takt 31 zur Tonikaparallele f-Moll in Takt 34 steuern. Einige Mühe kostet es, wieder flott zu werden, kurz verweilen wir an den lieblichen Des-Dur-Gestaden ab Takt 50, werden ein wenig zur Dominante abgetrieben (Takt 62); doch nun weitet sich der Fluss zum Strom, die Dominante wird in Takt 63 zum ‚Halbschluss‘, und in der wieder gewonnenen Strommitte aus As-Dur treiben wir gefahrlos dahin, bevor wir sicher anlegen.

Zitiert nach Wikipedia hier.

Ich empfand beim Üben vage und irritierend eine innere Verwandtschaft mit einem anderen Stück, das sich nicht dingfest machen ließ; und als es endlich gefunden war, schien mir seine Nähe doch nicht so überzeugend. Zumindest von Tränen ist in unserem As-dur-Präludium nichts zu finden, wenn es auch durch bloße Schönheit das Herz sehr wohl überfließen lassen kann.

Doch beschränken wir uns ganz sachlich auf offensichtliche, mit den Ohren wahrnehmbare Zäsuren bzw. „Ankunftserlebnisse“ (am Beispiel Angela Hewitt):

Teil I  0:30 bis 1:19 NOTEN Takt 1 bis 16 – – – – 16 Takte

Teil II 1:19 bis 2:09 NOTEN Takt 17 bis 33 – – – – 17 Takte

Teil III 2:09 bis 2:57 NOTEN Takt 34 bis 49 – – – – 16 Takte

Teil IV 2:57 bis (3:38) NOTEN Takt 50 bis (63) ???

Eine Frage, die sich spontan (der bloß hörende Mensch zählt ja nicht die Takte!) aufdrängt: da die Teile I, II und III offensichtlich parallel gebaut sind, – warum ist die Taktanzahl des Teils II anders als die der Teile I und III? Schönheitsfehler? Zufall?

Das am Detail interessierte Hören geht aus von den beiden Momenten des ersten Taktes, der die Tonart statuiert: a) das Wogen des Grundakkordes in der rechten Hand, b) der punktierte Rhythmus des absteigenden Dreiklangs in der linken Hand. Als Antwort auf beides erfolgt c) die Laufbewegung des zweiten Taktes. Dieses Material wird gefestigt in den nächstfolgenden Takten und mit der erweiterten Motivik b) und c) sequenzartig fortgeführt bis Takt 10, wo auch Motiv a) wieder aufgegriffen wird. Neu ist danach das Motiv der akzentuierten schnellen Notenwerte, jeweils auf dem Anfang der Takte 11 bis 15. Es wirkt wie die Umkehrung des Motivs b (punktiertes Achtel mit zwei 32stel-Noten), also statt lang/kurz/kurz jetzt kurz/kurz/lang). Das Motiv b) erscheint zudem ab Takt 7 alternativ auch um einen dritten Ton erweitert, als kleine Tirade, die eine Quarte überbrücken kann. Die Tonfolge auf dem melodischen „Zieltakt“ 16 wirkt wie eine abschließende Zusammenfassung beider Rhythmen: lang/kurz/kurz plus kurz/kurz/lang. Der eigentliche Zieltakt ist natürlich 17. Dass die Aneinanderreihung und Abwandlung der wenigen Motive nicht kaleidoskopisch wirkt, liegt an der schlüssigen Progression, vor allem der harmonischen, die es erlaubt, nun in der Zieltonart Es-dur – auf einem höheren Standpunkt – mit demselben Prozedere zu beginnen. Teil II.

An welchem Punkt des Verlaufs ist dieser Teil „gedehnt“, so dass er einen Takt mehr zählt? Takt 33 ist offenbar hinzugefügt, um die Melodiespitze f“ zu erreichen. Wie Bergner gezeigt hat, hätte Bach die dritte Zählzeit des Taktes 32 leicht durch die des Taktes 33 ersetzen können, und von diesem veränderten Takt 32 aus wäre man ohne jeden Aufwand in Takt 34 gelandet. Er wollte allerdings gerade um den Preis der Verschiebung der Proportion partout ein Mehr an Aufwand. So wie er schon in den Takten 24, 26 und 28 statt des „Wogens“ auf ein und demselben Klang die aufsteigenden Fanfarenstöße eingesetzt hat.

Was aber geschieht im Teil IV, wie ist er zu begrenzen? Die Zäsur ist in Takt 63 ist augenfällig genug, aber – sie kommt zu früh, nämlich im 14. Takt dieses Teiles. Wenn ich ihn analog zu den anderen beenden wollte, könnte ich es folgendermaßen tun (ich habe den Bass in Takt 63 nicht ergänzt, weil ich schon die Ergänzung der rechten Hand vorwitzig fand):

Wie kommt es, dass meine Version, wiewohl aus Bach-Elementen zusammengefügt, so läppisch klingt?

Fest steht jedenfalls, dass auch bei dieser Lösung der Abschlussakkord einen Takt „zu früh“ erfolgt. Er würde ja in den 17. Takt gehören, den möglichen Neubeginn eines weiteren Teiles. Das gleiche gilt für Bergners Lösung, der vom Schluss des Taktes 62 direkt in Takt 75 springt, um plausibel zu machen, wie die Takte 63 bis 74 von Bach als große Dehnung des Teils eingefügt sind. (Dürr spricht insgesamt von einer Coda, die von Takt 64 bis Takt 77 reicht, womit das Proportionsproblem ebensowenig gelöst ist.)

