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Ist es nur Liebe? Oder mehr?

Ein Arbeitsblatt

Was suche ich, was fühle ich, was nehme ich wahr? (Wenn ich „arbeite“ bzw. tätig bin.) Außen und innen. Außen ist z.B. eine Stadt (Hamburg), eine Insel (Texel), der Garten, ein Buch, viele greifbare Bücher, eine Person, ein Fußballspiel, das Googeln. Innen: die eigenen Reaktionen, was „von selbst“ geschieht, Wärme- und Kältegefühl. Die Nahtstellen der Physis und der Intelligenz. Wie ich z.B. vom Lachen aufs Kitzeln komme. (… wird HIER folgen.)

Positiv

Anregung, Faszination, Aufmerksamkeit, Verlockung, Zuneigung, Sympathie, Adhäsion, Punkte zum Andocken, assoziative Felder, gedankliche Vernetzung, Motivation, Sich-Festlesen, Beginn analytischer Tätigkeit, Einfühlung, gezielte Einübung, unwillkürliche Einkreisung, Wahrnehmung des Zusammenhangs, Schaffung eines Zusammenhangs

Negativ

Was ebenfalls weiterführt: der Zufall, die Ablenkung, der Abbruch, die Antipathie, der Überdruss, das Gefühl sinnlosen Zeitverlustes, Frust, Langeweile, obsessive Wiederkehr des Gleichen, Unsicherheit, Überprüfung der momentanen Bedingungen, Fragwürdiges

Aktueller Anlass: das Buch von Gardiner, aufgeschlagenes Kapitel „Das Räderwerk des Glaubens“. Verbindung mit Rinderle („Nein“ zur Kernthese Seite 126, auch zur Kapitelüberschrift „Musik als lustvolles Erlebnis“ und zu Hundert Einzelheiten, z.B. wie er Charles Rosen mit einer absurden Kitschbehauptung zitiert, Unglaubwürdiges. Mozart bei Küng, aber kein Bach.) Wiederhören „Actus tragicus“ (Gardiner und Cantus Cölln), Entdeckung des holländischen youtube-Videos, der Kirchenraum, die Interpreten, was sie in einem separaten Track über die Musik sagen.

BACH Gottes Zeit Screenshot 2017-04-29 (bitte als Bild anklicken)

Ich sehe keinen inneren Widerspruch zum Thema Hummeln, bemerke auch, dass Barenboim mit einfachen Worten alles gesagt hat zum „Zusammenhang“ Musik und Moral (das Wort „Parallele“).

Aber: ich weiß, dass ich mir den Mund fusselig reden könnte, um Kindern oder Jugendlichen, die den Musikraum Kirche und das ganze Umfeld nicht kennen, zu verdeutlichen, dass die Musik, die hier erklingt, zum Größten gehört, was je geschaffen wurde. (Dass John Legend allenfalls von den Brosamen zehrt, jawohl!) Und dass es sich lohnt, dieses ganze Umfeld zu erforschen und zu verinnerlichen, ohne sich der „Botschaft“ zu unterwerfen, die allerdings auch von der Musik nicht zu trennen ist. Mit diesem Widerspruch kann man (muss man) leben. – Mein Vorsprung liegt nicht in meinem Lebensalter, sondern darin, dass ich nicht lache, wenn ich die Lippen eines Menschen sehe, der eine Blockflöte traktiert, als sei es ein Ausdrucksmittel. Denn jetzt weiß ich, dass die Liebe z.B. mit diesem Klang beginnt (der nicht für Kinder gedacht ist), und dem der angeblich schwachbrüstigen Gamben. Und auch den Leuten gehört, die so über ihre Musik reden. „Musik für die Himmelsburg“ heißt das Buch von John Eliot Gardiner, aus dem ich noch zitieren möchte. Aber vorher sollten Sie diese Leute hören, den Commentary „Not Too Perfect“ Hier.

(zur gelegentlichen Fortsetzung)