Kategorie-Archiv: Naturwissenschaft

Denken Tiere?

Was sie für uns bedeuten (und für sich selbst)

Noch nie habe ich einer Nachtigall so lange beim Singen zuschauen dürfen… Ich wüsste gern, was der Gesang für das Tier bedeutet und denke seltsamerweise einen Satz von Ludwig Wittgenstein: Wenn ein Löwe sprechen könnte, würden wir ihn nicht verstehen. Auch an Thomas Nagels Essay: „Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?“ Dann versuche ich, diesen Gesang zu lesen wie vor 66 Jahren in Bielefeld, als er aus dem weitläufigen Gebüsch oberhalb unseres Gartens nächtelang und oft sogar am Tage zu hören war. Auch Fledermäuse gab es da. Aber keinen Löwen, mit dem ich ein ernstes Wort hätte sprechen können.

1994 2005 / s.a. Perlentaucher hier Der Geist der Tiere: Inhalt

Aus der Einführung der Herausgeber Dominik Perler und Markus Wild:

Zu Julian Nida-Rümelin (in Aktion) hier

Zur Schimpansin Sarah und Spracherwerb bei Affen hier und hier

auch als BUCH hier

Wer ist Hans-Johann Glock? Siehe Wikipedia hier. Video bei 56:56 Wenn Sie ein Tier sein könnten, welches? Delphin!

CORONA verstehen

Ein neues Vorwort zur Warnung

Ich war hochgemut gestimmt, als ich diesen Artikel entwarf und sozusagen die Lektüre noch als Aufgabe für mich selbst betrachtete, ohne schon alles gelesen zu haben, was ich da empfahl. Inzwischen hat sich vieles verändert, ich bin zwischendurch völlig ausgestiegen, das Verlangen nach einer sorgfältigen Überarbeitung wurde immer stärker, der Eindruck, dass der Fachjargon doch wohl so nicht zumutbar sei. Ich müsste eine andere Reihenfolge der Themen versuchen, eine Umgestaltung, allerhand eigene Kommentare einfügen usw. – aber es ist klar, dass ich das nicht leisten kann. Ich will so bald wie möglich zur Musik oder anderen mir näherliegenden Themen zurückkehren und nicht zu einem Hobby-Epidemiologen mutieren. Meine Sorge um das Interesse der Gutwilligen gebot mir vorzuschlagen, nur das zu lesen, was mir am ehesten eingeleuchtet hat, es folgt auf die Überschrift:

PLURV-Prinzip

Alles lesenswert! (Aber auch schon bekannt.) Oder ich nehme folgenden Abschnitt (Linkeinfügung von mir):

Jetzt kommt also ein Virus, das trifft auf eine Population, wo es einen leichten Immun-escape bewerkstelligen kann. Jetzt denken wir uns mal: Da waren vorher 50 Prozent de facto immun, davon 30 Prozent richtig knallhart immun und 20 Prozent grenz-immun gegen das bis dato zirkulierende Virus. Grenzimmun heißt in meiner Vorstellung: Die können sich noch infizieren, aber die werden nicht mehr so schwer krank, weil das Virus schon ganz schön gebremst wird, sobald es eine Infektion setzt. Im Hals muss es schon wieder aufhören, weil die Antikörper das schon wieder abbremsen. Das ist also alles noch nicht T-Zell-Immunität. Jetzt kommt ein Virus, das zeigt einen leichten Escape. Und plötzlich sind diese 20 Prozent Grenzimmunen nicht mehr ausreichend immun. Die können sich wieder richtig infizieren. Außerdem noch die 50 Prozent in der Bevölkerung, die noch keinen Kontakt hatten. Und jetzt haben wir wieder offene Türen für eine rasende nächste, zweite Welle.

Und dann schimmert bereits ein Unbehagen an der volksnahen Ausdrucksweise durch:

So muss man sich das vielleicht grob und hemdsärmelig vorstellen, was in Manaus wahrscheinlich passiert ist, was man in Südafrika erlebt hat, jetzt über den späten Herbst und die Wintermonate mit der 1351-Mutante.

Zitat Drosten. Am Ende driftet das Gespräch für meine Begriffe sogar etwas ins unfreiwillig Komische ab, wenn Frau Schulmann sagt:

Über verschiedene Strategien im Umgang mit der Pandemie spricht auch die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim mit meinem NDR Kollegen Norbert Grundei, im Podcast „Die Idee“. Mai Thi ist YouTuberin und hat mehr als eine Million Abonnentinnen und Abonnenten auf ihrem Funk-Kanal maiLab. Ich habe gesehen, Herr Drosten, dass Sie ihr bei Twitter gratuliert hatten, als sie zur Journalistin des Jahres 2020 gekürt wurde. Kennen Sie sie auch persönlich?

usw.

(JR) Ich neige selbst zu größter Bewunderung einiger Wissenschaftsjournalist*innen, deren Artikel ich in den großen Zeitungen lese. Auch zur Bewunderung derer, die imstande sind, Kritiken solcher Artikel zu schreiben, aber ich habe keine Lust oder Begabung, diese kritischen Behandlungen selbst vorzunehmen. Ich würde sie im vorliegenden Fall, da ich die Kompetenz des Wissenschaftlers Christian Drosten keinen Moment bezweifle, auch nur auf die fachlich vorgeprägte Sprache und die  journalistische Darstellung insgesamt beziehen. Vielleicht ein andermal, – aber jetzt ist mir das Thema zu ernst, um mich weiter daran zu üben. Vielleicht füge ich an dieser Stelle hier ein, was mir in Zukunft noch Lesens- und Lernenswertes zur Pandemie begegnet. Ich werde auch die ganze NDR-Veröffentlichung noch gründlicher studieren. Aber im Moment verabschiede ich mich aus diesem Blog-Artikel. (Sonntag, 11.04.2021, 10 Uhr)

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Die Lage im April (begonnen am 9.4.2021, 10 Uhr JR)

Es ist keine Kleinigkeit, sondern ein Jahrhundertereignis, das ALLE und zugleich jeden persönlich angeht. Man verlangt also von sich selbst durchaus nicht zuviel, wenn man MEHR oder potentiell sogar ALLES Wesentliche darüber wissen will. Warum soll man die Corona-Situation nicht so ernst nehmen, dass man die Veränderungen der aktuellen Lage nicht nur fürchtet, sondern auch die Art der neuen Bedrohung ganz genau zu verstehen sucht? Mich hat der NMZ-Newsletter daran erinnert:

Wir hoffen sehr, dass wieder mal etwas für Sie dabei ist. Unsere Themen kreisen ja wie in einem Magazin kreuz und quer durch das Musikleben. Was Sie sicher hier nicht bekommen: Mathematische, epidemiologische, virologische und statistische Berechnungen in Sachen Bewältigung der Corona-Pandemie. Da werden Sie ganz sicher an anderer Stelle fündig. Aber gerade deswegen liegt es mir am Herzen, auf den letzten Podcast mit Christian Drosten im NDR hinzuweisen. Denn dort streifen Sie am Rande viele wichtigen Fragen zum Thema. Das machen die Moderatorin und der Experte in Folge 81 mit so viel Sachlichkeit und Fachkenntnis, die man sich in derlei Diskussionen sonstwo nur wünschen kann. Das ist kein Showlaufen. 

