Archiv für den Monat: April 2018

Der Schamane und die Schlange

Wozu Ethnologie?

Koch-Grünberg ARTE Film Schamane Abrufbar HIER

Und der ganze Film HIER (ebenfalls bis 6. Mai, d.h. nur bis Sonntag!).

Andreas Busche:

Der Film handelt aber auch in einem unmittelbaren Sinn von einer Bewusstseinserweiterung: Es werden mehr psychedelische Substanzen konsumiert als in den Acid-Filmen des chilenischen Psychomagikers Alejandro Jodorowsky. Gleichzeitig besitzt die Psychedelik Guerras eine politische Dimension. Der Regisseur bezieht sich auf einen Grundlagentext der Kolonialliteratur, Joseph Conrads Herz der Finsternis, sowie dessen berühmteste Adaption Apocalypse Now von Francis Ford Coppola. Auch die Bilder, die Guerra dem kolonialisierten Unbewussten entreißt, bieten guten Stoff für Albträume.

Auf beiden Zeitebenen werden die Reisenden Zeugen der unmenschlichen Auswüchse des Kolonialregimes: Karamakate, Manduca und Theo sehen in einem spanischen Kloster, wie den befreiten Plantagenkindern mit der Macht der Peitsche ihre „teuflische“ Sprache ausgetrieben wird. Und 40 Jahre später geraten die Männer in ein wahnhaftes Horrorszenario, in dem sich ein an Marlon Brandos Major Kurtz angelehnter Kolonialherr als Jesus-Wiedergänger inszeniert und die Reiseroute von gekreuzigten Indios gesäumt wird.

Quelle DIE ZEIT 21. April 2016 Psychedelischer Trip ins Kolonialzeitalter / In dem oscarnominierten Film des kolumbianischen Filmemachers Ciro Guerra sind die Indigenen verwüstete Kämpfer und die Weißen Dämonen. Von Andreas Busche. HIER.

Ich „glaube“ zwar nicht an bewusstseinserweiternde Substanzen, sondern nur an bewusstseinserweiterndes Denken; kann aber nicht ausschließen, dass dieses auch Substanzen freisetzt, deren Wirkung ich als bewusstseinserweiternd empfinde oder – wahrnehme. Für wahr nehme. Kein Wortspiel jedoch soll mich dazu veranlassen, hinter die Einschätzung des Kant-Erlebnisses zurückzufallen, das sich nicht mehr (wie vielleicht früher uneingestandenermaßen) an Kleists grobem Missverständnis orientiert. (Kleist war kein Denker!)

Warum ich durch diesen Film elektrisiert bin (ohne bereit zu sein, ihn nachher durch – mögliche – Kritik ad acta zu legen) : er hat mit der Realität zu tun, die vielleicht nicht durch Koch-Grünberg, aber durch Alexander von Humboldt umfassend gesehen wurde. Und jetzt durch Emanuele Coccia aktualisiert wurde. Eine Art Lebensphilosophie, die sich nicht am (überholten) Vitalismus orientiert, sondern etwa an der Forschung einer Lynn Margulis. Wobei wiederum Vorsicht geboten ist (siehe Gaia-Theorie), Stichwort „spirituelle Verklärung“…

Kritische Assoziationen: Laienspiel, Erlösungsdrama, Wagner, Winnetou, „Fitzcarraldo“ ohne ironische Distanz, Schöpfungsmythen (incl. klassische Kultursegmente „Chaos“ von Haydn-Schallplatte), Zaubertrank-Motiv. (Auch: das falsche Lachen vgl. im Folgenden).

Koch-Grünberg CD vorn Koch-Grünberg CD rück Koch-Grünberg CD Text Detail S9 Koch-Grünberg CD Text Detail S20 Koch-Grünberg CD Text Detail S26 Koch-Grünberg CD EditorialSeite

Aufs neue thematisieren: Aby Warburg

Warburg Schlange Berlin1988,1995 s.a. Sternglaube , zu beziehen auf diesen Film!

Vor einigen Jahren begann ich mich mit den Aufnahmen von Koch-Grünberg zu beschäftigen und fand im CD-Booklet Stellen bemerkenswert (s.o.), wo vom Lachen die Rede war: auf der einen Seite das Lachen von Indigenen, wenn sie sich selber oder andere in den Tondokumenten wahrnahmen, – verfremdet oder wie fremde Wesen -,  auf der anderen Seite das Lachen von unverständigen europäischen Hörern, die sich über die Simplizität der offenbar ernstgenommenen Forschungsgegenstände lustig machten. Schon der Gelehrte Aby Warburg hatte auf seinen Reisen (seit 1895, beschrieben im berühmten Vortrag aus den 30er Jahren) folgendes notiert:

Als ich den Antilopen-Tanz in San Ildefonso zu sehen bekam, machte er auf mich zunächst einen sehr harmlosen und beinahe komischen Eindruck. Für den Folkloristen, der die Wurzeln der menschlichen Kulturäußerungen biologisch erforschen will, gibt es aber keinen gefährlicheren Augenblick, als wenn er bei volkstümlich-komisch erscheinenden Gebräuchen lacht. Wer über das Komische in der Volkskunde lacht, hat Unrecht, dem verschüttet sich im selben Augenblick die Einsicht in das tragische Element. (…)

Für den primitiven Menschen bedeuten die Maskentänze in dem Verknüpfungsprozeß mit dem Außerpersönlichsten die weitgehendste Unterordnung unter ein fremdes Wesen. Denn indem der Indianer in seinem nachahmenden Maskenkostüm z.B. ein Tier in Äußerungen und Bewegungen nachahmt, schlüpft er in dieses Tier nicht zum Spaß hinein, sondern will durch Verwandlung seiner Peresönlichkeit etwas von der Natur magisch erzwingen, was er seiner unerweiterten und unveränderten menschlichen Persönlichkeit zu leisten nicht zutraut.

Die Nachahmung im pantomimischen Tiertanz ist also ein kultischer Akt andächtigsten Selbstverlustes an ein fremdes Wesen. Der Maskentanz bei den sogenannten primitiven Völkern ist seinem ursprünglichen Wesen nach ein Dokument sozialer Frömmigkeit.

Quelle Aby Warburg: Schlangenritual Ein Reisebericht / Verlag Wagenbach Berlin 1988, 1995 ISBN 3 8031 3031 x (s.o.) Seite 24 ff

Beethoven op.30 Nr.3

Ein Interpretationsvergleich

Es funktioniert so: man stellt die zweite Aufnahme (Aufnahme B) auf Anfang ein (bei 0:25), und zwar unterhalb des Youtube-Bildes auf „Hier“, so dass sich ein externes Fenster auftut, und richtet sich darauf ein, dass man von der Blogansicht problemlos ins externe Fenster wechseln kann und zurück. Wir nehmen das Blogfenster als Basis, weil man dort die Noten verfolgen kann. (Übrigens auch dann, wenn man keine Noten lesen kann, die Ohren sind die Hauptsache!) Vor jedem Wechsel schalten wir auf Stop, damit nicht beide Aufnahmen gleichzeitig zu hören sind. Wir stoppen immer nach einem sinnvollen (wenigstens halb-) geschlossenen Zusammenhang, den man im Sinn behalten kann, aber auch nicht allzu gestückelt. Wir beginnen etwa Aufnahme A mit 0:00 bis 0:22… Stop (beim nächsten Mal von hier bis 0:38). Üben und hören! In der Analyse spreche ich nicht von ihm oder ihr (Geiger oder Geigerin), sondern von Geige A und Geige B, Klavier A und Klavier B. Beide Geigen sind technisch hervorragend, es geht uns aber nicht um das geigerische Können, sondern um das Wollen, die Interpretation.

Aufnahme  A

Aufnahme B

Dieselbe Aufnahme im externen Fenster: HIER   – – –  Achtung: einstellen auf 0:25 (unmittelbar vor Musikbeginn) und Stop! (Dann zurück auf internes Blogbild!) Beim nächsten Mal wieder extern von hier bis 0:52. Üben und hören!

*   *   *

Selbstverständlich gehört zur ordentlichen Interpretation eines großen Werkes auch eine gründliche gedankliche Vorarbeit. Ich will nicht das abschreckende Wort „Analyse“ verwenden, aber es ist doch ein Wissen um den Aufbau und bestimmte begleitende Überlegungen, was eigentlich den Komponisten bewogen hat, gerade dieses Werk zu schreiben. Ein Beethoven schreibt keine Sonate „nur so zum Spaß“, und die Instrumentalisten spielen nicht „nur so zum Spaß“. Auch nicht, um ihre Virtuosität vorzuführen oder um zu zeigen, wie großartig ihre Instrumente klingen.  Ich verwende und zitiere ausschließlich einen Artikel des folgenden Buches, der vielleicht etwas karg formal klingt, aber doch Übersicht schafft; als Autor firmiert dort „Michael Maier“ (Info unter Franz Michael Maier hier). Wenn ich die vorgesehenen Zitate mit genauen Zeitangaben (in roter Farbe!) versehe, beziehen sie sich – wegen des mitlaufenden Notentextes – immer auf die Aufnahme A.

Für völlig unbrauchbar würde ich bei einer solchen Betrachtung  bloße Geschmacksurteile wie „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ halten, es geht also um Begründungen. Und keine Interpretation ist sakrosankt, nur weil ein großer Name dahinter steht. Die berühmtesten Künstler können erstaunlich gedankenlos sein.

