Kategorie-Archiv: Regietheater

Zurück aus Texel

Was liegt an?

 Nach Sonnenuntergang am Meer

 Ein neuer Tag „daheim“

Ich vergaß letztens, als ich in „Bos en Duin“ aufwachte und als erstes an Bachs Cello-Suiten dachte, – vielmehr: an den Anfang der Sätze, die ich am Abend vorher geübt hatte -, später an die Bedeutung von Assoziation und Koinzidenz, vergaß dabei jedoch, dass ich auch Kontinuität hätte nennen müssen. Ich glaube, dass jeder sie braucht, nämlich eine gewisse Verlässlichkeit wie Tag und Nacht, Wachzustand und Schlaf: die Wiederkehr von Themen und Personen; man knüpft dort an, wo man aufgehört hat. Jetzt bei der Rückkehr ist also auch die neue CD da, die ich brauchte:

Und das alte Buch ist eingetroffen, das mir als Neuerscheinung seinerzeit entgangen ist (es erschien 2005, da gab es ohnehin leichte Turbulenzen). Direkter Anlass war jetzt Martin Gecks Kolumne, die mich an die eindrucksvolle Figaro-Aufführung in Bonn erinnerte, an die Ideen zur Regie, die mir so eingeleuchtet haben: der Textheft-Beitrag ist dort am Ende des Artikels wiedergegeben. Und nun das Buch von Philippe Beaussant (auf das mich JMR aufmerksam machte):

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis:

Es mag kleinkariert erscheinen, aber da ich erst seit kurzem die Gesamtausgabe der Mozart-Briefe (Bärenreiter dtb 2005) besitze, wollte ich das letzte Zitat eruieren. Gar nicht so einfach, denn der Brief ist falsch datiert (was nichts am Sinn des Zitates ändert).

(Das Schimpfwort „Fex“ muss – wie der Kommentarband VI der Mozart-Briefe S.63 sagt –  als besonders schwere Beleidigung gegolten haben, wurden doch als „Fexen“ die im Bruderhaus in Salzburg untergebrachten Kretins und Geisteskranken bezeichnet.)

Als ich kürzlich nach alten „Sprechweisen“ suchte, genauer: nach Rezitationsstilen, die man im 19. Jahrhundert pflegte, etwa für Melodramen, und auf die merkwürdig befremdenden Aufnahmen von Kainz und Moissi stieß, tauchte der Name Brecht auf: Bertolt Brecht hat mit dieser Bühnensprache aufgeräumt, und so war sie nach dem Krieg weitgehend verschwunden. Und in dem Mittelpunkt des Buches „La malscène“ begegnet uns wiederum dieser Name, diesmal als Diabolus ex machina, nein, als Saint Brecht bouche d’or, Kapitel VI, eingeschlossen das deutsche Wort Verfremdungseffekt.

*   *   *

Wenn man sich ein wenig in Beaussant’s Gedankenwelt („Barock“) einhören will, kann man sich mit dem folgenden Gespräch beschäftigen. Keine Angst, seinem Französisch kann man leichter folgen als dem der Journalistin…

(Fortsetzung folgt)