Dank also an die NMZ, die Neue musikzeitung www.nmz.de !

Die NDR-Wissenschaftsredakteurin Beke Schulmann spricht mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie an der Charité Berlin: unter anderem über den Umgang mit der dritten Welle, die laufenden Modellprojekte und die Frage, wie sich ein einfacher Schnupfen auf eine Infektion mit dem Coronavirus auswirken kann.

HIER

Das Interview mit Christian Drosten beginnt mit einer der vorangestellten Übersicht der behandelten Themen, in deren Behandlung man dann direkt per Klick springen kann.

Stattdessen findet man im folgenden auch den Fließtext als Ganzes:

Coronavirus-Update: Die Lage ist ernst

Hier

Nur ein kleiner Hinweis vorweg (JR) / wach bleiben! Ich bin gleich bei der zweiten Antwort des Virologen über einen Satz gestolpert, den ich kurz auflösen will:

Drosten: Wir wissen relativ gut, dass die aktuellen Impfstoffe eine Immunität hervorrufen gegen die die südafrikanische und die brasilianische Mutante einen Escape zeigen. Das heißt in Neutralisationstests im Labor, wo wir Antikörper mit Virus zusammenbringen und dann sehen, dass die Virusinfektion ein bisschen schlechter abläuft.

Es fehlt schlicht ein Komma vor gegen die die , und gleich danach weiß ich nicht unbedingt, was ein Escape ist. Ich ahne es nur:

Als Immunevasion (von lateinisch evadere „entkommen, entrinnen“, englisch immune evasion oder immune escape) bezeichnet man einen Vorgang, bei dem Pathogene mithilfe von Mutation oder spezifischen Mechanismen einer Erkennung oder Abwehr durch das Immunsystem entgehen.

Das Zitat stammt aus Wikipedia. Somit bedeutet das wohl, dass diese Virus-Mutanten ihrem Feind, dem Impfstoff, ausweichen können. Aber was heißt dann: dass die Virusinfektion ein bisschen schlechter abläuft (?). Sie gelingt trotz unserer Maßnahmen leichter. Das Wort „schlechter“ ist schlecht.

Wenn ich recht habe, bedeutet das erhöhte Wachsamkeit: es handelt sich um die Niederschrift eines gesprochenen Interviews – mit neuen Missverständnismöglichkeiten. Wenn mir noch mehr passiert, werde ich auch das notieren…

Es gibt aber auch Leute, die besser hörend als lesend verstehen. (Wie meine Tochter in frühen Jahren, die, wenn ich ihr einen Text zu lesen geben wollte, sagte: „lieber erßählen!“ Dabei las sie gut, aber besser Noten als Buchstaben).

Sie können leicht über den ersten, oben gegebenen Link in den Text kommen, jedoch darin auch zum Original-Interview vorstoßen, um es akustisch weiterverfolgen, sobald Sie dort die folgende Schaltfläche sehen:

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An dieser Stelle können Sie frühestens nach einer Stunde angelangt sein. Plus Pause.

Als Ergänzung habe ich dann die Ausführungen des Philosophen Nida-Rümelin nützlich gefunden, die ich vage in Erinnerung hatte: gehört bei Markus LANZ (https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-7-april-2021-100.html) und wiedergefunden:

HIER / Ab ca. 32:55 Julian Nida-Rümelin: aus der Pandemiekrise etwas lernen! Wenn man einmal den globalen Blick einnimmt, das fällt manchen schwer, und dann kommt immer das Kulturargument, ich verstehe das Argument gerade bei Ostasien überhaupt nicht. Was sind die Regionen auf der Welt, die am schlechtesten herausgekommen sind? Nicht Afrika, und auch nicht Ostasien. Nicht einmal Südasien. Sondern Europa und Südamerika. Das sind die beiden Regionen mit der höchsten Mortalität weltweit. Mit Abstand die höchste Mortalität! das heißt: da ist was schief gelaufen. Wenn das in Südamerika passiert, sagen manche, na ja, Schwellenländer, funktioniert nicht so richtig. Chile ist, was Impffortschritte angeht, weit weit weit vor Europa, Chile! Wir schaun mal auf die Daten. Was ist in Ostasien? Das sind Demokratien, da gibt es auch ne große Diktatur, China, mit Maßnahmen, die wir nie akzeptieren könnten. Aber liberale Demokratien wie Südkorea. Übrigens auch Australien, Neuseeland, nicht nur asiatische Länder, sondern Länder, die in dieser Region sind, haben es gut gemacht. Thailand! hat es gut gemacht, ne Diktatur, zugegebenermaßen. Singapur hat es sehr gut gemacht. Taiwan, Vietnam! Sie haben auch eine andere Logik von Anfang an gehabt. Ich habe immer gesagt: Leute, bei Exponentialfunktionen, bitte, schaut doch mal hin in eure Lehrbücher in der Schule, da hilft es nur am Anfang! Das hilft, und wenn man das verpasst am Anfang, dann geraten die Dinge außer Kontrolle. Ich hab überhaupt nicht verstehen können, wie die Ischgl-Rückkehrer in ihre Häuser zurückkehrten und ihre Wohnungen – ohne Quarantäne! 34:19

(Fortsetzung folgt)

Außerdem unbedingt lesen:

Philosoph Nida-Rümelin plädiert für Öffnung von Kultureinrichtungen Hier

Singdrossel (Notiz)

Foto: Jan Piecha

Heute, 25.02.21, auch bei uns im Areal ringsum, zum ersten Mal dieses Jahr.

Oder ist es keine? Eine sehr schöne Aufnahme von Lars Lachmann: HIER  https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/singdrossel/

„Unsere“ singt (schreit) einfacher. Ist es überhaupt eine? Bzw. ein Singdrosselmann? Ich warte ja auch auf die Wiederkehr des Gelbspötters, dessen ich mir auch nicht so sicher war, mit seinem undurchschaubaren, aufgeregten Haspel-Gesang.

Eine gute Sammlung von Singdrosseln in Bild und Ton findet man HIER

Bei Wikipedia gibt es eine lange (und „trockene“) Tonaufnahme, direkt: hier.

Oder zuerst eine bunte Folge verschiedener Singvögel zum Üben und Freuen? hier !

Hierher! Hier sollen sie leben!

 

Unfassbar hässlich

Aber: wie genial ist eigentlich ein Nacktmull?

Was lehrt er uns?

Screenshot eines Artikels, den Sie hier finden. Da gibt es nichts zu befürchten, im Gegenteil. (Bild: picture-alliance/Zentralbild/Wolfgang Thieme)

Mehr über das süße Tierchen bei Wikipedia: hier. Darin der interessante Satz:

Zur Verständigung untereinander benutzen die Tiere bis zu 18 verschiedene Laute, die teilweise an Vogelzwitschern erinnern.

Und auch dieser:

Aufgrund seiner von vielen Menschen subjektiv empfundenen Hässlichkeit hat der Nacktmull auch schon Eingang in die Populärkultur gefunden.

Ich gebe den Satz wieder – auch wegen des darin enthaltenen Links zum Begriff der Hässlichkeit, der mich schon mehrfach angezogen hat: etwa hier oder auch hier.