Beethoven Interpretationen Bd I  Darmstadt, 2.Auflage 1996

ZITAT Bd I Seite 248f:

Die drei Sätze bieten drei Blicke auf die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Violine und Klavier. Den ersten Satz könnte man überschreiben „Das wiedergefundene Unisono“. Es handelt sich um einen Satz von klarstem, auf Sonderwege durchaus verzichtenden Bau: Das Hauptthema wendet sich im vierten Takt nach der Dominante und im achten Takt nach der Tonika; die weiteren Themen sind kontrastierend angelegt, ohne daß dadurch der rasche Ablauf des Satzes auch nur im geringsten stockte. Auffällig dagegen und durchaus folgenreich für den Satz ist die Art, wie das Hauptthema nach kurzem Anlauf in einem Fluge den Raum vom kleinen d bis zum dreigestrichenen g durchmißt, wobei Vorder- und Nachsatz im Unisono beginnen: (Notenbeispiel). Ob das erste Seitenthema in einem Sechzehntellauf ausschwingend in die Anfangsbewegung zurückkehrt oder ob diese in einem Überleitungsteil einem Akkordgang gegenübergestellt wird – zweimal kommt der Satz längst vor der Wiederholung der Exposition auf dieses Kopfmotiv in unisono rollenden Sechzehnteln zurück. Im Mittelteil der Sonate mischen sich in dieses Spiel von einstimmigem Beginn, Auseinanderlaufen und Zurückfinden die Unterschiede der Instrumente nach Klang und Lage hinein. Der in die Wiederholung der Exposition zurückleitende Abwärtsgang wird am Beginn der Durchführung sequenziert; den Sechzehntelrepetitionen des Klaviers treten dabei Violintriller gegenüber. Diese Sequenz mündet in eine Form der Ausgangsfigur, welche, in cis-Moll, das Unisono des Anfangs durch ein Alternieren der Kontra-Oktave des Klaviers und der zweigestrichenen Oktave ersetzt. Mit der vierten sequenzierenden Wiederholung ist mit der Grundtonart G-Dur auch die gemeinsame mittlere Lage wieder erreicht, in der das Unisono der Reprise eintritt. In dieser Weise exponiert der erste Satz die Frage des Zusammenspiels der beiden Instrumente; daß es in ihm um diese Exposition ging, muß die Behandlung der Frage in den folgenden Sätzen zeigen.

Ich möchte den atemlosen Gang der Dinge, während wir ihm vergnügt folgen, etwas einfacher beschreiben:

Es fällt wahrhaftig schwer, das Treiben zu unterbrechen und prüfend innezuhalten: der Drive des ersten Satzes ist hinreißend und duldet kaum eine Atempause. Wenn das zweite Thema einen Moment des Bedenkens anzumahnen scheint (0:38), – auch dadurch, dass es nach Abbruch der wirbelnden Sechzehntel modulierend ansetzt -, so kann es doch keinen Zweifel geben, dass es ähnlich weitergehen muss, und der Augenblick des Aufmerkens keine Schwächung bedeutet. Nicht umsonst bleibt das Sechzehntelmotiv als Einwurf präsent, ehe sich der geschmeidige Fluss des neuen Themas durchsetzt. Aber die Sechzehntel kehren unbeirrt wieder, angereichert durch Triller, Sforzati und abschließende Passagen, um endlich in die Rückkehr des Anfangs zu drängen (1:47) oder in weitere Aktionen zu münden (3:32). Man wird gewahr, dass schon im ersten Teil des Satzes mit dem übermütig exponierten Material gespielt wurde (um nicht von motivischer „Arbeit“ zu sprechen). In diesem Sinne geht es in der Durchführung weiter mit Läufen, Trillern und Sforzati, bis die Reprise dem scheinbar ungeplanten Treiben ein Ende macht und – neu beginnt (4:00).

Was soll die Interpretation anderes tun, als diese ganze Jagd unbeirrbar und perfekt abzubilden? Nur nicht stocken, ebensowenig eilen, nur nichts problematisieren, alles ist Spiel. Und wenn wir es nicht fertig bringen die Aufnahme A zu stoppen (5:41), dürfen wir es ihr und uns als Plus anrechnen, – um dann, wenn ohne jedes Zögern auch der zweite Satz beginnt (5:43), auszurufen: Stimmungswechsel! das kommt zu früh, da muss man doch länger warten, es muss wohl ein Schnittfehler sein!

Die Aufnahme B – die Live-Aufnahme eines Konzertes – lässt eine Pause von 7:12 bis 7:17, nicht zu lang, nicht zu kurz.

An dieser Aufnahme fällt von Anfang an auf, dass sie sich nicht damit begnügt stattzufinden: sie will uns vielmehr fortwährend etwas zeigen. Nehmen wir gleich nach den Sechzehnteln den Aufstieg zum höchsten Ton: er ist ebenso wie die aufsteigenden Achtel mit einem Punkt markiert, es soll ein kurzer Ton sein. Geige B gibt ihm ein besonderes Vibrato, das ihn verschönert, beim zweiten Mal noch auffälliger, er soll  intensiv süß klingen. Womit zugleich eine Tendenz zum Auskosten, Innehalten angezeigt wird, – die dem Charakter des Satzes strikt widerspricht. Das Klavier antwortet mit der gesanglichen Fortspinnung, die von der Geige aufgenommen wird, bemerkenswerterweise aber nicht ohne Zögern; die beiden Auftaktachtel samt nachfolgender Dreiergruppe demonstrieren, dass sie den Stab übernehmen wollen. Warum tun sie es nicht einfach? Der Zielton bekommt ein besonderes Vibrato, ja, hier soll nun wohl gesungen werden, oder nein, es kommt allmählich in Fahrt, das Crescendo der aufsteigenden Sequenz scheint sinnvoll, aber das schwungvolle „Anhacken“ des höchsten Tones (0:58) doch übertrieben: sind wir schon so weit, dass es eines solchen Effektes bedarf? Wenn man begriffen hat, dass der Drive des Satzes in erster Linie mit einem steten Tempo Allegro assai zu tun hat, das mit dem Sechzehntel-Motiv des ersten Taktes gegeben ist und bei der Wiederkehr –  einen Ton höher in A-dur (Aufnahme B bei 1:07) – keine weichere Tempovariante anbieten sollte, dann liegt es auf der Hand, dass dies auch für die nächsten Takte gelten soll. Was tut Klavier B? Es kostet den Fis-dur-Akkord über Gebühr aus. Was tut die Geige B? Sie lässt den gehaltenen Ton wild aufblühen und verzögert die nachschlagenden beiden Achtel. Und bei der nachfolgenden, ähnlich lautenden Phrase, wird der gleiche Vorgang noch einmal inszeniert und in den nachschlagenden Achteln sogar unmäßig übertrieben (bis 1:20). Da Klavier B das eingefügte Sechzehntelmotiv eigentlich nicht langsamer spielen kann, stottert der Motor spürbar, und Geige B eilt zu Hilfe mit einem entschlossenen Jammervibrato, das offenbar auf ein winziges crescendo reagiert, das von Beethoven eingezeichnet wurde. Die dreistimmige polyphone Passage schließt sich in gedrosseltem Tempo an; man ahnt bereits, dass ein neuer Tempo-vorwärts-Ruck bevorsteht, den Geige B (ab 1:29) tatsächlich mit einem reißerischen Impetus angeht. Zumindest wenn man die Aufnahme A kennt, wird man allmählich ärgerlich. Viel zu viele Ideen auf kurzer Strecke, und die Wiederholung der Exposition bietet haargenau das gleiche Bild, – unsteter kann es nicht werden. In der Durchführung (nach dem Doppelstrich) überrascht Geige B in dem Ping-Pong-Spiel der Kurztriller mit einer seltsamen Ausführung: ein engräumiges „Meckern“, das entsteht, wenn man weniger mit der Fingerbewegung als mit dem Vibratoschlag trillert, man nennt das auch „Bockstriller“, der allerdings im Wechsel mit der echten Trillerfigur des Klaviers leicht parodistisch klingt, – ist halt so eine Idee…

Nun wird man fragen: wenn die Geige B in diesem rasanten Satz schon so viele (überflüssige) Ideen unterbringt, was wird sie erst investieren im folgenden langsamen Satz? Man könnte ihn gar für eintönig halten und argwöhnen, Beethoven habe sich mit seiner Ausschmückung nicht genug Mühe gegeben.

