Kategorie-Archiv: USA

Rap gegen Rassismus

Run the Jewels 

Das einzige Rap-Stück, für das ich mich begeistert habe, war in der Anfangszeit wohl eins von Bob Marley. Reggae der 70er Jahre? Ich musste es gar nicht genau verstehen und wünschte heute, ich fände es wieder, denn jetzt ist mir jedes Wort wichtig und meine spontanen likes oder dislikes völlig unwichtig. Es geht allein um die Sache. Um den Ernst der Sache. Und um den Sprachrhythmus. Daher habe ich ausgerechnet diese ttt-Sendung wiedergesucht, deren Repräsentanten ich sonst meide, weil der raue MM-Verkünderton mir nicht zusagt. Im Fall dieses Films war es anders, sowieso, durch den neuen Schock der Bilder, die ich schon aus den Nachrichten kannte. Zudem wollte ich noch die am unteren Rand des Filmes durchlaufenden Texte des Raps nachlesen.

DIE SCHLECHTEN NOTEN HABEN DIE ÄRMSTEN UND DIE, DIE SO AUSSEHEN WIE ICH. JEDEN ABEND IN DEN NACHRICHTEN FÜTTERN SIE EURE ANGST KOSTENLOS, UND ICH SEHE TEILNAHMSLOS ZU, WENN EIN POLIZIST EINEN MANN WIE MICH WÜRGT, BIS AUS MEINEM KREISCHEN EIN FLÜSTERN WIRD: „I CAN’T BREATHE“.

DIE KISSEN UND DECKEN BRENNEN, WO BLEIBT DER WÄRTER? FINDEN WIR IHN, ERMORDEN WIR IHN NICHT, WIR MACHEN WATERBOARDING. WIR TÖTEN SIE FÜR DIE FREIHEIT, DA SIE UNS AUS LANGEWEILE FOLTERTEN.

MEINE KÖNIGIN SAGT, DASS SIE EINEN KÖNIG BRAUCHT, KEINEN JUNKIE RAPPER-FREUND. FREUNDE SAGEN IHR, „ER KÖNNTE DER NÄCHSTE MALCOLM X SEIN“, „DER NÄCHSTE MARTIN LUTHER KING“, SIE SAGTE, ICH BRAUCHE EINEN EHEMANN MEHR ALS DIE WELT EINEN MÄRTYRER.

HIER ttt im TV DAS ERSTE Bericht: Ulrike Bremer / Abrufbar bis 21.06.2021

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 HIER (Video „Ooh LA LA“)

… we shot this video only a few weeks before the pandemic hit with no clue as to what the future held. the fact that we got the chance to do it is damn near miraculous in hindsight. in conceptualizing the video with our friends Brian and Vanessa Beletic we imagined the world on the day that the age old struggle of class was finally over. a day that humanity, empathy and community were victorious over the forces that would separate us based on arbitrary systems created by man. this video is a fantasy of waking up on a day that there is no monetary system, no dividing line, no false construct to tell our fellow man that they are less or more than anyone else. not that people are without but that the whole meaning of money has vanished. that we have somehow solved our self created caste system and can now start fresh with love, hope and celebration. its a dream of humanity’s V-DAY… and the party we know would pop off. love, RTJ

WITH LOVE, HOPE AND CELEBRATION

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Inzwischen habe ich einige alte Aktenordner meiner WDR-Arbeit durchwühlt (siehe auch HIER) und den ersten „Rap“ wiedergefunden, an den ich mich oben erinnerte. Er stammte gar nicht von Bob Marley, sondern von Linton Kwesi Johnson und hieß „Reality Poem„. Der Autor selbst hatte es – ein Glücksfall, das gehört zu haben! – unserem damaligen Mitarbeiter Christian Scholz auf Band rezitiert.  Und dieser hatte mir auch das Original vermittelt, das ich heute – Wunder der Technik nach 35 Jahren – binnen weniger Sekunden auf Youtube wiederfinden konnte:

Textwiedergabe nach anderer Quelle (hellbilly billy):

We are in the age of reality but some are still in mythology / We are in the age of science and technology but some are still in Antiquity / When we can’t face reality we let go of clarity / Some latch on to vanity others into insanity / Some get vision start to preach religion / But they can’t make decision when it comes to a fight / And can’t make decision when it comes to your rights mon! /

We are in the age of reality but some are still in mythology / We are in the age of science and technology but some are still in Antiquity / But when they have gone off line they’re not living for your time / Cause them say they get sign and now they’re blind in the eye to the light of the work and the search within and at the dark of the moon they’d rather shout about sin instead of fight to win mon! 

This is the age of decision so make we let go religion / This is the age of decision so make us let go division / This is the age of science and technology so make we let go Me-cology always relevant; a shining , clear-headed, beacon of rational humanity. ‚make me whole with clarity‘.  / Make we whole with clarity Make me whole with clarity.Reality Poem

Matinee 1988

Der Name der Konzertreihe Matinee der Liedersänger entstand in einer Zeit, als es noch notwendig war, sie von der Matinee der Liedermacher, die es schon früher gab, abzusetzen. Dr. Alfred Krings hat sie 1974 eingeführt, ebenso wie die „Nachtmusik im WDR“. Auf der Liste, die man hier (oben) anklicken kann, fehlt ein schöner Veranstaltungsort, der mit dem Kölner Funkhaus alternierte, nämlich das Museum Bochum am Stadtpark. (Erst bei dessen Renovierung wechselten wir zum Bahnhof Langendreer.) Und im lichten, freundlichen Museum fand am 2. Februar 1988 die Matinee mit Mimi Fariña statt, initiiert von unserem Mitarbeiter Michael Kleff, Gewährsmann für alles Amerikanische. Er war eng verbunden mit der Singer-Songwriter-Tradition.

Mimi Farina innen Bread & RosesMimi Farina Producer  . . . . . . . . . . . . .Mimi Farina Cover außen Mimi Fariña (1945-2001)

Mimi Farina Kleff Widmung Mimi Farina Kleff Guthrie

Auch schöne Erinnerungen für mich: die von Michael Kleff vermittelten Konzerte, die Moderationen, Radio-Sendungen und überhaupt die angenehme Zusammenarbeit.

Unvergessen das tolle Abschiedsgeschenk 2006, an dem seine Frau Nora nicht unbeteiligt war…

GUTHRIE vorn GUTHRIE rück