Man könnte noch viel weiter ins Detail gehen, vor allem was harmonische Phänomene angeht, z.B. den Einsatz des „Neapolitaners“ ab Takt 31 oder ab Takt 73, – und schon höre ich den Laien monieren: das ist doch Fachgeschwätz, ist es nicht vielmehr die Leistung des Pianisten, der Pianistin, die das alles lebendig und erfahrbar macht?

Nein, keinesfalls. Bach ist es, der dies so lebendig und tiefgründig angelegt hat; selbst wenn der Interpret es nicht vollkommen versteht oder halb mechanisch realisiert (auch dafür gibt es Beispiele auf Youtube), wird der sensible Hörer wahrnehmen, dass Unerhörtes geschieht. Aber er spürt natürlich auch, wenn die individuelle Interpretation von der hineinkomponierten Spannung getragen und rhetorisch ebenso deutlich wie unaufdringlich nach außen transportiert wird.

Wie sieht das, was ich erklären wollte, bei Christoph Bergner aus?

Quelle Christoph Bergner: Studien zur Form der Präludien des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach / Hänssler-Verlag Neuhausen-Stuttgart 1986 (Seite 116)

Der analytische Begriff der Dehnung ist nicht zu unterschätzen. Zumal er jenseits aller Taktzählerei einen Hinweis gibt auf die psychologische Motivierung des Formverlaufs, ebenso wie die Abkürzung (Takt 62/63), durch die jene Dehnung (Takt 64 bis 74) auf den Plan gerufen wird. Man muss es in Zusammenhang sehen mit der dramatischen Qualität, die das Thema des Wogens im Teil IV annimmt, nachdem es in Takt 50 wiederkehrt ist. Sie beginnt schlagartig in Takt 52 mit der chromatischen Erhöhung des Grundtones Des zur Terz D der Zwischendominante nach Es-moll. Und von hier an geht es Takt für Takt, die Erregung wird in Takt 62 fast etwas gewaltsam abgebremst (Zweierbindungen!). Und genau darauf antworten die (etwas hilflos als Coda gedeuteten) Takte mit dem melodischen Höhepunkt auf dem hohen Des in Takt 68, und nach dem Absinken in den Tiefenbereich (eine Sequenz, die Bergner schön auf jene in Takt 7ff bezieht) mit dem Wahnsinn des Neapolitaner-Akkords  in Takt 74. Erst so kann man die Erschütterung der beiden Schlusstakte begreifen, eine „zur Schau getragene“ Fassungslosigkeit, die auch durch die Hemiolen-Betonung (aus zwei Dreivierteltakten wird eine großer Dreihalbe-Takt) und durch die (von Kirnberger eingefügten?) Vorschlagsnoten zum Ausdruck kommt.

Selten bin ich so glücklich wie in dem Augenblick, wo ich glaube, den Durchblick gefunden zu haben, wie am Ende dieses Bach-Praludiums. Alles andere (und es bleibt noch vieles) scheint mir leicht. Zum Beispiel, dass die darauf folgende Fuge ursprünglich nur eine Fughette war, die für diese Position im zweiten Band des Wohltemperierten Klaviers auf die doppelte Länge anwachsen musste; vielleicht entstand erst danach der Druck, ein entsprechend gewaltiges Praeludium zu schaffen. Oder umgekehrt? Die kleine Fuge in ungemessene Größe anwachsen zu lassen?

Vielleicht verschieben sich fatalerweise die eigenen Dimensionen, wenn so vieles zusammenkommt: der 104. Geburtstag meiner Herforder Tante vor zwei Wochen, dann das Steinhuder Meer und der Große Garten in Herrenhausen, der Blick auf die verschobenen Linien seines Grundrisses, gestern die Autofahrt nach Herford, die Trauerfeier für dieselbe Tante, ihre dafür ausgesuchten Choräle und am Ende der Kanon von Pachelbel, der Blick ins Grab, das sie nun für immer aufnahm, alle Gäste noch einmal versammelt im „Hotel am Waldesrand“ Herford-Ost und die lange Fahrt zurück. Und wieder Bachs As-dur-Praeludium.

Einstweilen pausiere ich zugunsten der Praxis am Klavier, verweise im übrigen auf den Artikel „Warum ein Opus keinem Schloss gleicht“ hier. Zu ergänzen wäre vielleicht, dass der damalige Anlass zum Schreiben die Lektüre einer Musikkritik war, in der eine Klavier-Interpretation (ich glaube, es ging um Sokolov und Schumanns Fantasie op.17) mit dem Spaziergang durch die Räume eines Schlosses verglichen wurde. Das schien mir ganz unangemessen. – Ähnlich irreführend fand ich jetzt das Titelbild der Youtube-Aufnahme, die den Anfang dieses Artikels bildet und bilden sollte, ohne dass ich damit zufrieden war. Ein produktives Ärgernis.

Denn mit den Schlössern und Gärten um 1700 oder mit Johann Sebastian Bach hat es rein gar nichts zu tun, vielmehr mit dem späten 19. Jahrhundert und der Stadt Birmingham, in der 1998 die Studio-Aufnahme mit Sokolov stattfand. Aber nicht etwa in diesem Gebäude; es handelt sich um das Rathaus der Stadt Birmingham, das Foto findet man hier. Und die Kuppel ruht auch nicht auf dem Gebäude, es scheint nur so. Die Symmetrie des Springbrunnens und der Figuren ist leicht verschoben und doch ohne Leben.