Zitat (wie oben) Bd I Seite 249 / bitte mit Aufnahme A (Zeitangaben!) synchronisieren:

Den zweiten Satz (ab 5:42), Tempo di Minuetto ma molto moderato e grazioso, trägt eine Melodie von jener Art, die Beethoven nicht im Lauf der Komposition verändert und die er nicht variiert, sondern die er unverändert wiederholt. Anders aber als im Fall der Melodie des zweiten Satzes der Klaviersonate op. 90, in deren acht Wiederholungen nur einmal die Tenorlage der Melodie für klangliche Abwechslung sorgt, steht hier ein Reichtum von Kombinationen zur Verfügung. Der Satz beginnt getragen; zur Melodiestimme in der rechten und zum Baß in der linken Hand des Klaviers tritt in der Violine eine dritte Stimme, die wie der Baß in Vierteln geht, als höre man eine Begleitvioline. Die Violinstimme entfaltet sich zur Triostimme, die bald in Terzen mit der Oberstimme, bald in Gegenbewegung mit dem Baß geht. In den zweiten acht Takten (6:01) entfaltet sie sich zur Melodiestimme, die vom Klavier begleitet wird. In den folgenden (6:20), nach vier Takten gegliederten Abschnitten des Satzes wechseln sich die beiden Instrumente meist in eben diesem Rhythmus ab. Am Ende des Satzes (12:27) wird der Vortrag der unveränderten Melodie (über unverändertem Baß) einer Wechselrede der beiden Instrumente (Violine und rechte Hand des Klaviers) anvertraut. Durch die unüberbrückbare Verschiedenheit des Klanges und der Tonerzeugung wird die Aufmerksamkeit des Zuhörers auf die Art des geschehenden Aufeinandereingehens gelenkt. Die Melodie, die so schön ist, daß man sie in den 177 vergangenen Takten gerne wieder und wieder hörte, wird in dieser Form des Vortrags zur Darstellung des Seltenen, daß Menschen, und wäre es nur beim Spielen von Musik, übereinstimmen wollen. Weniger das den Abschnitten des Satzes entsprechende Abwechseln der vortragenden Instrumente nach vier und vier Takten bereitet diese Wirkung vor als das Unregelmäßige, daß etwa die Violine, über die Zäsur hinweg, in den Takten 59 (7:57) und 149 (11:22) fortsetzt (das Klavier wäre „dran“), und es ist der Nachklang dieser in dem wiederholungsreichen Satz nicht wiederholten, unwiederholbaren Stelle, daß Beethoven den schließenden Terzgang g – f – es sechsmal (variiert siebenmal gezählt ab 12:42) wiederholen läßt.

Man muss diesen etwas papierenen Text geduldig an der Musik abarbeiten und durch die Vorstellung der „wahren“ klanglichen Abläufe ersetzen, um ihn im Nachhinein schätzen zu lernen.

Man höre anschließend die Aufnahme B ( der Satz beginnt dort bei 7:15 ). Ich erspare mir einstweilen aufzuweisen, wieviel an Schmalz von Anfang bis Ende die reine Linienführung verdirbt; es betrifft vor allem die Geige. Aber mit einer ganz furchtbaren Nuance, vielleicht angezettelt durch Klavier B, müssen wohl beide einverstanden sein. Es ist die Stelle, die wir eben in Aufnahme A herausgegriffen haben („über die Zäsur hinweg“), hier in Aufnahme B auffindbar bei 10:01 und 14:23; ich meine die Auffassung der triolischen Klavierbegleitung als „Walzertakt“, samt Verzögerung auf dem jeweils zweiten Achtel, damit es auch der Dümmste merkt (Achtung Wien!!!!), selbst gestisch noch ganz unangenehm unterstrichen (bis hin zur Andeutung eines leichten Mitschunkelns!). So disqualifiziert man sich auch als Pianist in einem der unschuldig-schönsten Sätze, die Beethoven je geschrieben hat. Und wenn die Geigerin dazu ein Gesicht macht, als wälze der ganze Satz ausdruckstechnische Probleme – oder löse sie gar: mir ist es unmöglich, alle Details der Fehldeutung aufzuzählen. Das vergisst sich nicht und kann im letzten Satz durch virtuose Glätte und Schein-Übermut nicht wettgemacht werden.

Der Vollständigkeit halber soll aber auch die den letzten Satz betreffende verbale Deutung nicht fehlen:

ZITAT (a.a.O. Seite 249f Anmerkungen sind weggelassen JR) dazu: Aufnahme A

Der dritte Satz (ab 13:14) hat die Interpreten nachgerade verlegen gemacht durch seine Spielfreude. Thayer spricht von einem „Rondo à la musette“, in dem „ein gut Teil Naturalismus“ stecke, und noch die Beilage zu den Schallplattenaufnahmen  mit Clara Haskil und Arthur Grumiaux weiß von dem Jahrmarktstreiben, das man einmal aus dem Satz herausgehört habe. Zu dem für einen Schlußsatz obligatorischen Stimmungswechsel tritt jedenfalls eindrucksvoll bis zum Erstaunenmachen der Wechsel der Stilhöhe. Fast könnte man von einer Parodie, fast von Spott auf die Wiederholungen und auf das Verzärtelnde des zweiten Satzes sprechen, denn auch das Sechzehntelthema dieses Satzes wird oft genug wiederholt und ruft oft genug seine Gegenstimme herbei. Und auch die hervorgehobenen Stellen fehlen nicht: In Exkursen nach H-Dur (15:02) und nach Es-Dur (15:40) wird es als letzte in diesem Werk vorgestellte Form des Zusammenspielens gezeigt, daß ein Instrument die Richtung weist und daß das andere sich so einstimmt und nachfolgt, wie Onkel Toby den Vorschlägen seines Dieners Trim nicht widerstehen kann. Das „till-ready-accompaniment“ des Klaviers ab Takt 177 (15:40) ist ein solcher unwiderstehlicher Vorschlag, und die mit der linken Hand des Klaviers parallel laufende Begleitfigur der Geige in Takt 133-136 (15:02) ist ein solches Folgeleisten.

Quelle Michael Maier: Violinsonate op.30 Nr.1 / in: Beethoven Interpretationen seiner Werke / Herausgegeben von Albrecht Riethmüller, Carl Dahlhaus, Alexander L. Ringer / Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt Band I / 1996 / Laaber Verlag Laaber 1994

Noch ein Wort zum gelegentlichen Vibratoverzicht (vor dem Hintergrund der jederzeit drohenden Vibrato-Exzesse. (folgt)

Dank an Klaus Giersch für den Hinweis auf Kristóf Baráti !

Vorüberziehen lassen, ein Notenbild

Oder: Vom Ernst des Lebens

Der pathetische (Unter-)Titel dieses Artikels stammt (natürlich) nicht von der Komponistin.

Versäumt in WITTEN 27.04.2018 Carola Bauckholt „Doppelbelichtung für Violine und Elektronik“. Märkisches Museum, Foyer / Nachzuholen Samstag (15.00 und 22.30 Uhr) sowie Sonntag (13.00 und 15.00 Uhr).

Heute Abend: HIER !!!

Oder jederzeit hier (im folgenden Video = World premiere at ULTIMA Oslo Sept. 13th 2016) – Violine, wie auch jetzt in Witten: Karin Hellqvist:

Von der Zukunft

Digitalisierung und Energieeffizienz

Diese Überschrift klingt abschreckend, das weiß ich. Aber sie kommt ja aus dem Alltag, den ich gern schriftlich „bewältige“. Ob nun – wie heute morgen – im Wartezimmer des Arztes sitzend, wo ich mich durch Flow-Assoziationen abzulenken suche (siehe Foto unten) oder ob ich donnerstags die allzu umfangreiche ZEIT aufschlage, in den Garten gehe oder am Klavier sitze. Und auch dort darauf warte, dass im Praeludium B-dur, das ich übe, endlich die Fingersätze so sitzen, dass ein Flow entstehen kann. Eine Symbiose von Mensch und Klavier (wie Anne-Sophie Mutter in etwa sagte, – Sie erinnern sich? -,  genau, und ihretwegen erwähne bewusst die Geige nicht. Und auch nicht Roger Federer. Noch weniger Jean Biermans‘ Turbo-Levo. Ganz zu schweigen von Michelangelo und der Sixtinischen Kapelle.) Während ich Stinkers Aufstieg studiere (siehe zweites Handy-Foto unten), fällt immer wieder mein Blick auf die Reklame für das neue Buch von Precht (ist er vielleicht mein Federer?), hat er nicht vor ein paar Tagen bei Lanz im ZDF so beispielhaft über die Zukunft gesprochen? … und das Wort Energieeffizienz gebraucht und das Unperfekte am Menschen gelobt, als habe Anne-Sophie Mutter nie existiert? All dem muss ich nachgehen…

Flow Mountainbike April 2018 ZEIT Jessen & Precht 180420 Handy JR

Gespräch bei LANZ ZDF 24. April 2018 (hier), abrufbar nur bis 24. Mai!

Ein Ausschnitt daraus, verschriftlicht:

Philipp Westermeyer (34:03):

Prinzipiell sind wir global gesehen und auch insbesondere in dieser ganzen Digitalisierungsblase auf einem sehr, sehr guten Weg, und so’n bisschen verstellen wir uns grad selber die Sicht und schauen jetzt auf den Datenskandal … und Trump … auf die extremen negativen Auswüchse dessen… Aber: Fundamental wird die Welt … oder ist die Welt dabei, immer besser zu werden, und das finde ich kommt viel zu wenig raus in solchen Gesprächen und auch häufig ehrlicherweise in Ihren Büchern oder so, weil das natürlicherweise auch vielleicht noch spannender anhört, wenn man das alles negativ beschreibt, aber es ist in Wahrheit positiv. (Lanz: Da tun Sie ihm gerade unrecht!)