Und jetzt ist der rechte Augenblick gekommen zu verraten, wie ich überhaupt auf den Nacktmulch und seine besondere Begabung komme, es ist nicht die Suche nach dem Hässlichen schlechthin: schuld ist wieder mal ein schöner Artikel aus dem Ressort Naturwissenschaft der Süddeutschen Zeitung; die Sachen faszinieren mich oft mehr als die Musikthemen, was an den Autor*innen liegen mag. In diesem Fall wieder Tina Baier, und ihr aktueller Beitrag ist neben vielen anderen hier nachzulesen. Einige Sätze habe ich von dort kopiert und zitiert. (Aber die echte Zeitung aus Papier habe ich für bares Geld erworben, der Beweis folgt auf dem Fuße.)

ZITAT

Kleine Nacktmulle lernen den spezifischen Dialekt ihrer Kolonie wahrscheinlich, indem sie den erwachsenen Tieren zuhören und ihre Laute nachahmen. Das lässt unter anderem ein Experiment vermuten, bei dem die Wissenschaftler zwei Nacktmull-Zwillinge, deren Mutter gestorben war, aus ihrer ursprünglichen Kolonie entfernten und in jeweils eine andere setzten. Innerhalb weniger Monate hatten beide den Dialekt ihrer neuen Kolonie gelernt. Allerdings nicht ganz akzentfrei, was nach Ansicht der Wissenschaftler daran liegen könnte, dass sie zu Beginn ihres Lebens zunächst angefangen hatten, einen anderen Dialekt zu lernen.

Anders als bei den meisten anderen Säugetieren sind die Lautäußerungen von Nacktmullen also nicht genetisch festgelegt, sondern hoch variabel. Diese Erkenntnis stützt die Theorie, wonach es einen Zusammenhang zwischen einem Leben in einer komplexen Gemeinschaft und der Entstehung einer ausgeklügelten Sprache gibt. Das gilt nicht nur für Nacktmulle, sondern wäre auch eine Erklärung für die Entstehung der komplexen Sprache des Menschen.

Quelle Süddeutsche Zeitung 1. Februar 2021 Seite 13

Liebe Leserinnen und Leser, wenn ich eins im Leben gelernt habe, dann dies: dass man mit Ambivalenzen leben lernen muss. Fanden Sie den kleinen Nacktmull tatsächlich süß oder haben Sie mir die Wortwahl übel genommen? Bitte bleiben Sie nicht bei diesem Eindruck stehen, ich verdiene jede Aufmerksamkeit. Und für mich selbst war es erfreulich, unter dem Link zum Wort „Hässlichkeit“ einer alten Bekannten wiederzubegegnen. Ich erinnerte mich an die schöne Zeit, als ich mich in Südtirol mit der einschlägigen Kunstgeschichte befasste (siehe hier http://s128739886.online.de/st-katharina) und den Namen Maultasch, der mir dort schon öfter vorgekommen war, sinnreich ikonographisch hergeleitet sah, so dass ich mir eine naseweise schriftliche Bemerkung nicht verkneifen konnte. Auch der bekannte Name „Kusstatscher“ kam mir in den Sinn. Alles im Bereich der Normalität. „Aber, Herrschaften, es kommt immer auf den Zusammenhang an,“ sagte einst mein Deutschlehrer, „man nennt das Kontextualität.“ Er ahnte nicht, dass im Kontext „hässlich“ ein Nacktmull abgebildet sein könnte. Dies ist die Wahrheit einer seriösen Kunstgeschichte:

Quelle Walter Pippke, Ida Leinberger: Südtirol / Landschaft und Kunst einer Gebirgsregion unter dem Einfluss nord- und südeuropäischer Traditionen  / DUMONT KUNST Reiseführer / Ostfildern 3., aktualisierte Auflage 2006

Handelt es sich denn wirklich um ein Portrait und nicht um eine Satire? Darf man sich über solche armen Menschen lustig machen? Dürfen verdiente Politiker*innen karikiert werden? Natürlich, natürlich, sagt jeder, die Satire darf alles. Aber wie kann man die Wahrheit der Darstellung oder die Bosheit der Satire nachprüfen, wenn Jahrhunderte vergangen sind?

Bei Wikipedia lese ich die folgende Bildlegende:

Die hässliche Herzogin (Gemälde von Massys 1525) Quentin Massys National Gallery, London Es wurde wahrscheinlich gedacht, um alte Frauen zu persiflieren, die fälschlicherweise versuchen ihre Jugend wieder zu beleben, und nicht als Porträt einer bestimmten Person. Gegenstück zu Portrait of an old man, by Quinten Matsys

Es gibt auch die Möglichkeit, das Paradox der Hässlichkeit zu verinnerlichen, siehe hier.

Daher beende ich diesen Blogbeitrag, der an sich ein naturwissenschaftliches Phänomen zum Aspekt „Lautäußerungen“ betraf, mit einer speziellen Ausformung der Menschengestalt. Auch Leonardo hat sich mit solchen Prägungen befasst, für meinen Geschmack ist selbst seine „Mona Lisa“ kein Muster der Schönheit. Und lächelt sie nicht ein bisschen süffisant? Da sieht man doch die aufrechte Fürstin Maultasch mit anderen Augen.

Zwei drei Fragen der Zeit

Beethovens Metronom und das Tempo der Pandemie

Vorweg sei gesagt: es hat wirklich nichts miteinander zu tun. Ähnlichkeit besteht nur in der Logik der Alternativen. Zunächst die Frage: Irrte sich Beethoven oder ging sein Metronom zu schnell?

Apollinische Prüfung

In der neuen ZEIT berichtet Christine Lemke-Matwey über die unerwartete Auflösung des Problems: Beethoven hat falsch abgelesen, als er die Metronomzahlen seiner Werke nachträglich in die Noten schrieb. Er nahm die Zahl an der oberen Kante des auf- oder abwärts verschiebbaren Pendelgewichts, auf meinem Foto wäre es M.M. 60, aus Beethovens Sicht aber wäre korrekt die Zahl an der unteren Kante gewesen: M.M. 88 … nein, umgekehrt, denn dies ist ja die schnellere Variante. Oder? Man beklagt sich ja gern über die allzu hohen Zahlen der Beethovenschen Tempoangaben. Aber jetzt weiß ich selber nicht mehr, wie ich ablesen soll. Was schreibt denn Christine Lemke-Matwey?

Eine junge spanische Mathematikerin und ihr Kollege (beide ausübende Musiker) wollen das Rätsel nun gelöst haben. Beethoven, so das Ergebnis ihrer streng wissenschaftlichen Studie, habe das Metronom falsch herum abgelesen. Nämlich nicht, wie es sich gehört, oberhalb des kleinen verschiebbaren dreieckigen Gewichts am Pendel und seiner Zahlenleiste, sondern unterhalb des Gewichts; nicht am Schenkel des Dreieckchens, sondern an dessen Spitze.

