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Kein Kommentar

Was die denkende Welt bewegt

Quelle Süddeutsche Zeitung 14.08.2014 Seite 4 Unter Nackten Von Karin Janker

Man versucht sich einen Reim zu machen, mit einfachsten Mitteln, so auch wenn das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern keine Wunder wirkt. Oder immer wieder Woodstock, das Traumtänzerfestival vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges. Oder (dieselbe Zeit) Leonard Bernstein und was er gesagt hat über Beethovens Neunte: mit dem Text auf die Freude sei eigentlich die Freiheit gemeint gewesen. Und sobald ich den aktuellen Kommentar gelesen habe und den Effekt spüre, gebe ich – der Autorin ähnlich, die über Greta Thunbergs Image reflektiert – bei Google den Namen der Autorin ein, um zu sehen, in welchem Maße ich ihr vertrauen kann.

Oder ich lese prüfend, was ich selber (ab)geschrieben habe. Nicht weil ich so klug bin, sondern so unsicher (nackt). Hier und hier und hier. Seltsam, wieviel Frauen eine Rolle spielen. Plötzlich fällt mir ein altes Bilderbuch ein, ein Märchen aus der Nazi-Zeit: „Wie Engelchen seine Mutter suchte“. Ich muss es suchen. Meine Mutter hatte es mir geschenkt, und ich habe mich fremdgeschämt wegen eines bestimmten Bildes. Bezeichnenderweise: als das Kind nicht mehr unter Tieren war. Es ging nicht um Arme und Beine, verstehen Sie? Erst ein paar Jahre später habe ich auch Andersens Märchen kennengelernt. (Als erstes jedoch – mit heißen Ohren – das vom Kaiser und der Nachtigall, vorgelesen im Radio, wir gingen hinüber zu den Nachbarn – auf der Lohe, wo wir uns kürzlich wiedertrafen. Aber es war ein anderes Märchen, das mich am Radio zu Tränen rührte: Der glückliche Prinz von Oscar Wilde. Meine ersten großen Filme waren Hörspiele). Warum bleibe ich nicht strikt bei der Musik? Weil ich das nie getan habe. Der auch von mir favorisierte Wahlspruch eines guten Freundes stammte von Hanns Eisler: „Wer nur von Musik etwas versteht, versteht auch davon nichts.“

A propos: Die Autorin Kerstin Janker gehört zur nächsten Generation, und der transkript-Verlag inseriert ihr Buch: „Der Traum vom totalen Kino“. Es gibt auch einige Seiten im pdf zu lesen. Hier. Dies ist keine Werbe-Blog, und das Buch spricht für sich; ich kann für heute beruhigt abbrechen.

Vielleicht noch ein starkes Bild? Gestern habe ich Monets Bild von den treibenden Eisschollen in der Seine betrachtet, in verschiedenen Versionen. Es würde passen. Oder lieber das andere (ich habe das erwähnte Bilderbuch wiedergefunden).

Wie Engelchen seine Mutter suchte. Ein Märchen in Versen von Magdalene Wannske [sie schrieb 1933 „Jungvolk: Erlebnisse und Gedanken eines Hitlerbuben“] Hamburg-Leipzig 1927. Bilder von Ernst Kutzer. (Das Buch ist natürlich in Farbe, hier aus drucktechnischen Gründen in Grautönen). Als ich es kennenlernte, wurde Europa gerade in Schutt und Asche gelegt.

Heute Abend noch einmal das Thema Greta Thunberg im Fernsehen (Auslandsjournal). Folgender Link abrufbar bis 14.08.2020. Bei 2:08 die Frage: „Was ist Inszenierung, was ist echt?“ Von meiner Seite kein Kommentar.

https://www.zdf.de/politik/auslandsjournal/hoffnung-heldin-hassfigur-100.html HIER