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Vom Kuckuck-Spiel

Eine Art Auferstehung?

Ich habe mir dieses Phänomen dank Beethoven gemerkt und nicht geahnt, dass es mir immer mal wiederbegegnet; im allgemeinen aber weiß ich dann nicht, wo es mir sonst schon mal aufgefallen ist. Genau deshalb ist es wichtig, sofort zuzugreifen. Und immer wieder den Zusammenhang zu überprüfen, egal ob es mir passt oder nicht. Wie heute, als ich ein Buch aus dem Bücherschrank nahm und es gerade dort aufschlug, wo es mit einer Erinnerung zusammenprallen konnte. Heiliger Bimbam, wo war das noch? Ah, es war hier!

Und im Buche steht der scheinbar kindische Hinweis auf das Kuckuck-Spiel:

Quelle Peter L. Berger: Erlösendes Lachen / Das Komische in der menschlichen Erfahrung / Verlag de Gruyter Berlin New York 1998

Und nun das Erlebnis der Synapse, zwei Erinnerungsinseln, die eine Brücke schlagen: Habe ich nicht einmal nach der Aufnahme einer byzantinischen Liturgie in Athen (1982) darüber gegrübelt, was es bedeute, wenn der Priester (oder der Diakon) ruft (oder singt) „Tas Thyras, tas Thyras!“, ob etwa eine mystische Bedeutung dahinterstecke? Das hätte mir gut gepasst, denn ich hatte in Dörfern des Engadin unzählige Türen fotografiert. Und wusste, dass sie nur 1 Mal im Leben (?) vollständig geöffnet werden.

 Türen in Ftan

Und beim Lesen des Berger-Buches 1998 habe ich nicht geschaltet, sonst hätte ich den Satz „Die Ikonostasis hat mehrere Türen“ unterstrichen, und nicht das Wort vom „kosmischen Kuckuck“. Heute gibt es das Internet und in zwei Minuten habe ich eine Information – Norbert Heyse: Öffnet die Türen! -, aber von dem Buch insgesamt habe ich keine Ahnung.

Ich muss die Stelle suchen, an die ich mich erinnere:

Aus: Die Göttliche Liturgie unseres Hl. Vaters Johannes Chrysostomos / Leipzig 1976

Anmerkungsteil

Griechischer Text 1981, rot: Tas thyras (Vor dem Glaubensbekenntnis)

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Ob diese Assoziationen etwas zu bedeuten haben, kann ich nicht sagen. Das Gegenteil ebensowenig. Was mich heute interessiert, ist auch nicht, wie Beethoven dirigierte, eher vielleicht der tiefere Sinn des „Kuckuck-Spiels“, die Kleinkind-Psychologie und: ob Berger nicht einem Wunschdenken nachgegeben hat, als er dieses Spiel von der Komik des Verschwindens und des Wiederauftauchens mit einem christologischen Hintergrund versehen hat.

Ich muss nicht alles glauben, was geschrieben steht.