Ja, gewiss, aber wie gehört es sich? Beim Apoll, ich sehe da oben kein Dreieck, sondern ein gleichschenkliges Trapez, das man allerdings nach unten hin (gedanklich) leicht zu einem Dreieck ergänzen könnte. Und wenn ich es lieber dort ablese, wo zwar keine Spitze ist, jedoch der schmalere Schenkel, wäre ich immerhin Beethoven etwas ähnlicher als manch einer vermutet hätte.  Andererseits: es könnte ja auch umgekehrt hängen, zum Beispiel wie beim folgenden Metronom:

Wikipedia

Immerhin: die Differenz zwischen oben oder unten abgelesen entspricht in etwa der Differenz zwischen den in der Praxis als „normal“ empfundenen Tempi und den strikt an den Beethovenschen Metronomzahlen orientierten. Abgesehen vom Satzbau: so einfach kann das Leben sein ! Ich kann mir gut vorstellen, dass Beethoven hier die längere waagerechte Kante für die maßgebliche gehalten hat, unter der man also ablesen sollte. Aber wie ist es nun wirklich??? Bei uns zuhaus, – welche Kante gilt? Wir sollten M.M. 60 einstellen (oben oder unten) und mit dem Sekundenzeiger unserer Uhr vergleichen. Wo oder bei welcher Einstellung stimmt die Frequenz überein? Dann wissen wir auch, welche Kante die richtige ist. Und müssen uns wegen wahnwitziger Metronomzahlen nicht die Kante geben.

Quelle DIE ZEIT 28. Januar 2021 Seite 43 Beethoven wollte gar nicht so schnell Ein großes Rätsel der Musikgeschichte ist gelöst. Von Christine Lemke-Matwey s.a. hier

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Zu anderen Beethoven-Rätseln, z.B. seinen Krankheiten, gibt es dies neue Buch, das mir physisch vorliegt; dessen hätte es gar nicht bedurft, denn man kann es vollständig digital abrufen. Es beruht auf einem Beethoven-Symposion, das unter folgendem Link dokumentiert wurde:  Hier

Darin der ebenso fesselnde wie abstoßende Forschungsbericht von Christian P. Strassburg: Kapitel 5 (ab Seite 80) über „Beethoven: die Auswirkungen der internistischen Erkrankungen auf seine Kompositionen“. Zu dieser möglichen Wechselwirkung zwischen Krankheit und Werk insbesondere ab Seite 89 ff.

Ausgiebige Seitenblicke auf Schubert und Smetana, man erinnert sich unwillkürlich an die oft genug peinliche Behandlung des Spätwerks Schumanns, wo plötzlich alles unter Verdacht steht. Und man wird gewahr, auf wie tönernen Füßen die eigene Ästhetik steht. Es wirkt wie eine Flucht nach vorne, dass man im gleichen Zug die Kunst der Geisteskranken nobilitiert hat (vgl. hier) .

ZITAT

Beethoven selber beschreibt, dass er von dem Ertrage seiner geistigen Leistung abhängig sei. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die chronische Lebererkrankung mit den oben geschilderten Konsequenzen auch einen Einfluss auf die kompositorische  Schaffenskraft, aber auch die Art der Komposition gehabt hat. Die Musik Ludwig van Beethovens ist gekennzeichnet durch oft jähe Kontraste der Lautstärke, durch Ausbrüche, Perseverationen (…) und abrupte Wechsel der melodischen Linien oder des Metrums. All dieses kann schlicht der Einsatz von kompositorischen Mitteln eines genialen Geistes sein, es besteht aber die Möglichkeit, dass diese Genialität durch die hepatische Enzephalopathie beeinflusst worden ist. Anhand von Schriftproben und Verhaltensbeschreibungen von Ludwig van Beethoven erscheinen jedenfalls diese Diagnose und ein Einfluss auf die späten Kompositionen des Meisters sehr wahrscheinlich.

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Zur Logik der Pandemie Von Herfried Münkler

Was unterscheidet Covid-19 von den Epidemien der zurückliegenden Jahre, bei denen man durch Verhaltensänderungen die Infektion zuverlässig vermeiden konnte?

Das ist bei Corona nur sehr eingeschränkt der Fall. Der virale Angriff ist nicht auf die Leichtsinnigen und Rücksichtslosen beschränkt, sondern nutzt diese, um auf die vielen anderen überzuspringen. Die Egalität des Angriffs macht eine Egalität des Abwehrverhaltens erforderlich. Also müssen alle mitmachen. Falls nicht, scheitert die liberale Ordnung mit ihren starken Einschränkungen staatlicher Handlungsmacht an der Unvernunft einer Minderheit – auch darum, weil dann die vielen Vorsichtigen und Rüclsichtsvollen für einen Staat optieren, der alle, die dem entgegenhandeln, unter seine Kontrolle bringt. Sie setzen dann auf die „chinesische Lösung“.

Quelle DIE ZEIT 28. Januar 2021 Seite 8 Abschied von der Arroganz  China steht beim Kampf gegen das Virus besser da als der Westen. Was wir tun können, um trotzdem im Systemvergleich zu bestehen. Von Herfried Münkler

Vorher im Text der Systemvergleich, ausgehend von dem interessanten Politikparadox, »was … wesentlich ein Paradox der Politik in Demokratien ist«:

Wenn die gegen eine Gefahr eingeleiteten Maßnahmen sich als wirksam erwiesen haben, breitet sich anschließend die Vorstellung aus, die Darstellung der Gefahr sei übertrieben und die getroffenen Gegenmaßnahmen seien unnötig gewesen. Die dafür verantwortlichen Politiker stehen dann als sie Dummen da. Da sie dieses Image scheuen, reagieren sie, wenn schnelles präventives Handeln angezeigt wäre, notorisch zögerlich. Es gilt das Motto: Wer zu früh handelt, den bestraft der Wähler.

Es kam hinzu, dass in Regionen, in denen die Infektionszahlen während der ersten Welle niedrig waren, sich Immunitätsvorstellungen ausbreiteten, die zu Nachlässigkeit führten – dementsprechend schossen in Sachsen und Thüringen die Infektionszahlen in der zweiten Welle prompt nach oben. Das war keine ostdeutsche Spezialität, sondern betraf ganz Mitteleuropa, das von der ersten Welle weniger betroffen war als Süd- und Westeuropa. Es war auch kein mitteleuropäischer Sonderfall, wie jetzt das Beispiel Irland zeigt. Es handelt sich um ein Lernen in die falsche Richtung, bei dem selbstzufriedene Überzeugtheit von der eigenen Sonderstellung unmittelbar ins Verhängnis führte.

Bauernhof und Realismus

Eindrucksvolle Jahreszeiten-Serie auf ARTE !

Zum Nacherleben bis 12. März 2021. Man müsste Landwirte fragen, inwiefern diese Filme romantisiert sind? (Und ihnen auch wieder nicht alles glauben… Irgendwo wird erwähnt, dass es sich hier um einen Bio-Hof handelt). Wie hoch ist der Wahrheitsgehalt? Oder: etwa so wie bei Förster Wohlleben? In meiner Kindheit habe ich Hans-Hass-Filme gesehen und war sehr enttäuscht, als ich erfuhr, dass seine Abenteuer im Meer „frisiert“ waren. Das wirkte nach. Aber das war eine andere Zeit, die Fotografie heute ist so leistungsfähig, dass das bloße SEHEN zum Ereignis wird. Zumal das, was mich in diesen Filmen so anspricht, nicht gestellt sein kann, auch nicht hineingedeutet oder trickreich kompiliert. Beispiel: Wie Hühner einander beobachten. In einem Schweizer Radio-Essay (DRS) habe ich einmal einen Beitrag über die akustische Kommunikation der Hühner gehört und sie zugleich vorm Fenster gehört (in Ftan/Unterengadin). Sie sind klüger als man denkt. Einmalig: der Doppel-Balzflug der Milane. Nachzuprüfen wäre, ob die Kühe im Stall tatsächlich interessiert auf Musik reagieren (Zauberflöte), so dass mit Fug auf ihr Hörvermögen verwiesen werden kann. Weil diese neudierigen Tiere sich im Stall langweilen. Wie sie „begeistert“ mit Strohballen spielen. Die Filme werden zwar im Märchenton kommentiert (fürs Betrachten mit Kindern geeignet!), in der Wortwahl zuweilen anglisierend „angepasst“, andererseits wunderbar ruhig, am Detail interessiert, verweilend, die Fäden werden geknüpft und weiterverfolgt. Das olfaktorische Interesse der Schweine an den Stiefeln des Bauern. Der Bauer selbst (oder auch die Menschen) ganz selten im Bild, uneitel, man sieht alles aus dem Blickwinkel der Tiere. Selbst die Musik möchte ich loben, weil sie nicht nach Computer klingt und mit großer Sorgfalt motivisch und akustisch angepasst ist. Keine Karl-May-Effekte. Nicht so wie die schlimmen „Deutschland von oben“-Präsentationen.