Ein paar Schritte im Nahbereich

Ach du bist’s, alter Wasserpatscher

Ich traue meinen Augen nicht, bei meinem Weg über die Terrasse zu den Blumenkübeln, die ich gießen will. Der Wasserstrahl trifft ihn nur knapp, er bleibt sitzen; vielleicht sitzt er da nur wegen der regelmäßigen Erfrischung, und ich habe ihn nie gesehen. Vielleicht hätte er etwas gesagt, wenn ich eine goldene Kugel besäße und einer Königstochter ähnelte. Mein Smartphone erschreckt ihn nicht; trotzdem mag ich ihm nicht noch näher kommen. Früher traf ich auch immer eine Kröte in der Nähe der Eingangstür. Sie hat die Hitze vielleicht nicht überstanden?

Gang durch den Großen Garten

Versuch zu sehen, was ich wusste

 Der alte Plan mit meinem Weg

 Nicht zu fassen, aber zu betreten.

 .     .     .     .

 Zu eng in der Weite des Gartens

 .     .     .     . .     .     .     .

   Rosen-, Rokoko- und Barockgarten

 Leibniz scheiterte an der Fontäne.

 Blick zur Seite am Ende des Gartens  Heckenhecke  

 Ernst August (1629-1698)

(Alle Fotos Handy JR, Text folgt)

Im Schloss erworben: Ein gutes Buch, wenn man etwas über das Leben und Denken dieses universalen Geistes erfahren will. Wie oft ist vom Großen Garten die Rede?

Kein einziges Mal. Dieses durchaus gewichtige Büchlein wurde 1990 veröffentlicht. Auf das von Horst Bredekamp jedoch, über „Leibniz und die Revolution der Gartenbaukunst“, das auf die Modernität des Barockgartens (Kapitelüberschrift Seite 113) zielt, musste man noch 22 Jahre warten. Ein neuer Leibniz, gleichsam ohne Perücke!

Man kennt die schnöseligen Reden über die Barockgärten, deren Architekten angeblich von Natur keine Ahnung hatten, am schlimmsten beim größten aller Philosophen, die auf Leibniz folgten, Immanuel Kant, der die Musik schmählich in der Nähe der Gartenkunst einordnete. Oder sollte es höchste Ehrung der Gartenkunst bedeuten, wenn die Musik in ihrer Nähe wohnte? Möglicherweise völlig einleuchtend, wenn man nicht nur der einfachen Geometrie der Flächen gedenkt, sondern auch des Reichtums der Einzel-Pflanzen, der dort präsentiert wird. Und Leibniz hielt nicht die Baupläne in die Höhe, über denen er gebrütet hatte, sondern zwei Blätter der Hecke, in deren Schatten er mit der Herzogin lustwandelte, – wenn ich dieses Wort verwenden darf. Was für ein schrecklich allwissender Tonfall, der heute angeschlagen wird (auch bei mir):

Ohne Wasser ging es nicht. In barocken Gärten mochten Blumen fast verzichtbar sein: Skulpturen, Kiesbeete und Rasen ließ[en] sich leichter zähmen. Doch je starrer die Muster, desto unverzichtbarer wurden Springbrunnen und Kaskaden. Das Lebenselement Wasser war Ersatz für lebendige Pflanzen – und Fontänen zeugten von der Überwindung der Schwerkraft durch menschlichen Geist.

So hieß es in der Hannoverschen Allgemeinen am 22.01.2013, also offenbar im Winter. Und weiter hier. Ist das denn etwa nicht witzig? „Je größer der Fürst, desto höher seine Fontäne“. Varianten sind erlaubt. Aber kein Fürst war damals so dumm, wie der größte Fürst der heutigen freien Welt.

In meiner Schulzeit spöttelte man über den Leibniz-Satz: „Die Monade hat keine Fenster“. Auch ich tat es, obwohl ich Leibniz schon besser kannte, seit ich 1957 aus der Bielefelder Stadtbibliothek die Leibniz-Biographie von Egmont Colerus entliehen und verschlungen hatte, um mich dann voller Begeisterung, aber ohne jede Aussicht auf Erfolg mal kurz der Mathematik zuzuwenden. Auch jetzt bin ich wieder in dieser Gefahr, aber schlauer. Weil ich als ausgewiesene Monade viele Fenster kenne, durch die vor allen Dingen Musik hereintönt, die mich wiederum an lebenswichtigen Tätigkeiten ernstlich hindert. Könnte es etwa so gewesen sein?

Horst Bredekamp:

Die Begrenzung ist umso wichtiger, als damit die Metaphorik des Gartens als hortus conclusus eines erneuerten Paradieses sinnfällig werden konnte.

Dem Blick bietet sich eine nach allen Seiten hin abgeschlossene Zone, in der sich eine interne Verschachtelung umso raffinierter entfalten kann (…). Der Große Garten von Herrenhausen stellt eine nach innen gewendete Unendlichkeit dar, die nicht etwa nach außen in eine unbestimmte Ferne ausgreift, sondern in der internen Organisation eine größtmögliche Vielfalt von Varianten aufbietet. Hierin ist er als Großform jenen Blättern strukturverwandt, die Leibniz in ihrer Individualität erkannte. Die Geometrie dient nicht vorwiegend der Stiftung einer euklidischen Ordnung, sondern der Überprüfung einer denkmöglich großen Variabilität der in der Fläche entwickelten Einfaltung.

Horst Bredekamp a.a.O. Seite 81

Neuansatz 3.9.2018

Nach genauerer Durchsicht des rororo-Bändchens kann ich eigentlich nur davor warnen. Es befasst sich sehr ausführlich mit dem Philosophen Leibniz, und wenn an dieser Darstellung etwas Richtiges ist, so will ich mich nicht damit auseinandersetzen. Die Monadologie bleibt abschreckend, ebenso wie die Lehre von der prästabilierten Harmonie; ich will das nicht erarbeiten, um einen bestimmten frühen Zustand der Philosophie kennenzulernen. Diese Zeit kann man besser für Kant aufwenden. Ich glaube gern, was da steht (S.102):

Seinem Selbstverständnis nach war Leibniz in erster Linie Mathematiker; selbst der Philosoph trat dahinter zurück.