Richard David Precht:

Also jetzt mal ganz klar, ich hab je eben vorhin versucht zu erklären: Die Vorstellung, dass wir unsere gegenwärtige Arbeitsgesellschaft verändern, hin in eine Gesellschaft, in der keiner mehr existentielle Angst vor Jobverlust haben muss, indem die Menschen durch ein Grundeinkommen abgesichert werden, indem mehr selbstbestimmte Tätigkeit und weniger entfremdete Tätigkeit vorkommt, – das alles sind doch positive Visionen! Das ist doch in keiner Form negativ! Das einzige, wo ich persönlich … es gibt nur einen einzigen Punkt, bei dem ich pessimistisch bin in der ganzen Diskussion, und dieser einzige Punkt ist, dass die Digitalisierung einen wahnsinnigen Energieverbrauch hat und dass diese Energie zu einem erhebliche Teil durch fossile Energien geleistet wird, d.h. also weiterhin durch Kohle, Öl usw., und wenn wir auf diese Weise zulassen, dass sich die Erd[wärm]e noch um zwei, drei weitere Grad erhöhen [wird], dann werden wir die Migrationsströme, die ökologische Katastrophe, den Klimawandel usw. nicht überleben. Und deswegen ist eines der wichtigsten Dinge – und das ist der einzige Punkt, vor dem ich richtig Angst habe – , dass wir die Digitalisierung nicht jenseits der Energiediskussion führen, sondern diese beiden Diskussionen miteinander vertackern, weil es natürlich Möglichkeiten gibt, digital energieeffizienter (achso!) zu arbeiten und Energie zu sparen, aber insgesamt verbrauchen wir bislang durch die Digitalisierung immer, immer, immer mehr Strom.

Philipp Westermeyer:

Aber wenn es eine Chance … oder wenn wir über die nächsten hundert oder tausend Jahre auf dieser Welt leben wollen, und wir werden immer mehr Menschen, wenn das irgendwie klappen soll, dann nur über Technologie! Ohne wird’s eh nicht funktionieren…

Precht:

Ich rede ja nicht gegen Technologie, ich rede… mein ganzes Plädoyer ist nicht gegen Technik zu sein, sondern zu überlegen, was ist der beste HUMANE Ansatz, wie integrieren wir Technologie, wie sorgen wir dafür, dass Menschen nicht irgendwann wie im Silicon Valley in deren Visionen-[?] wir ein defizienter Computer sind in der Wahrnehmung. Wie errechnen wir sozusagen das Mitgefühl, das Menschen ausmacht, das Unperfekte am Menschen, wie lassen wir das in einer Gesellschaft zu, die einem Perfektionswahn unterliegt: Alles das sind die Fragen, die ich habe. Ich möchte die Technik für den Menschen nutzen, und ich will nicht, dass der Mensch irgendwann zum Sklaven der Technik wird. (36:47 Beifall)

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Es haben sich schon viele Leute aufgeregt über den Abgasskandal, ich auch, aber von dieser Seite, die in dem ZEIT-Artikel entwickelt wird, ist er wohl noch nie betrachtet worden. Ich muss mir wenigstens die Sätze notieren, die ich mir – wie man vielleicht oben auf dem Foto erkennt – angestrichen habe. Voller Bewunderung für den Autor Jens Jessen.

Das Ausmaß der Abgaslüge wird im Allgemeinen noch weniger gern berechnet als das Ausmaß der Abgaswolke; wahrscheinlich weil die moralische Katastrophe die ökologische bei Weitem übertrifft. (…)

Im Hintergrund der Dieselaffäre vibrieren Emotionen, die tiefer gehen als der Eindruck von Betrug und Vertuschung. Es sind Gefühle von Kränkung, beschädigtem Stolz, verlorener Unschuld, auch von jäh gestopptem Aufstieg, verflogener Zukunftshoffnung. Sie betreffen tatsächlich nicht nur die Automobilindustrie. Für Deutschland kann man sagen: Sie betreffen die Nation. Es ist interessant zu beobachten, wie nonchalant oder jedenfalls rein juristisch die Verfehlungen der Industrie in Italien und Frankreich behandelt werden. Das liegt nicht daran, dass dort die Empörung in der Sache geringer wäre, sondern dass man den Betrug ohne Verblüffung zur Kenntnis nimmt: Genau so etwas hat man den Konzernen immer zugetraut. Italiener oder Franzosen haben den Schwindel gewissermaßen nicht persönlich genommen, das heißt sich niemals als Teil einer Verheißung gesehen, die dem Dieselmotor Erlösungsqualitäten zumaß.

Wie bitte? Alle Antennen sind aufgerichtet, ich glaube nicht, dass jemand bis hierher gelesen hat, und dann nicht weiterliest bis zum letzten Wort des Artikels. Der Stachel mit dem Nationenvergleich sitzt. Und dann das Wort „Erlösungsqualitäten“, steigt da nicht die Ahnung auf, dass wir als hoffnungslose Romantiker, verkappte Wagnerianer entlarvt werden sollen? Müssen wir uns das gefallen lassen, die wir immer noch als Musterschüler Europas gelten könnten, mit etwas gutem Willen. Und nun – winkt da nicht wieder eine Moralkeule? Ich greife nur noch einzelne Passagen heraus, die also nicht mehr mit logischen Fäden verbunden sein müssen. Man wird den Artikel mit Sicherheit online wiederfinden (mit schönen Leser-Repliken).

Die Hochzüchtung des einst bei allen Völkern verachteten Dieselmotors zu sportwagentauglichen Leistungen spiegelt auf frappante Weise die Zähigkeit, mit der sich Deutschland in der gleichen Zeit zur anerkannten Wirtschaftsmacht Europas hocharbeitete. (…) Alles, was sich über Deutsche sagen lässt, kann man auch über Diesel sagen.

… Denn die gleiche Technik, die den Verbrauch senkte, wurde bald genutzt, um die Leistung nach oben zu treiben. Beides hängt an der sogenannten Literleistung. Wenn man sie steigert, lässt sich bei gleichbleibendem Verbrauch die Leistung erhöhen. Letzteres war der Weg, der den Diesel in die automobile Oberklasse führte und ihn dort die alte Elite der leise und locker laufenden, aber auch fröhlich saufenden Benziner angreifen ließ. So gelang die Veredelung des Unedlen – die Einführung des hemdsärmeligen Proletariers in die bessere Gesellschaft. (…)

So hat der Abgasskandal nicht nur einen Betrug ans Licht gebracht, sondern vor allem etwas, von dem die moderne Gesellschaft niemals hören möchte: die unversöhnbare Widersprüchlichkeit, philosophisch gesprochen die Heterogenität der Zwecke. Man kann nicht alles auf einmal haben, was man jedes für sich gern hätte. Ein auf Leistung oder Sparsamkeit hochgezüchteter Diesel ist nicht sauber, einmal abgesehen davon, dass schon Sparsamkeit und Leistung nicht recht zusammengehen (als absolute Ziele unvereinbar sind). Alles drei auf einmal zu haben aber ist genauso unmöglich, wie es unmöglich ist, alle Mitglieder einer Gesellschaft das gleiche märchenhafte Niveau von Wohlstand und Überfluss erreichen zu lassen, ohne dass die Umwelt zum Teufel geht (und wahrscheinlich schon zuvor das arbeitsteilige Prinzip der Wirtschaft). In dieser übergreifenden Einsicht liegt das gewaltige Entmutigungspotential der Abgasaffäre. (…)

Quelle DIE ZEIT No.18 26. April 2018 Seite 41: Stinkers Aufstieg Warum betrifft die Abgasaffäre eigentlich die ganze Nation? Zur Sozialpsychologie des deutschen Dieselmotors. Von Jens Jessen.

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Und nun müsste dieses Dilemma nur noch mit dem oben aufgetauchten zwischen Digitalisierungsverheißung und Energieeffizienz zusammengebracht – und aufgelöst werden, vielleicht leben wir dann doch einmal in der besten aller möglichen Welten. Oder wollen wir uns etwa auf Voltaires Seite schlagen? (vgl. hier).

Nachtrag 10.05.2018

Weiterführender Ansatz von Philipp von Becker (01.05. 2018) siehe Telepolis HIER. (Dank an JMR!)

ZITAT

Will man die Debatte politisch aufladen, müssten im Kontext von Big Data deshalb nicht allein Fragen der Privatsphäre und des Datenschutzes, sondern auch weitere strukturelle Merkmale und Zusammenhänge der „Datafizierung“ der Welt in den Blick genommen werden. Dabei gilt: Die messbare Seite der Welt ist nicht die Welt, und die Messung der Welt ist auch nicht zwangsläufig ein wertneutrales Abbilden einer „objektiven Realität“, sondern oftmals ein performativer Akt, durch den bestimmte Weltbeziehungen erst neu entstehen beziehungsweise verstärkt und legitimiert werden.

Der Soziologe Steffen Mau hat diesen zentralen Zusammenhang in seinem Buch „Das metrische Wir“ eindrucksvoll analysiert. In den Worten Maus stellen Daten nicht notwendigerweise „Repräsentationen der Wirklichkeit“, sondern vielmehr oft „Repräsentationen von Wertigkeitsordnungen“ dar. Oder anders ausgedrückt: „Zahlen zeigen Wert nicht nur an, sie teilen ihn auch zu.“

Tennis und Geige

Muss mich ein Interview mit dem Stradivari-Star interessieren? 

Kurz gesagt: es gibt darin wenig Sätze, die nicht irgendwie voraussagbar wären. Und erst recht keine bemerkenswerten Aussagen spezifisch über Musik. Natürlich setzt das Handelsblatt von vornherein andere Akzente als das Magazin der Süddeutschen, – oder sind es genau die gleichen? -, nämlich reiche Menschen, wertvolle Instrumente, das modische Outfit, U- und E-Musik, André Rieu, der Feminismus … und wer in der Klassik richtig viel Geld verdient. Dann eine Frage, die vielleicht etwas aus der Reihe tanzt (zur Musik wohlgemerkt): „Wann hatten Sie das letzte Mal Tränen der Rührung oder vielleicht auch des Glücks in den Augen bei einem Konzert?“ Offenbar leicht misszuverstehen, denn die Geigerin antwortet:  „Passiert dauernd. Ich habe sogar geweint, als Roger Federer die Australian Open gewonnen hat.“

Sicher nicht direkt mit einem Konzert vergleichbar. Aber die Interviewer gehen gern auf das neue Stichwort ein: „Über Ihr Verhältnis zu Roger Federer sollten wir noch mal reden.“ Und die so Ermunterte antwortet: „Haha! Alles gut. Wir kennen uns nur ein bisschen. Und wie Sie merken, sehe ich zwischen Musik und Tennis etliche Parallelen…“

Quelle Handelsblatt Magazin No. 3 – April 2018 (Seite 20ff) Titelgeschichte KÖNIGIN MUTTER Die Stargeigerin übers Klassikgeschäft.