Ich werde noch alle Verantwortlichen aus dem Nachspann notieren. Über den Regisseur Mike Nicholls (mit 2 L!) habe ich noch nichts Triftiges gefunden. Welche Naturwissenschaftler sind beteiligt?

HIER Das verborgene Leben der Bauernhoftiere Frühling – Erste Gehversuche

Pressetext:

Mit dem Frühling kehrt das Leben zurück auf den Bauernhof: Schneeglöckchen, zartgrüne Eichenknospen und Kirschblüten künden vom Neubeginn der Natur. Und sowohl die Tiere auf dem Hof als auch die Wildtiere in der Umgebung spüren den nahenden Frühling. Nach dem Winter ist es Zeit sowohl für die Nahrungssuche als auch für die Wahl des Partners.
Mit dem Frühling kehrt das Leben zurück auf den Bauernhof: Schneeglöckchen, zartgrüne Eichenknospen und Kirschblüten künden vom Neubeginn der Natur. Das Schaf Patch hat die Lämmer Larry und Flora zur Welt gebracht, die bereits über die grünen Felder tollen. Die Muttersau Grace sieht zu, wie ein neuer Freier namens Handsome Hugo auf den Hof kommt. Doch der Eber hat nur Augen für eine ihrer Nachbarinnen. Dem Hereford-Kalb Molly fällt es schwer, eine Adoptivmutter zu finden. Wenn das Jungtier, das noch mit der Flasche gefüttert wird, einen Platz in der Herde finden will, muss es von den anderen Tieren akzeptiert werden. In einem Brutstall hat sich Leithenne Sally ein gemütliches Nest gebaut. Allerdings schlüpft nur ein Küken, Little Frankie. Während die Dachse nach dem Einbruch der Nacht unweit des Hofs nach Regenwürmern suchen, veranstalten die Hasen auf den Feldern wahre Boxkämpfe: Weibchen treten gegen Männchen an, um deren Kraft zu beurteilen und so den besten Partner für die Paarungszeit zu finden. Auch am Flussufer ist der Frühling zu spüren: Eine Singdrossel füttert ihre Jungen, und zwischen den Brennnesseln entbrennt ein Streit zwischen männlichen Fasanen. Lola, das British-White-Kalb ist mit ihrer guten Laune für jeden Spaß zu haben. Im Bienenstock erwachen die Bienen aus dem Winterschlaf, um die ersten Blumen anzufliegen. Auf den Feldern wird neue Saat ausgebracht, was den Rotmilan anlockt. Mit den wärmeren Temperaturen erblühen Hunderte Englische Hasenglöckchen auf dem Hof und bedecken das Unterholz mit einem blauen Teppich.

Verfügbar vom 04/01/2021 bis 11/03/2021

HIER Das verborgene Leben der Bauernhoftiere Sommer – Sturm und Drang

HIER Das verborgene Leben der Bauernhoftiere Herbst – Der Wind dreht sich

HIER Das verborgene Leben der Bauernhoftiere Winter – Im Schutz des Stalls

Pressetext:

Ein eiskalter Wind fegt über den Bauernhof. Eine neue Apparatur versüßt den Kühen den Rückzug in den Stall: Eine rotierende Viehbürste massiert die Tiere. Als der erste Schnee fällt, wird ihnen Mozarts „Zauberflöte“ vorgespielt. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge hat klassische Musik einen beruhigenden Effekt auf Kühe.
Während sich die Tiere auf den Winter vorbereiten, fegt ein eiskalter Wind über den Bauernhof. Die Tiere der Wildnis zehren von den letzten Ressourcen des Herbstes, bevor die kältesten und unfruchtbarsten Monate des Jahres hereinbrechen. In der Scheune weckt eine Apparatur die Neugier der Kühe: eine rotierende Viehbürste. Dank ihrer genetisch veranlagten Neugierde lernen die Kühe schnell, das Gerät für eine wohlverdiente Massage zu nutzen. Als der erste Schnee fällt, wird den Stalltieren Mozarts „Zauberflöte“ vorgespielt. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge hat klassische Musik einen beruhigenden Effekt auf Kühe. Als das Thermometer fällt, verwandelt ein Schneesturm den Bauernhof in einen Eispalast, und jedes Tier hat seine eigene Methode, um in der Kälte zu überleben. In der Wärme des Stalls wachsen die neun Milchferkel schnell heran und erkunden ihre Umgebung. Bei den Schafen naht die Paarungszeit. Der Bock Roger kann sich zwar in Auseinandersetzungen gut behaupten, ist aber gegenüber weiblichen Tieren weniger selbstsicher. Als seltene Futterquelle in dieser Jahreszeit sind die beackerten Felder ein Glücksfall für die Wildvögel, besonders für jene, die Tausende von Kilometern gezogen sind, um der Kälte zu entfliehen. Im Hühnerstall erklimmt Little Frankie die Stufen der Hackordnung. Bei den Schafen bekommt Patch eine Ultraschalluntersuchung, die ihr Leben verändern wird. Während der Winter zu Ende geht und der Schnee schmilzt, werden immer mehr Anzeichen für einen Neubeginn sichtbar: Die Paarungszeit der Rotmilane und Amphibien kündet vom bevorstehenden Frühling.

Verfügbar vom 05/01/2021 bis 12/03/2021

Regie: Mike Nicholls / Land: Großbritannien / Jahr: 2020
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Evolution und Assoziation

Was mir heute Morgen begegnete

Nicht zu vergessen: der Homo-Sapiens-Band steht immer noch im Wege oder liegt auf dem Tisch. Siehe hier. Aber donnerstags hat die neue ZEIT Vorrang. Vor allem, wenn es etwa so beginnt:

Einem Virus begegnet man genau ein Mal. Es dockt an eine Zelle an und dringt in sie ein. Dort zerlegt sich das Viruspartikel, setzt sein Erbgut frei und erlischt. Aber mit der Infrastruktur und den Ressourcen der Wirtszelle entstehen aus dem Bauplan des Virus Tausende neue Viren.