Den Rest besorgen die Ausführungen über Leibniz‘ Scheitern („es fehlte ihm an der für die Praxis nötigen Geduld, was sich allein schon darin zeigt, wie flüchtig seine Konstruktionszeichnungen etwa für die Windkünste gemacht sind“ Seite 120), ergänzt durch die niederschmetternden Urteile großer Geister im Anhang (Alfred North Whitehead: die Theorie von der ‚besten aller Welten‘ „ist ein dreister Schwindel, erdacht, um das Gesicht des Schöpfers zu wahren“), dann benutze ich das Buch eben nur noch als Register. Ein neuer Blick in das Werk von Bredekamp erinnert mich, warum ich nach Herrenhausen fahren musste. Während mich aus dem anderen Werk noch die Sätze verfolgen (Seite 31f), wie wenig anregend doch Leibniz die geistige Atmosphäre Hannovers fand, – einzige Ausnahme: „die Frau Kurfürstin“.

Zurück in den Garten! Bredekamps Kapitel über „Die Kunst der Abweichung“ (schon bin ich wieder in Gedanken bei BACH):

Über die ikonographischen Zeichen der Universalität hinaus bezog sich die hortensische Zusammenziehung des Makrokosmos auf Leibniz‘ in der Theodizee entwickelte Überzeugung, dass eine übergreifende Harmonie nicht aus der additiven Zusammenstellung zueinander passender Elemente entsteht, sondern aus dem Umsprung von Störung in Fügung und von Unordnung in Stimmigkeit.

Jener Leibniz, der seit seiner Zeit im Paris der 1970er Jahre dieses Prinzip der Störung und der Überraschung als ein entscheidendes Moment der denkanregenden Bildung gewertet hat, dürfte im Großen Garten von Herrenhausen eine Absonderlichkeit begrüßt haben, die ihn von allen anderen Barockgärten seiner Dimension unterscheidet: Er ist nicht rechtwinklig (Abb. 63). Seine Winkel weichen um 2,8 Grad vom lotgerechten Abgang der Achsen vom Schlossgebäude ab. Es bedeutet einen beträchtlichen Aufwand, diese Parallelaxe gartentechnisch beim Setzen und Beschneiden der Bäume und Hecken zu verfolgen (Abb.64), so dass ein starker Wille vonnöten gewesen sein muss, dieses Prinzip trotz aller zusätzlichen Kosten durchzusetzen.

Aus diesem Grunde ist vermutet worden, dass ein solch aufwendiges Vorgehen im Zusammenspiel von Kurfürstin Sophie und Leibniz konzipiert oder zumindest gebilligt wurde.

Ich breche hier ab und schon bin ich aufs neue begeistert! Für mich – samt den Abbildungen als Beleg und der Erwähnung des „Schattentheaters“ – ein Höhepunkt des Buches. Ich habe die Verschiebung beim Blick von der Plattform auf den Garten nicht erkannt, aber gespürt. Irgendetwas irritierte in der Perspektive aufs Ganze…

Ob es erlaubt ist, dass ich die beiden Abbildungen fotografiere? Man erkennt, was gemeint ist, ohne dass ich mit der Qualität der Bilder im Buch konkurriere:

Links alter Gesamtplan 1735, rechts Rekonstruktion der Winkelabweichung durch Hans Georg Preißel, 2003.

Quelle Horst Bredekamp: Leibniz und die Revolution der Gartenkunst / Herrenhausen, Versailles und die Philosophie der Blätter / Verlag Klaus Wagenbach Berlin 2012 / Seite 64f

Und wiederum folgen hochinteressante Seiten, die plötzlich auch die Monaden-Idee als ein raffiniert ausgeklügeltes Konstrukt aufscheinen lassen… Verschränkungen von Makro- und Mikrokosmos… Keine Phantastereien!

Ausblick

Ich denke also an Bach und kann mir das täglich aus dem Wohltemperierten Klavier II begründen. Es würde zu weit gehen, wenn ich „Motiv“ mit „Monade“ gleichsetzen würde, aber die Betrachtung der Proportionen (Durchführungen der Fuge) und ihres diffizilen Verhältnisses zur Symmetrie lässt einen nicht los, wenn man einmal darauf aufmerksam wurde. Das Buch von Christoph Bergner, durch das ich zum erstenmal darauf aufmerksam wurde, liegt wieder auf dem Tisch: „Studien zur Form der Präludien des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach“. Hänssler Verlag Neuhausen-Stuttgart 1986. Und was entdecke ich erst heute??? Es endet mit dem Kapitel „Bachs geschichtlicher Ort“. Und das Kapitel davor? „Leibniz‘ Musikanschauung“ (Seite 153).

Aber das alles will gut bedacht sein. Ich will es nicht aus den Augen verlieren… Hier müsste eines Tages ein Link folgen.

Nur zwei Sätze:

Die Verlängerung zeigt vielleicht am deutlichsten das Anwachsen, die ständige Erweiterung und Dehnung der Form der Präludien. Das führt zu mehrfachen Proportionierungen, zu großen Schlußbildungen, wie sie in den kleinen, übersichtlichen Formen des WK I nicht zu finden waren.

(Bergner a.a.O. Seite 141)

 Bach-Faksimile

BWV 875: Für die zwei oben gestrichenen Takte (F) stehen unten (F) sieben.