Das interessiert mich, wird aber hier nicht weiter thematisiert; an anderer Stelle hat sie sich tiefergehend damit befasst, ein sehr lesenswerter Artikel im Magazin der Süddeutschen vom 24. November 2015. Zitat:

Der Geiger wie der Tennisspieler überwindet seine Ängste, und er braucht dafür seinen Kopf. Nicht der Sieg über einen anderen ist wichtig, sondern die Suche nach einem seltenen, kostbaren Moment. Das ist im Tennis mal ein Aufschlag, mal eine gelungene Vorhand – und das ist sehr oft eine Rückhand, die einhändige Rückhand. Wenn der Return, geschlagen mit der Rückhand, longline auf die Linie knallt oder sogar den Netzpfosten in einer Kurve umrundet, ist das wie ein Ton von erhabener Schönheit. Ein Ton, den nur eine dieser Bogentechniken hervorbringen kann, die sich nur noch wenige Musiker zutrauen.

John McEnroe hat einmal gesagt, die einhändige Rückhand sei der schönste Schlag der Welt, und das trifft es genau. Für mich ist Roger Federer der Tennisspieler, an dem ich mich nicht sattsehen kann. Diese Mühelosigkeit, mit der er zu spielen scheint, ist ja etwas, was man auch bei Musikern bewundert. Seine wunderbare einhändige Rückhand erinnert mich an einen großartigen Streicher. Präzision. Eleganz. Risikobereitschaft.

Die einhändige Rückhand sagt viel aus über den, der sich traut, in großen Momenten zu versagen, weil ihm so viel daran liegt, etwas Einzigartiges zu schaffen. Ebenso wie schwierige Bogentechniken nicht von vielen Streichern gepflegt werden, weil sie zu oft schiefgehen. Doch wenn sie gelingen, vergisst man den Ton, den sie erzeugen, niemals.

Quelle Süddeutsche Zeitung MAGAZIN 24. NOVEMBER 2015 Heft 47/2015 Zu schön, um wahr zu sein Kein Schlag im Tennis ist so elegant und schwierig wie die einhändige Rückhand. Die Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter beklagt, dass man diesen Wagemut immer seltener sehe – und dass es mit den wirklich großen Momenten der Geigenkunst genauso sei.

Abrufbar HIER.

Wie funktioniert die „einhändige Rückhand“? Hier analysiert von Eurosport 13/01/2017 am Beispiel Wawrinka:

Rückhand Tennis Screenshot 2018-04-25 15.34.53 Quelle: a.a.O. Eurosport

Übrigens finde ich die eben zitierten Sätze über den Ton, den die schwierigen Bogentechniken erzeugen und den man nie vergisst, äußerst zweifelhaft. Wenn ich mich nicht irre, besteht Musik gar nicht in erster Linie aus einzelnen gelungenen Tönen. Der schöne Ton ist eine Schimäre, auch wenn ihn eine Stradivari produziert. Und die schönsten Momente im Tennis helfen nichts, wenn sie z.B. von einem notorischen Loser erlebt werden.  Aber man spürt doch, dass der Vergleich zwischen Tennis als Sport und Geigespielen als Kunst durchaus etwas hergibt, was ins Geheimnis hinter rein physischen Techniken führt. Und das ist nicht Anne-Sophie Mutters Entdeckung. Ich erinnere mich an die immer wieder geäußerte Bewunderung großer Virtuosen (oder auch eines Komponisten wie Strawinsky) für die Fertigkeiten des legendären Jongleurs Rastelli. Der Geheimtipp in den Fünfziger Jahren war ein Essay von Heinrich von Kleist „Über das Marionettentheater“. Mein unvergessener Lehrer Franzjosef Maier begeisterte sich – zu meinem Befremden – an den traumhaften Bewegungen des Boxers Cassius Clay alias Muhammad Ali.

Erst seit es den Sport als Sport gibt, d.h. als eine Disziplin, die sich vom bloßen Spiel abzuheben sucht und strenge Trainingsmethoden entwickelt, sehen sich plötzlich Musiker und Sportler als Verwandte im Geist. Ins Violinspiel kam dieser Geist wohl durch die Methodik des Otakar Ševčík, wenn auch als bloßes Training der Finger- und Armbewegungen; der Arzt Trendelenburg erforschte deren Physiologie, aber es dauerte noch eine ganze Weile, bis das Stichwort „Mentales Training“ unter Musikern um sich griff.

Das Thema „Tennis und Psyche“ (später auch Golf  und vieles andere) kam in den 80er Jahren aus den USA herüber. 20 Jahre vorher grassierte „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ (Eugen Herrigel), in Menuhins großer Zeit war es Yoga. Besonders phantastisch funktioniert das alles, wenn man früher schon ein Wunderkind gewesen ist. Ich weiß nicht, wer das Wort „Flow“ aufgebracht hat. (Doch!!! Es ist leicht feststellbar, siehe hier!) Der Geiger, durch den ich es kennengelernt habe, war Andreas Burzik (siehe hier), der damals Psychotherapeut wurde, Fachmann für Integrative Körperpsychotherapie (IBP).

Tennis Cover Tennis JR Zitate

Anne-Sophie Mutter (a.a.O.):

Wenn man sich auf Youtube das Wahnsinns-Wimbledon-Finale 2009 gegen Andy Roddick ansieht, das er dann wieder gewonnen hat, kann man mich hören. Ohne Witz. Bei Roddicks vorletztem Aufschlag habe ich aufgeschrien [Video bei 7:40 JR], denn der ging ins Netz. Dieses Spiel, fast fünf Stunden lang, 52 Asse, das war ungeheuer. Da beobachtet man einen Menschen, der im Flow ist. Und wer strebt den Flow nicht an? Egal, ob man Tennis spielt oder geigt: Dieses Einssein mit dem Raum, dem Körper und der Tätigkeit, die man ausübt. Wenn das mit so einer Eleganz rüberkommt, ist das nicht zu übertreffen.

Ja, wie schön wäre es, wenn ich Anne-Sophie Mutter als Künstlerin ebenso wie als Virtuosin (und frühes Wunderkind) verehren würde. Sie kann ja alles, und man muss ihr hoch anrechnen, dass sie ihr fabelhaftes technisches Können auch in den Dienst der Neuen Musik stellt. Sie ist zu ihrem eigenen Denkmal geworden, eine ideelle Nr.1 auf Lebenszeit wie Roger Federer im Tennis. Und wenn das Gespräch im Handelsblatt-Magazin – passend zur heute boomenden K.I.-Diskussion – auf das Thema kommt, ob jemals eine Maschine so gut Geige spielen wird wie der Mensch, entwickelt sie eine faszinierende Assoziation:

Es gibt ja schon Trompete blasende Roboter, die das perfekt machen. Aber natürlich glaube ich an die einzigartige Symbiose von Mensch und Geige. Ich hatte vor einiger Zeit die Möglichkeit und das wahnsinnige Glück, abends mal eine Viertelstunde ganz allein in der Sixtinischen Kapelle sein zu dürfen, wo ich auf meiner Stradivari Bach gespielt habe…

Lauter Nr.1 Faktoren! Inclusive der Schöpfer selbst im Deckenfresko bei der Erschaffung Adams, den ich z.B. ganz gern als Roger Federer sehen möchte.

Ach, die alten Zeiten! Ich habe als Schüler durch einen Bücherring, glaube ich, einige Concerthall-LPs bezogen, z.B. mit Bachs Magnificat. Da sang der Chor noch Bachsche Sechzehntellinien penetrant als „hähähä“-Passagen. Und auf der Hülle stand ein Werbespruch, der mir schon damals irgendwie übergriffig privat-sakral erschien:

„Hohe Lebensstunden weihet mit Musik!“

Erschaffung Adams (Michelangelo) Detail

Glocken

Ostinato und Permutation 

Anlass für diese kleine Sammlung: ein Text von Thomas Mann und dessen nicht nur assoziative Verbindung zu Pfitzners Palestrina, dargestellt von Erika Mann. Ich erinnere mich an das Geläut der Kirche Sainte Geneviève du Mont-de-Paris. Oder vielmehr daran, wie der geniale Komponist Marin Marais es in eine suggestive Form verwandelt hat, ein Ostinato, das von fern an die Chaconne erinnert. Aber eben nicht an das Zufallsphänomen des Läutens, das uns beim Hören der realen Klangimpulse mehrerer Glocken in Bann schlägt. Vielleicht daher auch die ganz andere Wirkung des Totenglöckchens, die etwas hastige, gleichmäßige Schlagfolge, die ich gestern in Siegen wieder gehört habe. Beim Gang von der Trauerhalle zum Waldfriedhof. (Siehe auch den Beitrag hier.)