Schon vor vier Millionen Jahren haben frühe Formen von Viren das beginnende Leben parasitiert. Bis heute sind sie mit Abstand die erfolgreichste Existenzform auf diesem Planeten. Und das, obwohl sie ständig Fehler machen. Keine Kopie eines Virus ist wirklich exakt. Beim Abschreiben der Blaupause passieren Schnitzer. Varianten entstehen. Die meisten sind existenzbedrohend – die Kopiermaschine zerstört sich selbst, indem sie fahrlässig den eigenen Bauplan verstümmelt. Andere Fehler sind unerheblich, weil kleine Veränderungen in der Bauanleitung deren Sinn nicht entstellen. Sehr, sehr wenige Fehler sind nützlich, gehen aber unter, etwa, weil das Virus keinen neuen Wirt findet. Einige Fehler verbreiten sich – und fallen auf.

 Quelle DIE ZEIT Nr. 4/2021, 21. Januar 2021 Seite 39 Nach den Regeln der Natur Viren verändern sich unablässig. Sie können gar nicht anders. Die Mutationen von Sars-CoV-2 treiben Politik und Wissenschaft vor sich her. Von Ulrich Bahnsen und Andreas Sentker

Ich muss erwähnen, welche Musik ich höre: Murray Perahia mit der Bach-Partita in a-moll BWV 827 Sarabande. Immer noch dieselbe CD hier).

Hören!

Wer erzählt uns, wer wir sind und woher wir kommen: der Fisch. Denn die Geschichte unseres Körpers ist jahrmilliardenalt. Um sein Werden zu ergründen, müssen wir in der Evolutionsgeschichte weit zurückgehen. In seinem Buch Der Fisch in uns beschrieb der US-Paläontologe Neil Shubin 2008 auch, wo wir »die Landkarten für die Wege zum menschlichen Körper« finden: in anderen Tieren. Wie die Nerven im Kopf verlaufen, zeige uns der Hai von heute. Zeitgenössische Reptilien würden helfen, das Gehirn zu verstehen. Und der Weg zu den Gliedmaßen führe über die Fische.

In dieser Woche zeigen deutsche Evolutionsbiologen im Magazin Nature, wie recht Slobin hatte. In mühevoller Kleinarbeit haben sie das Genom der Australischen Lungefischs entziffert. Es handelt sich dabei nicht nur um das bislang umfangreichste vollständig sequenzierte Erbgut der Tierwelt – mit 43 Milliarden DNA-Bausteinen ist es 14-mal so groß wie das des Menschen -, sondern auch um das vielleicht spannendste. Denn es erzählt davon, wie die ersten Wirbeltiere dem Wasser entstiegen und das Land eroberten.

Ausgerechnet der Lungenfisch!  (…)

Die Lunge des Menschen, so zeigt das Erbgut, ist entwicklungsgeschichtlich auf dieselbe Herkunft zurückzuführen wie das Organ, das den Lungenfisch zum Luftholen befähigte. Während der Entwicklung als Embryo sind es die gleichen Gene, die die Entwicklung steuern. Dasselbe gilt für die Entwicklung des Geruchssinns. Das Genom des Australischen Lungenfischs lässt das Forscherteam nachvollziehen, dass schon damals jene Genfamilien stark wuchsen, die das Riechen der Luft ermöglichten, sodass die Tiere nach und nach Gefahren witterten, Futter finden und Territorien markieren konnten. Die Forscher identifizierten auch die genetische Anlage für das vomeronasale Organ. Damit können die meisten Tetrapoden Pheromene wahrnehmen, was etwa bei der Suche nach Sexualpartnern wichtig ist.

Er lehrte uns atmen Vor 420 Millionen Jahren eroberten unsere Vorfahren das Land. Da hatten sie noch Flossen. Einem Forschungsteam ist es gelungen, die Geschichte dieses epochalen Schritts nachzuzeichnen – an einem Lungenfisch. Von Urs Willmann

Was mir beim Hören passiert, scheint mir ähnlich zu verlaufen, ich folge den Motivspuren, wohin auch immer sie mich führen, im Netzwerk des Werkes. Oder in ein anderes Werk…

Und die Gedankensequenzen wandern hin und her, wie Motivketten…

Ich höre die Triolenketten und erinnere mich an ich weiß nicht was. Matthäus-Passion? Zunächst mal die g-moll-Arie anschauen. Aber das kann es nicht sein… („blutgefärbter Rücken“?) (Joh.passion! stimmt auch gar nicht…)

(Fortsetzung folgt nach Bedarf)

Schluderei in derselben ZEIT (auf der Seite 76 in Z „Entdecken“)

Zwischen diesen beiden Bildern sollen 5 Minuten liegen? Und die „Amsel“ soll sich nicht gerührt haben? Es ist keine Amsel, sondern allenfalls ein Hahn, und zwar als Skulptur. Sollte es im Schnee noch andere als menschliche Spuren geben: man erkennt sie nicht in den Grautönen des Fotos. Unzumutbar. Ein Rüffel von den Wissenschaftskollegen wäre fällig.

Schwein und Symbol

Vor 45.500 Jahren

Warum mich das Schwein bewegt? Dank der Süddeutschen und ihrer naturwissenschaftlichen Redaktion (Autor: Christian Weber). Vielleicht ist es zunächst die etwas flapsig wirkende Überschrift, dann aber vor allem das im Artikel auftauchende Stichwort vom „ältesten Ausdruck symbolischen Denkens“ rührt vieles an.

SZ 15. Januar 2021 Seite 13

Schauen Sie nur in den Blogartikel hier, und schon verstehen Sie mich: Symbolische Formen!!! Die Grundlage unseres Weltverhältnisses und die Voraussetzung der menschlichen Kunst. (Die Musik, Bach, Raga, Gamelan etc.)

Die Nachricht trifft auf gute Gesellschaft, man muss sich nur immer wieder die Mühe machen, die Bücher zu bewegen und zueinander in Beziehung zu setzen. Zu den neuesten gehört HOMO SAPIENS, der Große ATLAS der Menschheit, die Jahresgabe der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft 2019, am letztmöglichen Bestelltag eingehandelt. Ich will daraus zitieren, um Gewicht und Größe zu dokumentieren.

Bitte anklicken und vergrößern!

Doch zunächst frage ich mich: wie fing das eigentlich alles an? (Private Evolution gewissermaßen.) Diese damals ganz neuen Fischer-Bücher, überhaupt die leichter erschwinglichenTaschenbücher, bedeuteten mir viel: auch „Einstein und das neue Universum“ oder LAOTSE herausgegeben von Lin Yutang.

Was für eine historische Strecke zwischen diesem Taschenbuch und dem Großen Atlas der Menschheit, der jetzt vor mir liegt, und dessen Rückseite mir schon Stoff genug gibt, um 1 Stunde lang den Namen und Völkern nachzugehen, die dort aufgelistet sind und miteinander in Beziehung gesetzt werden!

Klicken Sie nur drauf, nehmen Sie den Zoom in Anspruch, um den Stammbaum der Menschheit zu betrachten: unter den grün eingefärbten Namen finden Sie Russen, Italiener und Franzosen (nur damit Sie in etwa wissen, wo wir uns befänden), oben im gelben Bereich (na, wen wohl?), ja genau! Und nun gehen sie ganz herunter und etwas links: der Punkt bzw. das Sternchen dort: das ist der gemeinsame Vorfahr aller Menschen, also der Gattung HOMO SAPIENS. Und das Coverbild des massiven Werkes lässt ahnen, dass auch die Wanderwege des Menschen um den Globus sorgfältig dargestellt werden.