Visuelle Reisenotizen: Herrenhausen

Wer öffnet mir das goldene Tor?

 Wo geht’s zur Bühne?

Jetzt kann ich es lokalisieren: meine Position (oben) wäre auf diesem Plan von 1704 vor dem Gartenviereck ganz unten links, die Orangerie; das runde Beet bzw. der Brunnen liegt in meinem Rücken ebenso wie das altrosafarbene Gebäude. Ich will den ganzen Großen Garten durchschreiten, fast bis zum Horizont, auf dem letzten Rund, in der Mitte oben, befindet sich die riesige Fontäne, die ich vielleicht von hier schon sehe. Die dazwischenliegenden Bäume sind natürlich jetzt viel höher.

Aber ich wollte sagen, wer mir die Augen geöffnet hat, ein Buch natürlich und – an diesem Punkt – wohl auch ein aufklärendes Schild:

 

Das Buch von Horst Bredekamp über Leibniz und die Revolution der Gartenkunst, sowie eine Info-Tafel im Garten, die klärt, was es mit dem „Heckentheater“ auf sich hat. Und weiter ist darüber zu sprechen, was es mit der Hecke bzw. mit deren Blättern für eine Bewandtnis hat. Und was das einzelne Blatt über die Frage der Individualität erzählt und wem der Philosoph dies in langen Gartengesprächen auseinandersetzt. Hier sein (mittel)großer Gönner und dessen wunderbare Frau Sophie, die sich für alles interessiert:

Wie solch ein Gespräch ausgesehen haben könnte, ein Stich 100 Jahre  später:

v.l.n.r. Hofdame, Carl August von Alvensleben, Leibniz, Hofdame, Herzogin Sophie.

E.R.s Gang durch den Großen Garten

 .     .     .     .

 .     .     .     . .     .     .     . .     .     .     . .     .     .     . .     .     .     . .     .     .     .

 

 .     .     .     . .     .     .     . .     .     .     .

(Fortsetzung folgt hier)

Der weite Weg außerhalb des Gartens

Visuelle Reisenotizen: Steinhude

Wo ist denn das Meer?

  

 (Handy-Fotos: JR)

TABEERA / oder Denckmahl / Den 17. April am Tage Rudolphi genant / Sind XXXV Häuser und die Pfarr leyder abgebrand /

Steinhuder Meer: das Fahrrad ist der Schlüssel zum Land ringsumher!

Vorsicht bei angekündigten Volksfesten…

Rundfahrt 32 km. Auf der Hälfte: Mardorf merken. Winzlar, – anwesend bleiben: ÖSSM. Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer. Oder auch gleich zu den Webcams (Fischadler, Seeadler, Vogelbiotop, Flussseeschwalbe).

(Fotos Bäume & Sonnenuntergang: ER)

Nachricht um 10 Uhr: Tante Lisel †

Brand an Land, Müll im Meer

Ein Memento in der Lanz-Sendung

 Sendung HIER

Die Sendung ist weiterhin abrufbar (bis 14. November) und auch verständlich, sofern wir Ohren haben. Nur die in der Live-Sendung eingespielten Bildsequenzen fehlen. Zusätzlich an dieser Stelle nur die Chance, das Gehörte genauer zu bedenken.

Es folgt also der nach Gehör niedergeschriebene Text (noch nicht abschließend  korrigiert), d.h. in dieser Form ohne Gewähr. Ein paar Links zur Ergänzung wurden eingefügt (JR.)

Ab 4:00 [Plastik im Meer: Manilas Strände siehe hier in GEO]

Markus LANZ: Ein paar Bilder müssen wir mal so aufarbeiten, z.B. diese hier: Waldbrände in Deutschland. Haben Sie in Erinnerung, dass wir die in der Dimension schon mal gesehen haben?

Harald LESCH: Nein! Also das ist jetzt ne ganz neue Entwicklung. Wir haben ja in diesem Jahr eben ne Wettersituation gehabt, wo sehr sehr lange überhaupt kein Regen gefallen ist, was wir da sehen: gerade Ostdeutschland, Brandenburg, haben ja über Monate hinweg überhaupt keine Niederschläge gehabt. Dann passiert eben das, was passieren muss, wenn es warm ist, wenn es trocken ist: dann reicht ein Funke aus, und es muss gar kein Zigarettenraucher gewesen sein, sondern einfach nur ne Scherbe oder sowas, und dann fängt es eben an zu brennen, und wir sehen es ja eben auf der ganzen Welt, also nicht nur hier bei uns, sondern auf der Nordhalbkugel ist es enorm heiß geworden, und es ist ein Zeichen dafür, und – um es gleich in einen größeren Zusammenhang zu stellen – da unsere Atmosphäre also viel mehr Energie speichern kann. Sie kann mehr Energie speichern, weil entsprechende Gase da sind, die dieses Speicherphänomen beschleunigen, und wir sind daran beteiligt. Was wir jetzt sehen – so wie letztes Jahr wenn wir an letztes Jahr denken wollen, da gabs ne Hitzewelle, die hatte den schönen Namen „Luzifer“ (wie passend, ja, der Vorhof zur Hölle), ja, und das ist ausgelöst worden durch „Ophelia“, das war ein Sturm, ein Hurrikan, der eben diesmal nicht in Richtung der USA weggezogen sind, sondern auf die Iberische Halbinsel gezogen ist und die Iberische Halbinsel in Flammen gesetzt hat, ja, das was wir einfach erleben, ist eine hochdynamische Atmosphäre, die wir dynamisiert haben dadurch, dass wir seit rund 200 Jahren Treibhausgase emittieren wie die Weltmeister und das eben weiter und weiter beschleunigen.