Marin Marais: Sonnerie de Sainte Geneviève du Mont-de-Paris mit Jordi Savall – Le concert des nations HIER

Faszinierend ist es, wie lange er das aushält, ohne zu modulieren. Und wer noch nicht davon weiß, dass der Bass zweimal (dreimal?) in die Tiefe hinabsteigen wird, sollte geduldig darauf warten…

Der Glocken-Text von Thomas Mann in „Der Erwählte“ Kapitel „Wer läutet?“ – sehr schön abgeleitet bei Erika Mann in „Mein Vater, der Zauberer“ ab Seite 351 / Über Erika Mann und ihre Veröffentlichungen siehe hier.

1950

Glockenschall, Glockenschwall supra urbem, über der ganzen Stadt, in ihrem von Klang überfüllten Lüften! Glocken, Glocken, sie schwingen und schaukeln, wogen und wiegen ausholend an ihren Balken, in ihren Stühlen, hundertstimmig, in babylonischem Durcheinander. Schwer und geschwind, brummend und bimmelnd, – da ist nicht Zeitmaß noch Einklang, sie reden auf einmal und alle einander ins Wort, ins Wort auch sich selber: an dröhnen die Klöppel und lassen nicht Zeit dem erregten Metall, daß es ausdröhne, da dröhnen sie pendelnd an am anderen Rande, ins eigene Gedröhne, also daß, wenn’s noch hallt ‚In te Domine speravi‘, so hallt es auch schon ‚Beati, quorum tecta sunt peccata‘, hinein aber klingelt es hell von kleineren Stätten, als rühre der Meßbub das Wandlungsglöcklein.

Von den Höhen läutet es und aus der Tiefe, von den sieben erzheiligen Orten der Wallfahrt und allen Pfarrkirchen der sieben Sprengel zu seiten des zweimal gebogenen Tibers. Vom Adventin läutet’s von den Heiligtümern des Palatin und von Sankt Johannes im Lateran, es läutet über dem Grabe dessen, der die Schlüssel führt, im Vatikanischen Hügel, von Santa Maria Maggiore, in Foro, in Domnica, in Cosmedin und in Trastevere, von Ara Celi, Sankt Paulus außer der Mauer, Sankt Peter in Banden und vom Haus zum Hochheiligen Kreuz in Jerusalem. Aber von den Kapellen der Friedhöfe, den Dächern der Saalkirchen und Oratorien in den Gassen läutet es auch. Wer nennt die Namen und weiß die Titel? Wie es tönt, wenn der Wind, wenn der Sturm gar wühlt in den Saiten der Äolsharfe und gänzlich die Klangwelt aufgeweckt ist, was weit voneinander und nahe beisammen, in schwirrender Allharmonie: so, doch ins Erzene übersetzt, geht es zu in den berstenden Lüften, da alles läutet zu großem Fest und erhabenem Einzug.

Wer läutet die Glocken? Die Glöckner nicht. Die sind auf die Straße gelaufen wie alles Volk, da es so ungeheuerlich läutet. Überzeugt euch: die Glockenstuben sind leer. Schlaff hängen die Seile, und dennoch wogen die Glocken, dröhnen die Klöppel. Wird man sagen, daß niemand sie läutet? – Nein, nur ein ungrammatischer Kopf ohne Logik wäre der Aussage fähig. ‚Es läuten die Glocken‘, das meint: sie werden geläutet, und seien die Stuben auch noch so leer. – Wer also läutet die Glocken Roms? – Der Geist der Erzählung.

Quelle Thomas Mann: Der Erwählte / Kapitel „Wer läutet?“ siehe Wikipedia hier.

Erika Mann, die älteste Tochter Thomas Manns, geht in ihrem Essay „Wer läutet?“ dem Ursprung dieses Glockenkonzerts aus klingenden Worten nach, mit dem der 1951 veröffentlichte Roman „Der Erwählte“ beginnt, und findet verblüffenderweise die Quelle in den „Betrachtungen eines Unpolitischen“ , die Thomas Mann 1915 -1918 geschrieben hat. In dem Kapitel „Von der Tugend“ berichtet der Autor ausführlich über ein Erlebnis, das ihm im Juni 1917 in München zuteil ward: der Dirigent Bruno Walter hat ihn eingeladen, die Generalprobe der Oper „Palestrina“ von Hans Pfitzner anzuhören. Er ist hingerissen und hat das Werk regelrecht studiert und beschrieben. Elisabeth Mann zitiert in ihrem Essay aus dem Jahre 1966 mehr als zwei Seiten; ich gebe hier nur einige Sätze wieder, die mit den Glocken bei Pfitzner zu tun haben (man kann den ganzen Bericht in den „Betrachtungen“ nachlesen, die im Originaldruck hier wiedergegeben sind).

1917

Gebt acht! Durch das Fenster von Palestrinas Arbeitsstübchen gewahrt man die Kuppeln von Rom. Ganz früh, am Ende der ersten Szene schon, als Silla, der hoffnungsvolle Eleve, der’s mit den Florentiner Futuristen hält, hinausblickt, hin über Rom, und sich in gemütlich ironischen Worten von dem konservativen alten Nest verabschiedet, geht im Orchester, nach dem majestätisch ausladenden Motiv der Stadt, ein mäßig starkes, monotones Leiern in Sekunden an, das nicht enden zu wollen scheint, und dessen Sinn vorderhand unerfindlich ist. Die Leute tauschten verwunderte und lächelnde Blicke bei dieser sonderbaren Begleitung, und da war niemand, der einem so schrullenhaft nichtssagenden Einfall irgendwelche dramatische Zukunft prophezeit hätte. Ich sage: gebt acht! Seit damals ist in Wirklichkeit eine reichliche Stunde, illusionsweise aber eine ganze Nacht vergangen, und eine Welt von Dingen hat sich ereignet. Die schwindende Engelsglorie hat irdische Morgendämmerung zurückgelassen, rotglühend und rasch hebt sich der Tag über die Kuppeln draußen, das ist Rom, sein gewaltiges Thema wird breit und prunkend verkündet im Orchester, – und da, wahrhaftig, kommt auch das vergessene Leiern von gestern abend wieder in Gang, es gleicht einem Läuten, ja, das sind Glocken, die Morgenglocken von Rom, nicht wirkliche Glocken, nur nachgeahmt vom Orchester, doch so wie hundertfach schwingendes, tönendes, dröhnendes Kirchenglockenerzgetöse überhaupt noch niemals künstlerisch nachgeahmt wurde, – ein kolossales Schaukeln von abenteuerlich harmonisierten Sekunden, worin, wie indem vom Gehör nicht zu bewältigenden Tosen eines Wasserfalls, sämtliche Tonhöhen und Schwingungsarten, Donnern, Brummen und Schmettern mit höchstem Streichergefistel sich mischen, ganz so, wie es ist, wenn hundertfaches Glockengetön die Gesamtatmosphäre in Vibration versetzt zu haben und das Himmelsgewölbe sprengen zu wollen scheint. Es ist ein ungeheurer Effekt! Der seitlich im Stuhle schlummernde Meister, die heilige Stadt im Purpurschein, der durchs Fenster hereinfallend die ärmliche Stätte nächtlicher Schöpferekstase verklärt, und dazu das mächtige Glockengependel, das nur zurücktritt, während die ausgeschlafenen Knaben die im Zimmer verstreuten Notenblätter sammeln und ihre paar Repliken wechseln, und das dann seinen gewaltigen Gang wieder anhebt, bis der Vorhang zusammenfällt.

Großartig ist das, und großartig ist es, wie Erika Mann diesen Zusammenhang aufdeckt und wie sie noch darüber hinausgeht, indem sie die Betrachtungen des alten Palestrina, das Zitat „Erwählter Du!“ sowie die anschließenden Verse der Traurigkeit  mit der Heraufbeschwörung der (unzeitgemäßen) Betrachtungen ihres alten Vaters verbindet, und hinzufügt:

Da haben wir es nun, und nicht von ungefähr, auch nicht unbewußt hat T.M. die große römische Glockensymphonie in den „Betrachtungen“ entnommen. Zweifelsohne: er hatte dies Buch in Händen, ehe er sich hinsetzte und den Titel „Der Erwählte“ niederschrieb, und fast möchten wir uns dafür verbürgen, daß er lächelte bei diesem Tun, träumerisch und verschlagen, und sich fragte: „Wird man es merken? Wird es ‚aufkommen‘, wann und durch wen?“ – (…)

Quelle Erika Mann im „Fischer-Almanach auf das 80. Jahr“ (1966), dann in Erika Mann: „Mein Vater, der Zauberer“ / Herausgegeben von Irmela von der Lühe und Uwe Naumann / Rowohlt 1996 (Seite 351-359)

Ich zitiere so ausführlich, weil ich vermute, dass dieser Zusammenhang in der literarischen Öffentlichkeit nicht rezipiert worden ist, und zumindest der direkte Bezug auf die Musik in Pfitzners „Palestrina“ bisher nicht vermittelt worden ist. Für mich persönlich hat das eine tiefere Bedeutung, weil ich in Erinnerung habe, wie mich als Schüler eine Palestrina-Aufführung im Bielefelder Stadttheater stark beeindruckt hat, und ich nach 50 Jahren in Hamburg daran anknüpfen konnte, als Simone Young uns (einem kleinen Kreis, vermittelt durch meine Cousine Daniela und ihren Mann Dr. Jürgen Westphal) eine wunderbar engagierte Einführung in das Werk zuteil werden ließ (2010 oder 2011).

Viele Beispiele für Glocken in der Musik (darunter auch die Palestrina-Stelle) findet man im Capriccio Kulturforum hier (seltsamerweise aber nicht das Werk von Marin Marais).

