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Ein guter Kampf?

Heldengedenken

Rhodt Weltkrieg gr Rhodt Weltkrieg Detail kl Rhodt /Pfalz (Foto JR)

War es ein guter Kampf?

Die Gemeinde hat das Denkmal „IHREN IM WELTKRIEG GEFALLENEN SÖHNEN“ gewidmet. Es gab erst einen, vermutlich entstand es also nach dem Ersten Weltkrieg, die Tafeln rechts dagegen listen die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs auf: 1941, 1942, 1943, 1944, 1945.

„Ich habe einen guten Kampf gekämpft“ – versteht man es so, wie es bei Horaz gemeint ist: Dulce et decorum est pro patria mori – Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben?

Möglicherweise gewinnen die Worte einen anderen Klang, wenn sie nicht den gefallenen Soldaten in den Mund gelegt werden, sondern als ein Zitat aus anderer Quelle zu verstehen sind? In der Tat: sie stammen aus der Bibel, aus dem 2. Brief des Paulus an Timotheus, Kapitel 4, Vers 7:

Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der HERR an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen,   die seine Erscheinung liebhaben.

Um was für einen guten Kampf handelt es sich? Er galt der Verbreitung des Christentums – soweit ich weiß – ohne Gewalt, damals noch, man sehe hier. Ist es nicht Blasphemie, ein ähnlich gutes Gewissen nach diesen Weltkriegen zu bezeugen, in Stein gemeißelt? Es ist wie Falschmünzerei, wenn man dabei wirklich auf den biblischen Anklang des Satzes gebaut hat.

Damals entstand ein berühmtes englisches Gedicht mit dem Titel Dulce et Decorum est, es trug den Titel in böser Ironie, genau so, wie man auch diese Denkmalinschrift absichtlich missverstehen möchte: vgl. also HIER.

Der Dichter Wilfred Owen „fiel fast auf die Stunde genau eine Woche vor dem Waffenstillstand südlich von Ors am Canal de la Sambre à l’Oise während der Zweiten Schlacht an der Sambre. Er wurde für seine Tapferkeit und die Führung des Einsatzes posthum mit dem Military Cross ausgezeichnet. Als die Nachricht von seinem Tod seine Heimat erreichte, läuteten die Kirchenglocken der Stadt gerade den Friedensschluss aus.“

Quelle Wikipedia Wilfred Owen.