LANZ Wir werden darüber noch ausführlich sprechen, was das bedeutet, dass was das für uns konkret bedeutet, was wir heute schon unternehmen, um die Folgen des Klimawandels in den Griff zu über die aber kein Mensch offensichtlich spricht (Genau, genau!)

LESCH Also gerade die Länderregierung, die Regierung der Bundesländer, müssten viel häufiger der Öffentlichkeit mitteilen, was muss jetzt bereits getan werden, um mit den Folgen des Klimawandels klarzukommen. Das betrifft die Landwirtschaft, das betrifft aber auch den Tourismus, das in vielerlei Hinsichten… (läuft das schon? Also was passiert denn da konkret?) Also da wird z.B. Wasser transportiert, es gibt Bereiche z.B. in Bayern, gibt’s Bereiche, wo das Grundwasser sehr niedrig ist, das Grundwasser kann sich ja nur erneuern, wenn es im Winter genügend Niederschläge gibt, im Sommer und im Frühling nimmt die Vegetation das Wasser auf, also es verdunstet, also wenn die Winter zu trocken werden, dann bleibt das Grundwasser niedrig, also muss Wasser dahingepumpt werden. Oder man denke nur an die Probleme, die wir im Alpenraum haben, also dass tatsächlich die Berge instabiler werden, d.h. es gibt mehr Erdrutsche, das Auftauen… das bisschen Permafrost, das es noch gibt, die Verluste an Gletscherflächen innerhalb von Deutschland hat man gerade. Was die Wasserwirtschaft betrifft, große Anstrengungen muss man unternehmen, um das einigermaßen noch in der Balance zu halten, und wenn jetzt z.B. die Bauern danach rufen: wir brauchen Unterstützung, dann kann ich eigentlich nur sagen, das ist genau bei der ganzen Diskussion über Klima sollte man eigentlich mit den Menschen sprechen, die davon leben, was aus dem Boden kommt. Das sind diejenigen, die seit Jahrzehnten ganz genau merken, wie sich das allmählich verändert, also selbst wenn man uns Wissenschaftlern gar nicht glauben würde: Glaubt den Winzern! Glaubt denjenigen, die in den Bergen leben, denjenigen, die davon leben, was da aus dem Boden herauskommt (Beifall), und das sind diejenigen, die uns eben mitteilen: das Klima hat sich dramatisch verändert, und vor allen Dingen: es hat sich sehr sehr stark beschleunigt, und wenn dann noch die entsprechende Wetterlage dazukommt – denn das muss man unterscheiden: Klima ist das über 30 Jahre ermittelte Wetter, – wenn dann noch die entsprechende Wetterlage dazukommt, dann werden die Anstrengungen, die wir von der Infrastruktur her machen müssen, auch die finanziellen Anstrengungen, die werden immer größer. Und im Grunde genommen schreibt uns jedes Jahr die Natur das Menetekel immer deutlicher und deutlicher an die Wand.

LANZ So das ist jetzt sozusagen die eine Seite, die wir grad gesehen haben, die andere Seite, die Kehrseite der Medaille, sind Bilder, wie diese hier. Unglaublich, welche Starkstromregen plötzlich aus dem Nichts kommen; ist das die andere Seite, mit der wir in Zukunft häufiger zu tun haben?

LESCH Ja klar. Das was wir da sehen… das Wort Starkregen gibts ja noch gar nicht so lange in der deutschen Sprache, das haben wir noch nicht so lange, … da lohnt es sich mit 90-Jährigen zu sprechen, und die sagen dann so Sätze wie „Das habe ja noch nie erlebt“, also die Leute mal aus ihrer Lebenserfahrung erzählen zu lassen: „Wann hast du denn das letzte Mal sowas mitgekriegt? Denn solche Ereignisse bleiben tatsächlich im Gedächtnis, es gibt ja aus den letzten Jahren noch so wunderbare Bilder… ja … ja, das sind einfach … die volle Wucht des Sturmes sozusagen, und sowas kennt man im allgemeinen eher aus so amerikanischen Twisterfilmen (Tornado!), ja, das ist doch auch mal ganz nett, wie das Wasser da so stehen bleibt, die Kanalisation es nicht mehr aufnehmen kann. Es gab im letzten Jahr mal son Film, so ein Feuerwehrwagen, der mit Blaulicht an der Kamera vorbeigerauscht ist, der hat noch versucht zu retten, aber die Flut hat ihn mitgenommen, das hat damit zu tun, dass eben diese enorme Wucht der Atmosphäre führt eben nicht nur zu langen Dürreperioden, sondern auch dazu, dass sich eben die Luftmassen sehr sehr stark mit Wasser aufladen, und dann kann ich nur sagen – braucht man kein Physikstudium für – ja, Regen ist Wasser, das von oben nach unten fällt. Ja. Und dann kann man fragen, wie kommt Wasser da oben hin? Erstens – wir wissen alle, dass es durch Verdunstung da hinkommt, aber wann verdunstet mehr Wasser? 1. wenns wärmer wird, b) es wird kälter oder c) Sie möchten jemand anrufen? Ja? Gibt ja so … Sieht man ganz klar: es wird einfach wärmer, dadurch werden auch diese Starkregenereignisse dramatischer. Und son Ereignis wie in Simbach am Inn, [Info siehe hier], das kostet den Freistaat Bayern ne halbe Milliarde, um das wieder hinzukriegen, das sind also auch enorme volkswirtschaftliche Kosten, die da (ist aber immer ein Symptom, im Grunde…) ja, wir glauben ja nicht, dass es so ist, – jetzt muss ich mal so nach links kucken, ich muss nicht mal… ich könnte irgendwohin kucken, (aber SPD ist bei links noch richtiger) ich meine jetzt: in der Politik geht es ja um Interessen, und in den Wissenschaften geht’s um Inhalte. Wenn wir also Inhalte präsentieren, und die werden von den Interessenverbänden … und die werden von den Interessenverbänden, die im politischen Raum tätig werden, nicht akzeptiert, sondern man diskutiert noch darüber, dann kann ich nur sagen: das eine ist Meinung, und das andere ist Ahnung, ja? Ahnung im Sinne von Sachkompetenz. (10:02) (Beifall) Und was wir … wenn ich mich vor meine Studenten stelle und sage: Meine Generation hats total vermasselt, dann meine ich damit, dass wirs nicht geschafft haben, im politischen Raum so stark zu werden, mit dem ökologischen Knowhow, das wir haben, dass Politik sich in Deutschland an dem orientiert, was das Schicksal derjenigen ist, die noch gar nicht da sind. Nämlich ne Ethik, ne moralische Dimension in die Politik einzubauen, die darüber spricht: wie wollen wir, dass Deutschland in 10, 20 oder 30 Jahren aussieht? Was wird mit den Kindern, was wird mit unsern Enkeln, in welchen Lebensräumen sollen da eigentlich dastehen, wir reden über Quartalsberichte in Deutschland, also über Renditeerwartungen, wir reden darüber, dass z.B. Ministerpräsidenten in Deutschland sagen: „Kohle? Aus der Kohle kommen wir vor 2045 nicht raus!“ Dabei geht es um 20.000 Arbeitsplätze, in der Erneuerbaren arbeiten 380.000 Menschen. Das heißt: die Dimensionen, der Art und Weise, wie wir mit dem Klimawandel umgehen müssen, was die Energiewende z.B. betrifft, die haben wir politisch in keiner Weise wirklich verstanden. Es gibt zwar Parteien, die sich dem ökologischen Thema zugewandt haben, aber die großen Volksparteien haben, was das betrifft, meiner Ansicht nach total versagt (wenn sie …), sonst sähe die Bundesrepublik ganz anders aus. (Beifall)