Die im ersten Thomas-Mann-Zitat (s.o.) gemeinte Musik findet man wie folgt:

Act II : 1:39:10 zurückgehen auf etwa 1:30:00 Glockenszene

Act I : das zweite Zitat bezieht sich auf das Ende der Szene 1 ab 9:25 mit dem folgendem Text des jungen Silla („Da liegt mein Rom!“), ein mäßig starkes , monotones Leiern in Sekunden (T.M.) ist ab 10:00 zu hören („getrost das Alte“):

Palestrina I Szene1 Ende Text-Quelle siehe hier

Mann Erika

Ich weiß nicht, ob es Zufall oder nur ein merkwürdiger Gang von Erinnerungen war, der mich in diesen Tagen wieder auf Thomas Mann brachte (und zugleich auf Erika M.), jedenfalls war es nicht einer verborgenen Liebe zu Pfitzner zu verdanken (die gibt es nicht). Zugleich eine merkwürdige Entdeckung, beim Lesen des letzten Erinnerungsbuches von Erika Mann, was den leicht geschraubten Sprachstil angeht: man findet auf youtube verschiedene Live-Rede-Beiträge von Thomas Mann – und ich vergleiche sie mit dem, was E.M. über die Vorbereitung und das Ereignis seiner letzten Schiller-Rede schreibt: es ist der „Hohe Stil“ der Intellektuellen jener Zeit, den man im Extrem (bis hin zum unfreiwillig Komischen) bei Adornos Redeweise findet. Und das gerade Gegenteil dessen, was ich am vergangenen Samstag bei der Trauerfeier in Siegen erlebte, die würdevoll ablief, aber auch in jedem Moment menschlich sehr nahe blieb. Die Art und Weise, wie geredet wurde und wie Musik dabei eine Rolle spielte. Und die verzweifelt leiernde Glocke auf dem abschließenden Weg hinauf. Wir werden das alles nie vergessen.

Siegen 9 .  .  .  .  .

Siegen 8 .  .  .  .  .  .  .

Mein Rasenstück

Auf der Suche nach der Pelzbiene

Dürer Rasenstück Kunst 1503 Das große Rasenstück

Rasen aa Leben 2018 Kleine Rasenstücke

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Alle Fotos JR Lumix

Zugegeben: es handelt sich nicht um das, was man heute unter „Rasen“ versteht, übrigens auch bei Dürer nicht. Wikipedia sagt:

Kennzeichen des Rasens ist das regelmäßige Mähen der wachsenden Gräser auf eine Höhe von ein bis zehn Zentimetern, in manchen Fällen sind es aber nur vier bis fünf Millimeter (Putting-Green der Golfplätze) während der Vegetationsperiode. Grasflächen, die selten gemäht werden und deren Bewuchs daher höhere Wuchshöhen erreicht, bezeichnet man als Wiesen.

Ohne Dürers Vorbild hätte ich es einfach Vegetationsfläche genannt oder sogar Wiese. Aber ich habe ja nicht mal Gräser vorzuweisen. Was den Bärlauch angeht, findet man ihn in Auenlandschaften, aber auch in Buchenmischwäldern, wo sich das Gefleckte Lungenkraut ebenfalls gern ausbreitet. Mich interessiert, dass sich hier Insekten wohlfühlen. Neben den Pelzbienen, habe ich auch Zitronenfalter, Pfauenauge und heute auch einige Aurorafalter gesehen, die zum Wiesenschaumkraut gehören. Das gelbblühende Scharbockskraut wird bald nach reicher Blüte welken und oberirdisch verschwinden, ist aber im nächsten Frühjahr wieder da.

P.S. Die Pelzbiene ist auf dem „Rasenstück“-Foto 10 zu finden (zu ahnen).

Trauer

Mit John Dowland beginnen

Peter Gülke:

Schlimme Zeiten [17. Jahrhundert] – so bald nach Englands Aufstieg zur Weltmacht! Weder hiermit noch mit der Individualität der Protagonisten sollte man allzu direkt in Verbindung sehen, dass Melancholie mehr als je zuvor zur Signatur des Jahrhunderts wurde. Reflektiert wurde sie längst, seit der Antike vornehmlich auf zwei Gedankenspuren – als gestörtes Gleichgewicht der Körpersäfte und als Mitgift genialer Begabungen. Nun drängte sie allenthalben vor, unter anderem in Vanitas-Symbolen nicht nur der bildenden Künstler, in drastischen Demonstrationen des „Media vita in morte sumus“ , in Shakespeares tatenarmem Hamlet, Robert Burtons „Anatomy of Melancholy“ oder Miltons verwirktem, verlorenem Paradies, bei den „metaphysical poets“ John Donne, George Herbert, Andrew Marvell.

Am direktesten redet sie in Musik, besonders der von John Dowland. Mitunter komponiert er Texte wie „In darkness let me dwell“, eine nachtschwarze Radikalisierung des späteren, empfindsam herabgedimmten „Come, sweet melancholy“: Angst möchte der Quellgrund sein, Verzweiflung als Dach möge alles Licht abhalten, schwarze Marmorwände mögen weinen, dissonante Musik möge den Schlaf verscheuchen, all dies mit meinen Schmerzen verheiratet, in mein Grab gebettet – „O lasst mich lebend sterben, bis der Tod kommt, lasst mich im Finstern wohnen.“ Diesem Katarakt von Leidenswollust verpasst der Liedmeister, der größte vor Schubert, eine zwar nicht misstönende, doch liedferne Musik, überschreibt eine Pavane „Semper Dowland semper dolens“, versammelt sieben andere unter dem Titel „Lachrimae“, unterscheidet bei den Überschriften „alte“, „alte und zugleich neue“, „seufzende“, „traurige“, „rinnende“, „liebende“ und „wahre Tränen“ und erfindet alle Pavanen vom Quartabgang im Lied „Flow my tears“ aus, dessen Text, am Ende in die Worte „Hark you shadows that in darkness dwell, / learn to condemn light“ mündend, die dunkle Tonlage fünf Strophen lang durchhält. Selbst wenn Dowland als Leidensmann posiert hätte und das ästhetische Ich der Musik vom empirischen abstünde – gleichgestimmte Seelen, empfänglichen Zeitgeist konnte er voraussetzen.

Quelle Peter Gülke: Musik und Abschied / Bärenreiter Kassel Basel etc. 2015 ISBN 978-3-7618-2401-6 (Zitat Seite 60)

Piper’s Pavan von John Dowland HIER hören (externes Fenster öffnet sich)

Nigel North spielt.

Piper’s Pavan lernen:

Dowland Pipers

„Weltlandschaft“ von Joachim Patinir

Hades-Fahrt Patinir (anklicken, genau betrachten)

Mehr über Dowland z.B. „Lachrimae“ als „Flow my tears“ im Blog hier (incl. Laurence Dreyfus und Alfred Deller!), in Wikipedia (auch zum Text!) hier .

Mehr über Joachim Patinir: Stichwort Weltlandschaft hier

Als einer der ersten Künstler malte er ausgehend von der Weltlandschaft reine Landschaftsbilder. Seine Bilder sind von phantastischen Felsen, Wäldern, Städten und Flussläufen geprägt. Die phantastischen Felsformationen studierte Patinir nicht etwa in der freien Natur, sondern anhand von Gesteinsbrocken im Atelier. Seine Landschaftsbilder ließen die darin dargestellten Figuren oft zwergenhaft erscheinen. In den meisten seiner Werke benutzt er ein szenisches Geschehen als „Vorwand“ für die Darstellung einer von sehr hohem Betrachterstandpunkt gegebenen Landschaft, ein früher exemplarischer Beleg für jene Gattung der niederländischen Malerei, die man als „Weltlandschaft“ bezeichnet.

Quelle: Patinir in Wikipedia hier

Mehr über Trauerarbeit (z.B. hier)

Friedrich Wilhelm Schelling:

Dies ist die allem endlichen Leben anklebende Traurigkeit, die aber nie zur Wirklichkeit kommt, sondern nur zur ewigen Freude der Überwindung dient. Daher der Schleier der Schwermut, der über die ganze Natur ausgebreitet ist, die tiefe unzerstörbare Melancholie alles Lebens.

Musik der neuen CD in Bild und Ton, – schöne, aber allzu kurze Ausschnitte:

Der erste Titel (hier 0:52) ist auf der CD Track 13 „Lachrimae Pavan“ (4:32), der zweite, „Sir John Souch his Galliard“ auf der CD Track 16 (1:27).

Das CD-Cover mit der originalen Titelfolge und den realen „himmlischen“ Längen:

Lachrimae CD North & Ensemble

Der erste und der zweite Titel der CD:

Captain Digorie Pipers  Lachrimae Lute solo

Die Noten stammen aus der schönen alten Ausgabe „The collected Lute Music of JOHN DOWLAND transcribed and edited by DIANA POULTON and BASIL LAM“ Faber Music Limited Bärenreiter Kassel 1974 ISBN 0 571 10010 4

Bienen und Bäume

Botanischer Garten Solingen

Ein guter Ort am Sonntagmorgen, durchaus, an den Bienenwohnanlagen ist reger Flugbetrieb, Eingänge in allen Größen, 2-10 mm Durchmesser. Die Bäume ringsumher stehen kurz vorm Ausbruch der Knospen, ihre gewaltigen Wuchsformen kommen also noch voll zur Geltung, zugleich kündigt sich das tausendfache kleine Drama der Grün-Entfaltung an.