Und hier sehen Sie auf meinem kleinen Scan, einem Ausschnitt aus einer Weltkarte, wie und wann die Menschen zum Beispiel über Indonesien nach Australien gekommen sind. Auf der Karte finden Sie in orange eingezeichnet die Zahlen 14, 15 und 19, denen in der Liste darunter folgende Kennzeichnungen (nebst Jahreszahlen!) entsprechen:14 Vulkanausbruch des Toba, 15 Saravak (Niah-Höhlen) und 19 Bobongara (Bobongara Point). Wenn Sie den hier gegebenen Links nachgehen, finden Sie bereits nähere Informationen zur Menschheitsgeschichte.

Und wo liegt Sulawesi (s.o. im SZ-Artikel), die Insel mit dem Fundort des in Fels gezeichneten Schweins?

Ausschnitt aus Weltkarte S. 160/161

Zur weiteren Identifizierung nehme ich vorlieb mit einem Schulatlas aus dem Jahr 1960: da hieß Chennai (Südindien) – ganz links im Bild – noch Madras, weiter rechts unten sieht man den langgestreckten Bogen der indonesischen Inseln, darüber den Block Borneo, ganz rechts in der unteren Ecke die Küste Australiens, und dazwischen, wie ein seltsam gewundener Drachen „Celebes“, später umgetauft in Sulawesi.

Legende zur Doppelseite 160/161 „Menschen auf der ganzen Welt“

Die Besiedlung der Erde durch den anatomisch modernen Menschen lässt sich, nach den derzeit verfügbaren genetischen und archäologischen Daten, den hier dargestellten Verläufen entsprechend kartieren. Erstmals kann uns die Wissenschaft Auskunft über unsere geografische Verbreitung nach den Auswanderungen aus Afrika und die anfänglichen Wege zur menschlichen Vielfalt geben. Die alten Küstenlinien werden hier anhand hydrografischer Aufzeichnungen rekonstruiert. Die Daten verschaffen einen Überblick. Die Pfeilfarben entsprechen vier Stufen der menschlichen Besiedlung der Erde. [braun, blau, grau, orange]

HIER der Zugang zur Quelle (ich mache keine Reklame, ich bin nur dankbar dafür, dass ich das Buch bereits besitze). Man beachte aber auch die dort wiedergegebenen Kritikpunkte, z.B.:

Die französische Erstauflage datiert in das Jahr 2012, es folgten bis 2019 4 weitere Auflagen, ersichtlich und bedauerlich ohne Aktualisierung des Forschungsstandes. 2020 nun die ebenfalls nicht überarbeitet deutsche Ausgabe. Letzteres ist bedauerlich, denn auch wenn 8 Jahre wenig erscheinen, ist doch manches, vor allem wichtiges hinzugekommen, wodurch einiges im Buch bereits überholt ist. Insbesondere die frühesten, wissenschaftlich abgesicherten Nachweise des Homo sapiens, die 300 000 Jahre alten, überragenden Funde vom Jebel Irhoud in Marokko finden keine Erwähnung (Immerhin wird auf diese in einer winzigen Anmerkung „Hinweis für die Leser“ eingegangen. Ob diese über dem Impressum versteckte Notiz wohl von vielen Lesern entdeckt wird?). Diese und weiter hier einzureihende Neufunde stellen das im Atlas geradezu starrköpfig vertretene Dogma einer Herkunft aus Ostafrika mehr als in Frage. Überhaupt ergeben sich daraus gewichtige Argumente gegen eine monozentrische Entstehung von Homo sapiens. Die welthistorisch für die kognitiven und technischen Fähigkeiten der Menschen vor 300 000 Jahren wichtigen Speerfunde von Schöningen finden überhaupt keine Erwähnung – aber an diese weitgehende Nichtbeachtung bedeutender deutscher Fundkomplexe in der französischen Forschung hat man sich gewöhnt. Auch die faszinierenden Neanderthaler-Befunde aus der Bruniquel-Höhle, deren geistiger Hintergrund diese Art eigentlich bereits in den Rang eines Homo sapiens erheben, fehlen. Solches hätte man in einem Nachwort in der deutschen Ausgabe ergänzen sollen/müssen mit dem Hinweis, wie dynamisch die Forschung zurzeit voranschreitet.
Trotz dieser Kritikpunkte kann das Buch nur wärmstens empfohlen werden. Das relevante Quellenmaterial zur Thematik ist in hervorragender Qualität vorgelegt, viele Denkanstöße werden gegeben, z. B. zur „Vielfalt der Gene, der Völker und der Sprachen“. Zudem ist der Atlas bei Blick auf seine Ausstattung und seinen Umfang zu einem fast schon lächerlichen Preis zu bekommen.

[Wolf-Dieter Steinmetz M.A. 9.1.2021]

Helmholtz der Klavierspieler

Erstbegegnung

Warum ich dieses Buch seit Ende der 60 Jahre besitze, ohne dass es viele Lesespuren enthält, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nur, weil ich erfahren hatte, dass darin sich schon einiges über das arabische Tonsystem befindet, also im Zusammenhang mit den „Grundlagen der antiken und orientalischen Musikkultur“ von Heinrich Husmann, veröffentlicht 1961 (erworben 28.VI.68), in dem allerdings nur 1 Mal (Seite 25) Helmholtz erwähnt wird, und zwar im Zusammenhang mit dem Phänomen der Schwebung (erst später entdeckte ich die Schwebungsdiaphonie der Bulgaren, dank Gerald Florian Messners Dissertation 1976). Zumindest studierte ich gründlich das Vorwort und das ausführliche Inhaltsverzeichnis und daraufhin besonders die letzten Kapitel, während die Beilagen mich sozusagen in meine Grenzen wiesen.

Bemerkenswert, dass er im Zusammenhang mit „fein ausgebildete[r] Musik ohne Harmonie“ [Harmonik] die außereuropäischen Völker nicht vergisst!

Helmholtz Wiki hier

„Helmholtz hat sehr genau gesehen,

dass es zwischen den Zeichen und dem,

wovon die Zeichen handeln,

keiner Art von Ähnlichkeit

bedarf.“

(NB Hier ist von der visuellen Kunst die Rede, nicht von Notenzeichen)

Weiterlesen:

HIER

Dank an JMR !

Ich erinnere mich, als mein Vater begann, mit mir Harmonielehre zu arbeiten und ich mit leisem Misstrauen das Verbot der Oktav- und Quintenparallelen „hinnehmen“ musste; ich war vielleicht 12. Und entdeckte dann, in Erinnerung an eine Probe mit dem Schulorchester, die Partitur (Joh. Christian Bach?) auf dem Flügel, schaute den Anfang scharf an und fand bestätigt: alles in Oktaven!!! Also darf man das doch?! Jaja, natürlich, unisono, sagte mein Vater, der solche Besserwisserei sowieso nicht liebte, das Verbot gilt doch nur im strengen Satz. Ich wollte aber komponieren lernen, nicht „strengen Satz“.

Mein Vater und ich (1953)

Weiteres (mit Bezug zu Orgelartikel „Mixturen“ und Quintenverbot z.B. hier)

Sehr interessant auch, wenn Helmholtz von dem Experiment mit Joseph Joachim berichtet (ein Faktum betreffend, mit dem heute jeder Geigenschüler vertraut sein dürfte).

