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Die Fuge als Tanz

Eine Gavotte bei Rameau und in BWV 882

 

Ich bin ein wenig stolz auf die Entdeckung dieses Rameau-Zitates, das dem großen Bach-Forscher Alfred Dürr entgangen zu sein scheint, obwohl er kurz vorher begründet hat, weshalb das Praeludium der Fuge glaubwürdig „in Stylo francese“ aufzufassen sei. (Und vielleicht – wie die 16. Variation der Goldberg-Variationen als „Französische Ouvertüre“ – den Beginn der zweiten Hälfte des Wohltemperierten Klaviers markieren solle.)

Für mich ein quasi offizielles Statement zur Leichtigkeit des Seins, die auch zum Gewebe einer Fuge gehört. Es geht bei Bach nicht immer zu wie in „Gottes Busen kurz vor der Weltschöpfung“ (Goethe), – das könnte vielmehr ein Vorurteil des Genie-Zeitalters sein.

Extern: hier (Fuge ab 3:54) In dieser Fuge ab 4:36 Zwischenspiel – vgl. oben Rameauthema.

Zum Jahresende 2018 – mein Sinnspruch:

  

Mehr als ein Mönch am Meer – mehr Menschen und der Himmel leer.

*   *   *

Diesseits: der Kammerton klassischer Kommunikation.

(Unglaublich schöne, erfindungsreiche Werke, hervorragend gespielt!)

Ruhe ohne Stille

Zum Jahresende

Die Weite des Himmels, das Rauschen des Meeres, das Murmeln der Menschen, überall ist Ruhe. Fast ohne Spannung. Die Bilder derselben Sache aber verändern auch die Realität.

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(Fotos E.Reichow)

Das war gestern. Heute würde ich sagen, es ist umgekehrt: Stille und latente Unruhe. Sie beruht auf dem roten Buch. Und auf der Musik, die mir schon nachts durch den Kopf ging, meine Musik des Jahres, eine bestimmte Schubert-Aufnahme, real abrufbar im Moment nur indirekt (Fantasie C-dur, Carolin Widmann).

Heute, 1. Januar 2017 (mit Bezug auf vorigen Blogbeitrag)

Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen 31.12.17 Seite 13 der Artikel „Genug gefeiert!“:

1867 Großes Werk: Karl Marx publiziert „Das Kapital“. Zitat der abschließenden Sätze:

Als Versuch, die Gesellschaft zu verstehen, in der wir leben, ist das Werk fast ohne Nachfolger geblieben. Dass man Marx nach 1989 für erledigt hielt, bleibt eine Torheit.