Botanischer Garten Bienen Info a

Links www.bsmw.de oder www.wildbienen.de

Botanischer Garten Bienen Info b

Botanisch Trompetenbaum Trompetenbaum mit Stütze

Botanisch Farrnblättrige Buche Botanisch Birke Nordamerika Botanisch Baum Handyfotos: JR

Die Ernüchterung durch andere Besucher

Botanisch Pok 1 .   .   .Botanisch Pok 2 .   .   .Botanisch Pok 3 .   .   .Botanisch Pok 4 .   .   .

Sie stören eigentlich nicht, nur ihr Desinteresse ist provozierend. Das Einzige, was sie sehen und sehen wollen, ist der virtuelle Quatsch in den Smartphones. Was für ein Irrtum zu glauben, – so war es in der Zeitung zu lesen -, dass jemand, der nun einmal hierher gelockt wird, auch das botanische Angebot wahrnehmen werde. Oder die faule Ausrede der Veranstalter (?), die partiell blinden Besucher würden den Umsatz am Getränkekiosk steigern. Sie lernen, dass in der Botanik nichts Interessantes zu finden ist, es sei denn, dergleichen würde mit Pokémons Hilfe eingeblendet.

Ich will kein Spieleverächter sein, für alle Fälle könnte man sich kundig machen, was hier eigentlich vor sich geht. Das Phänomen möchte ich durchaus verstehen. Allerdings glaube ich keinen Menschen gesehen zu haben, den ich verstehen will. Nur Bienen und Bäume. Schlimm!

Wikipedia über Pokémon go.

Interessant auch, was die Rheinische Post voriges Jahr aus Düsseldorf rückblickend darüber berichtete:

Mit Pokémon Go schuf das Entwicklerstudio das erste erfolgreiche Spiel mit „Augmented Reality“: Diese „erweiterte Realität“ besteht darin, dass Pokémons auf dem Bildschirm in die reale Umgebung projiziert werden. Nähert sich der Spieler einem Ort, scheinen die Monster vor ihm aufzutauchen. Grundlage für diese Technik sind die Smartphone-Kamera und die GPS-Ortungsfunktion.

„Für mich zählt das soziale, gemeinschaftliche Spielerlebnis“, sagt John Hanke. „Menschen versammeln sich zum Beispiel in Parks. Dadurch werden Städte lebendiger, und die Spieler bewegen sich mehr im Freien. Pokémon Go soll auch in zehn Jahren noch da sein.“

Quelle Hier . Oder ebenfalls voriges Jahr in der Solinger RP Hier.

Und jetzt (15. April 2018 12.30 h):

Botanik & Pokémon 180415 Foto: ER

Nachwort 17. April 2018

Natürlich: jeder hat das gleiche Lebensrecht. Und wenn mich die Leute an Schlafwandler erinnert haben, ist das meine Sache, – bin ich denn nicht selbst ein Tagträumer? Ich habe zu Wochenbeginn immer noch an Bienen und Bäume gedacht, – darüberhinaus wie immer an die Musik -, habe allerdings auch die Süddeutsche Zeitung gelesen, um ein wenig über die Welt da draußen informiert zu sein; nicht alles gleichermaßen gründlich, aber zum Beispiel Wort für Wort alles, was die neue Landwirtschaftsministerin über Glyphosat und unsere Zukunft gesagt hat. Ein Aufwacherlebnis. Das Entsetzen könnte nicht größer sein. Man sollte dieses Interview im Deutschunterricht der Schulen behandeln: wie besorgte Politiker reden, um auszudrücken, dass sie gar nichts sagen und noch weniger tun werden. Weil wir nämlich selber schuld sind. (Und die Bahn auch!) Wichtigster Merksatz: Alarmismus und Angst sind schlechte Ratgeber für Politiker. Aber Verantwortungsbewusstsein und Problembewusstsein braucht es. (Julia Klöckner). Und nun lesen Sie möglichst selbst; man kann nur hoffen, dass der Wortlaut des Interviews im Internet auffindbar ist, damit sich niemand über das Denkvermögen dieser neuen politischen Kraft Illusionen macht: 

„Ich bin auf einem Hof groß geworden“ Die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über Bauern, denen zu viel Schuld zugewiesen wird – und überforderte Verbraucher, die es sich mitunter auch gerne einfach machen. Süddeutsche Zeitung 16. April 2018 (Seite 6). Schlagzeile auf der Titelseite:

Klöckner Glyphosat

Neulich habe ich gehört, wie sich zwei kluge Menschen über so etwas wie Alarmismus unterhalten haben; sie sagten sinngemäß etwa folgendes:

Ist das nicht merkwürdig, dass die Menschen ganz lange geglaubt haben, was sie gar nicht wussten, dass es nämlich eine Apokalypse gibt? Und dass wir heute wissen, dass es eine Apokalypse geben wird, aber die Menschen es nicht glauben!? (Lesch lacht) Also: dass wir sozusagen dem ökologischen Kollaps mit Siebenmeilensteifeln entgegengehen und real wissen… wirklich real wissen: das ist die Wahrheit, – ja… wir wissen das, aber wir glauben es nicht.

Man kann die Begründungen sogar nachhören: Richard David Precht und Harald Lesch im Gespräch über Verschwörungstheorien (hier, ab 17:13). Oder besser selbst eingeben: https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-186.html

Glyphosat Klöckner Stand 28.04.2018

ST Bienensterben stopp Titelzeile

So die Titelzeile in meinem Solinger Tageblatt. Ein guter Bericht von Khang Nguyen. Ausschnitt:

ST Bienensterben stopp 180428 Detail

Vorsicht bei solchen Meldungen über Politiker/innen: Weder von Christian Schmidt noch von Julia Klöckner habe ich soviel Einsicht im vorhinein bemerken können. Wir erinnern uns: sein Beispiel laut Tageblatt vom 02.02.18 (hier):

„Der Einsatz von Glyphosat ist umstritten. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Dennoch hat die EU – mit der Stimme des deutschen Landwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU) – die Zulassung für das Mittel verlängert.“

Interessantes Gerichtsurteil (gestern in der Süddeutschen Zeitung):

Aufsehen erregte ein Verfahren, das Willand mit seinem Team bis vor den Europäischen Gerichtshof trug. Es war der Fall des Hobby-Imkers Karl-Heinz Bablok, der nicht hinnehmen wollte, dass sein Honig Spuren von gentechnisch verändertem Mais enthielt – und so zu einem Produkt wurde, das viele Verbraucher ablehnen. 2011 gewannen sie das Verfahren. Belasteter Honig muss seitdem gekennzeichnet werden und darf nur mit gesonderter Zulassung in den Handel, betroffene Imker haben ein Recht auf Schadenersatz. Ein bahnbrechendes Urteil. Gentech-Mais wird hierzulande nicht mehr angebaut.

Quelle Süddeutsche Zeitung 27. April 2018 Seite 15 (Wirtschaftsteil!) „Anwalt der Bienen / Achim Willand kämpft für das Verbot schädlicher Pestizide“ online hier.

Siehe auch über VERTRAUEN bzw. „Glyphosat & Schmidt“ im Blogartikel CHINA hier!

Hinweis 6. Mai 2018 Süddeutsche Zeitung 5./6. Mai 2018 Seite 34/35 Wilde Schwestern Sie sind die vergessenen Verwandten der Honigbiene, dabei sind die Wildbienen fleißiger, weniger verzärtelt und mindestens genauso hübsch. Von Tina Baier. (Nur über – kostenloses – Testabo hier.)

Zeitsprung

Henning Venske

Kennengelernt haben wir uns vor über 40 Jahren. Jedenfalls bin ich sicher, dass er die Matinee mit der Gruppe Moin moderiert hat, 1976, (siehe hier). Für mich war es, glaube ich, das erste Konzert in der Reihe, für das ich nun allein verantwortlich war, bis dahin war ich freier Mitarbeiter des WDR gewesen, „fester Freier“, jetzt festangestellt. Venske begann mit der Erläuterung des  an der Nordsee allgegenwärtigen Friesengrußes „Moin“, lakonisch kurz und lustig. Seine Moderationen waren pointiert, unorthodox, unvergesslich. Die Ansage zu einem Heiduckenlied begann er folgendermaßen: „Heidschnucken heißen die schmucken Schafe in der Lüneburger Heide, sehr schmackhaft. Heiducken jedoch die Kämpfer in der ungarischen Puszta, sehr mannhaft“. Es war selten voraussagbar, wie er die Informationen verpackte, die er unglaublich schnell  aufnahm und mit einem Schuss jugendlichen Übermuts, ja, Mutwillens versah; er brachte einen neuen Ton in die Musikpräsentation. Witzig, aber nie flapsig. Wir wussten, dass er auch gerne für uns arbeitete, aber als ich es jetzt schwarz auf weiß las, nachdem ich ihn lange aus den Augen verloren hatte, war ich doch sehr gerührt. Ich muss den Text hier wiedergeben, stolz und dankbar.

Venske Cover 1979 1979

Venske Cover 2014

Venske 260 Venske 261

Es ist keine Retourkutsche, wenn ich hinzufüge, dass die Lektüre dieses Buches für mich von A bis Z ein großes Vergnügen ist, auch wenn von mir überhaupt nicht mehr die Rede ist (ja, natürlich nicht). Ein faszinierendes Leben „aus erster Hand“!

Konkreteres HIER. (Nebenbei: Dieser Hinweis bringt mir keinen persönlichen Gewinn, war mir allerdings auch wieder ein Vergnügen.)

Venske in Wikipedia HIER.