LANZ Wenn Sie so sagen „Volksparteien“ (lacht mit Blick auf Lars Klingbeil), meinen Sie auch noch die SPD, nehme ich an…

LESCH: die Sozialdemokraten genau so wie die CDU und CSU, ja. Mir geht es ehrlich gesagt so etwas auf die Nerven: wir haben seit Ewigkeiten das Thema Klimawandel auf der Agenda (seit wann, Herr Lesch, ist es eigentlich von dem wir sagen, das müssten führende Politiker … und ich bin immer wieder überrascht, was Leute auch wie Sie auf dem Radar haben. Also Ihr wisst wirklich ne Menge, bis ins letzte Detail hinein, ab wann konnte man das eigentlich wissen, global betrachtet, dass da irgendwas in Bewegung geraten ist, 70er Jahre?)

LESCH Also es gibt eine interessante Geschichte: die Münchner Rückversicherung hat 1972 zum erstenmal in einem kleinen Zeitungsartikel auf die Risiken des Klimawandels hingewiesen. Und auch da kann ich nur immer wieder sagen: Wenn Sie uns Wissenschaftlern nicht glauben, – vielleicht glauben Sie den Unternehmen, die Geld verdienen damit, dass eben solche Risiken für die eine große Bedeutung haben, (1972 war das…) 1972, also kurz nach dem Club-of-Rome-Bericht (also; Grenzen des Wachstums, dieser berühmte Bericht) genau! und dann fing die Münchner Rück an und hat also ne Geo-Risikoabteilung gegründet, – wo also die Risiken abgeschätzt wurden… ist ja klar, ne Versicherungsgesellschaft hat n großes Interesse daran.[Info siehe hier] Risiko im Sinne einer Zukunft, die nicht stattfinden soll. Das ist eine Risiko, das ich vermeiden will. Das heißt, dann haben die angefangen, das eben zu sammeln, das ist eine der tollsten Datenbanken für Naturkatastrophen, unheimlich toll, und seitdem ist es alo immer und immer wieder in der Agenda, und man kann dann in der Historie der Klimaforschung kann man sehen: Am Anfang wurde noch gefordert, na so genau wisst ihr das ja noch gar nicht! Da warens nur 75 Prozent Wahrscheinlichkeit, dann warens 95, dann hieß es, ja das sind ja immer noch 5 Prozent, die Politik hat eigentlich, obwohl die Lücken immer kleiner und kleiner wurden, einfach nicht hinreichend schnell reagiert. Ich würde mal gern das Gedankenexperiment nur mal anreißen: was wäre eigentlich gewesen, wenn die Bundesrepublik Deutschland sich 1955 statt für die Kernkraft für die Windkraft entschieden hätte? Denn Wind, das ist keine wissenschaftliche Erkenntnis, gab es schon, bevor es die Windräder gab, ja? Das ist also schon sehr lange in der menschlichen Geschichte da, und man hätte sich sehr wohl überlegen könne, eine Technologie zu entwickeln, die mit dieser ganz einfachen Art und Weise Energie verteilt. Stattdessen haben wir uns bei der Kernkraft völlig verhoben, denn – das habe ich meinen Studenten übrigens auch gesagt – ihr werdet zweistellige und möglicherweise noch weit höhere Milliardenbeträge dareinsetzen, denn wir bieten euch kein Endlager an, wir haben noch keins, ihr werdet es mit der Asse möglicherweise mit einem Lager zu tun haben, da werdet ihr 15 Milliarden reinstecken müssen, um den ganzen Dreck wieder an die Oberfläche zu holen [Info siehe hier]. Das heißt: das ist ja auch ne Sackgassentechnologie gewesen, die von vornherein, nicht einen Moment mal wirklich drüber nachgedacht hat, wohin mit den strahlenden Abfällen! (Warum eigentlich nicht!?) Und das kann ich nicht verstehen!

