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Röntgen

Nebenschauplätze

Röntgen CD

ZITAT

Der eine oder andere muß aufgeatmet haben, als die Ära Röntgen zu Ende gegangen war. Der Komponist Alphons Diepenbrock schrieb beispielsweise im April 1898, für ihn sei die Musik von Brahms der Herbst und das Ende der Epoche gewesen. Dieses Ende war durch den Tod des Komponisten am 3. April 1897 besiegelt worden. Man sollte mit Brahms-Apotheosen vom Schlage eines Röntgen fortan keine Rechnung mehr machen, da sie nichts als die Vergangenheit darstellten. Röntgen war von dieser Art der Rhetorik schmerzlich getroffen, konnte aber auch weiterhin nichts tun als seine eigenen Töne zu schreiben. Sein Leben lang fühlte er sich gezwungen, die eigene „ehrliche, unmoderne Musik“ zu verteidigen.

Booklet der obigen CPO-CD Text Dr. Jurjen Vis, Amsterdam

Julius Röntgen s.a. hier

Auch dies gehört in die Reihe der empfehlenswerten Übungen: die unbekannten Zeitgenossen der „Meister“ zu hören und sich zu fragen, was ihnen denn fehlte. Nur das Glück oder eine effektivere Propaganda der Parteigänger? Sicher nicht.

Auf Autofahrten „übe“ ich zur Zeit Hugo Stähle (1826-1848), Klavierquartett op. 1 A-Dur (Dabringhaus und Grimm MDG 615 0233-2). Danach folgt Dvoráks Klavierquartett op. 23 D-Dur. Ist der Qualitätsunterschied offensichtlich?

(Fortsetzung folgt)