Indien bedenken

Es beginnt mit Zweifeln und endet mit Musik

ZITAT (s.u. Bernd Graff)

Und es geht Schlag auf Schlag. Wenn man einmal begriffen hat, dass überall im Universum nur das Licht sich mit einer konstanten Geschwindigkeit bewegt, dass also nur diese Geschwindigkeit unabhängig von Bezugssystemen ist, dann müssen Raum, Licht und Zeit zum Licht in Relation gesetzt werden. Nicht die Zeit, nicht der Raum sind also absolut, wie Galilei und Newton dachten, nur die Lichtgeschwindigkeit ist es. Aus diesem Gedanken entwickelte Einstein 1905 seine Spezielle Relativitätstheorie, in der sich die Zeit dehnen kann, Längen sich verkürzen und Massen zunehmen können. Unser Alltag ist zu langsam, um das zu bemerken, aber je mehr wir uns der Lichtgeschwindigleit nähern, umso mehr dehnt sich die Zeit und umso langsamer geht eine Uhr.

Welt & Licht (Glasenapp Seite 36)

Übersicht verschaffen!

Zum Schöpfungsmythos und zur Melodie:

Quelle Helmuth von Glasenapp: Indische Geisteswelt / Glaube, Dichtung und Wissenschaft der Hindus / Emil Vollmer Verlag Wiesbaden o.J. (Vorwort 1958)

Rigveda hier in Sanskrit u in Deutsch hier

Sathapatha Brahmana V 4 3 2 hier

Was ist geschehen? Ich habe wieder einmal Marius Schneider gelesen, wieder eingesehen, dass ich seine „Kosmogonie“ nie schaffen werde. Ebensowenig wie „Singende Steine“ oder „Die Natur des Lobgesangs“. Auch seinen Quellen werde ich nicht nachgehen. Ich glaube nicht, dass man an den frühesten Quellen der Menschheit, oder aller nur denkbaren Schöpfungsmythen, dem Anbeginn der Schöpfung, der Millionen, Milliarden Jahre zurückliegen mag, näher bin als heute, am 3. Januar 2021, am Tag als 1882 mein Opa geboren wurde, bei dem ich ab etwa 1947 im sogenannten Realienbuch blättern durfte, wo ich mich vor allem auf die Tierbilder konzentrierte. Damals gab es noch „Realien“! Heute genügen mir meist die Wissenschaftsseiten der großen Zeitungen. Hier z.B. die Kinder- und Jugendbuch-Rezensionen der ZEIT, aus denen ich anfangs zitiert habe.

SZ 31.Dez./1.Jan.2020/21 Seite 19

Auch hier entstehen Fragen. Und passende, oft schwierige Antworten. Aber wenn ich zum Beispiel frage: was haben indische Tonbezeichnungen (Notennamen) mit den Reliefs auf katalanischen Säulen zu tun? Welche Quellen gibt es, die nahelegen, dass die hinter den Silben Sa-Re-Ga-Ma etc. verborgenen Figuren im alten Indien mit bestimmten Tönen der mittelalterlichen Kirche zu tun haben? In Stein gemeißelte und herausgelesene Einzeltöne, „Pfundnoten“, indische Töne, die eine glaubwürdige gregorianische (?) Melodie ergeben? Wo steht das? Reicht mir die Antwort, dass es da offenbar Baugeheimnisse gegeben hat? Gewiss auch eine „Aufführungspraxis“, lebende, nicht zu versteinernde tönende Gestalten. Nicht nur die späte Suggestion, man könne sie mit einer entsprechenden „Musikalität“ eines Tages hier und jetzt erlösen? Rhythmen rekonstruieren?

Mein Unbehagen könnte nicht größer sein. Ungeachtet der Tatsache, dass ich den Vorlesungen und Übungen des großen Kölner Musikethnologen wesentliche Impulse verdanke. Auch wenn an seiner grünen Tafel im Hörsaal eine Melodie wie „In einem kühlen Grunde“ stand, Tonika – Dominante, im Ernst, aber keine indische oder arabische. Und ihre Kerntöne – in Reduktion – hätten auch gar nichts gesagt. Nur die stetige Variantenbildung.

Was sagt ein Text wie dieser?

Quelle Marius Schneider: Singende Steine: Rhythmus-Studien an drei romanischen Kreuzgängen. München, Heimeran 1978 ISBN 3 7765 0264 9 Archiv 594

„… wenn die geheimnisvolle Schönheit dieser Klaustren zu singen beginnt“.

Mein Gott, ich denke an Jascha Heifetz, dessen Geige so intensiv gelobt wird, dass er sich zu ärgern beginnt, und er hält sie ans Ohr und sagt: „Ich höre nichts!“

Es ist das analoge Denken, das mir Schwindel verursacht: es verfährt radikal parataktisch, mündet in einen Katalog der Beziehungen und Ähnlichkeiten, und realisiert ein zusätzliches Prinzip, das von außen Einheit hineinträgt, und wer sich dagegen sträubt, dem wird das feine Wahrnehmungsvermögen abgesprochen. Ihm fehlt „Musikalität“. Ich spüre aber auch etwas, – und das ist ein Hauch von Verschwörungstheorie…

Quelle Marius Schneider: Die Natur des Lobgesangs / Basilienses de Musica Orationes / Herausgegeben von Leo Schrade / Im Bärenreiter-Verlag zu Basel 1964 (Seite 17)

  

In meinem Unterbewusstsein gibt es eine physiognomische Homologie zwischen meinem Großvater (1882-1966) in seiner letzten Zeit und dem alten Leonardo da Vinci. Aber eines ist sicher: die Ähnlichkeit bedeutet NICHTS, außer dass beide zweifellos MENSCHEN sind.

Und jetzt möchte ich wirklich Musik hören, einheitstiftend aber vielgestaltig. Ich überlege noch welche… Meinem Großvater hätte eine Sammlung von Märschen gefallen (die entsprechende LP habe ich ihm tatsächlich 1962 geschenkt, komplementär dazu auch noch die bekanntesten Wiener Walzer. Aber jetzt, hier und heute, bin ich dran.)

Diese Aufnahme (im externen Fenster hier) ist wunderbar geeignet, sich auch mit wenig Erfahrung in die Verästelungen indischer Musik hineinzufühlen. Bei einem ersten Durchgang im Tonraum verorten. Finden Sie den Basiston (oder gibt es zwei?). Summen Sie ihn ruhig mit, während Sie gleichzeitig die distanzierenden Bewegungen der Melodie (ob Geige oder Singstimme) mitverfolgen und einordnen. Wiederholen Sie oft kleine Abschnitte der Aufnahme, bis Sie auch die winzigsten Ornamente präzise identifizieren können.

Einleitung bis Übergang: Tabla-Einsatz 8:11. (Erkennen Sie die Melodie? ihre stete Wiederkehr?)

Es ist nützlich, eine andere, „pedantischere“ Version dagegenzusetzen.

Etwa hier, in rot normale Themeneinsätze

ab 0:54 / 1:24 / (1:38) / 1:49 / (1:59) / 2:34 / ? / 3:16 / (3:38) / 5:53 / 6:13 / 6:41 / 6:53 Finalis

original (Komponist?): Bade Ghulam Ali Khan