 Harald Lesch s.a. Wikipedia hier

Tja, das fragen Sie mal die Herrschaften von damals… die sich ja offenbar ne große Sicherung des Energiebedarfs der Bundesrepublik versprochen haben durch die Kernkraftwerke, und die Volksparteien waren alle sehr beteiligt daran, die Kernkraft in Deutschland auszubauen, aber was das Endlager betrifft, da sind ja zum Teil haarsträubende Entscheidungen gefallen. (Bevor wir gleich über das Politische weitersprechen, rein zur physikalischen, – der Hobbyphysiker in mir stellt sich grad eine wahrscheinlich verwegene Frage: wenn wir Wind benutzen, um Energie herzustellen, gibt’s irgendwann den Punk, an dem Schluss ist?)

LESCH Die erneuerbaren Energien sind keine unerschöpflichen. Die erneuerbaren Energien sind ja alle Energien, die letztendlich damit zu tun haben, dass der Planet Erde sich unter der Sonne dreht, und da kann man sich natürlich die Frage stellen, wenn wir weiter 4 Prozent Steigerung habe, wann wäre denn der Zeitpunkt, wo wir den gesamten Planeten Erde mit Photovoltaik bekachelt hätten? Ja? Wie lange wird es dauern? 823 Jahre. Ja, dann wärs erledigt. Ja, wir sind … in wenigen Jahrhunderten hätten wir das Maximum der Erneuerbaren erreicht… (Und wie ist es mit Wind? Hört der irgendwann auf?) Na klar, wenn wir richtig viel Windpower, na da sind wir noch weit entfernt, wenn wir richtig viel Windpower da reinstecken, dann würden wir auch die atmosphärischen Strömungen verändern, und das ist ja im übrigen (und irgendwann kommt der Wind zum Stillstand) …kommt nicht zum Stillstand, aber nehmen dann soviel Energie raus, dass die Windströmung sich auf der Erde nennenswert verändern werden. (So, diese Windströmungen, über die wir grade sprechen, da gibt’s ja diese berühmten Jetstreams, das sich ja diese starken – atmosphärischen – Strömungen hoch oben in der Luft, die uns sozusagen helfen, sehr schnell von Amerika Richtung Europa zu fliegen, ) ja… (BILDER ?) diese Erwärmung über dem Äquator, d.h. die Ludtströmungen fließen nach Norden und Süden ab, und dann gibt es eben oben in der Arktis dieses große Windsystem, das sind die Jetstreams, und die werden, natürlich auch angetrieben durch den großen Temperaturunterschied zwischen der Arktis und der Umgebung und jde geringer dieser Temperaturunterschied ist, um so langsamer werden diese Windströme. Jeder der zu Hause im Garten, ,an kann das mit dem Gartenschlauch austesten: wenn der Wasserstrahl sehr schnell ist, dann ist der ziemlich schwierig in Schwingung zu setzen, wenn der aber langsam ist, dann braucht man den nur son bisschen zu bewegen, und genau das passiert bei den Jetstreams eben aktuell auch: Je wärmer die Arktis wird, um so geringer sind die Temperaturunterschiede zwischen Arktis und Nichtarktis, die Jetstreams werden langsamer, werden instabiler, das Resultat kann man sehen, sowohl an Starkregenereignissen als auch an solchen Perioden (die dann so lange dauern) die dann so lange dauern, die Strömungen werden nicht schnell genug weggeschoben sozusagen, und es bleibt so lange bei der Wetterlage, die dann so katastrophal endet, wie wir das in diesem Sommer hatten.

LANZ: Interessant. (16:43) Claudia Kade, warum tut sich Politik da so schwer? Das wäre doch eigentlich ne Riesenchance für die SPD etc.

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Meldung von HEUTE, 16.08.2018

Wie Deutschland sein Klimaziel noch erreichen kann

Die neue Fraunhofer-Studie HIER

Noch etwas zur Öko-Hoffnung: Vortrag von Dr. Michael Kopatz „Ökoroutine – Damit wir tun, was wir für richtig halten“,  gehalten am 09. Februar 2017 im Rahmen des Münchner Forum Nachhaltigkeit.

Wer lieber liest als hört, kann das zum gleichen Thema  hier tun (ZEIT online).

Und weiter in DIE ZEIT am 23. August 2018

 Über die Autorin Petra Pinzler hier.

Sehr lesenswert auch der andere (große) Artikel. Zitat:

Die Hoffnung auf die Politik hat Berthold inzwischen aufgegeben. „In der Landwirtschaft lässt sich das Rad nicht zurückdrehen. Die gesellschaftlichen Strukturen lassen das nicht zu“, glaubt er. „Ändern würde sich nur etwas durch eine Art Mais-Aids oder die Afrikanische Schweinepest oder eine Geflügelseuche oder am besten alles drei.“ Darauf wartet Peter Berthold. Auf den großen Knall.

Bis der kommt, engagiert er sich selbst.

Quelle DIE ZEIT 23. August 2018 Seite 6 POLITIK Tschüss, Lerche Heimatverlust: In Deutschland gibt es kaum noch Feldlerchen. Wer den Vogel retten will – und wie die Politik das verhindert / Von Merlind Theile /

Über Peter Berthold: Wikipedia hier.

(Fortsetzung folgt)