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Nach dem Waterloo der politischen Diskussion

Trump und 1 Ende der Geduld (eine Sternstunde)

hier kein Start, nur Scan-Foto !

ZDF-Sendung gestern: MARKUS LANZ [aus Südtirol, gesehen in Südtirol, Völs, Moarhof ]. Zu Gast: Journalist Elmar Theveßen, Politiker Jürgen Trittin, Autorin Julia Ebner und Zukunftsforscher Matthias Horx (in wiki auch Fehlprognosen), website hier

HIER (Sendung abrufbar bis 30. Oktober)

3:35 Wie reagiert denn Amerika auf das, was da gestern passiert ist? Man sagte: „brennende Müllkippen“, „die würdeloseste Präsidentschaftsdebatte, die ich je gesehen habe“ (E.Th.)

9:16 Jürgen Trittin über die Widersprüchlichkeit der USA

10:12 Wer sind die „Proud Boys“? J.Ebner: „rassistisch, frauenfeindlich, homophob“

19:57 Matthias Horx über den Zustand Amerikas: für uns sehr lehrreich, weil unsere Populisten ein Schatten dieser Bösartigkeit sind, diese negative Energie wird dort [offen] sichtbar.

22:23 Trittin über John Biden, „den Platzhalter, der keinen Schaden anrichtet“ Florida als entscheidender Staat 26:42 Verabschiedung Elmar Theveßen

26:58 „Proud Boys“ Was ist „QAnon“? Bewegung, jetzt auch in Deutschland 29:32 (J.Ebner) 39:57 Bodo Schiffmann mit 2 Ausschnitten (komplett umgedreht) „Quarantäne-Lager hat man früher als KZ bezeichnet“ 43:11 Darüber M. Horx 44:55 Ebner: soziale Medien, die verschwörungstheoretische Inhalte derart pushen, dass sie zu dieser Bedeutung kommen…

(Für mich besonders interessant nach der Begegnung am Völser Weiher hier „Bloße Meinungen“.)

45:24 Dazu Trittin / Wann beginnt dieser Niedergang des Amerikas, das wir in unserer Kindheit erlebt haben? Verschwinden der Mittelklasse. Beispiel Kanada ! Verhältnis zu Autoritäten. EUROPA. 59:30

59:30 Horx „in die Zukunft schauen“ Beispiel: Tourismus in Venedig. Erlebnisse in dieser Krise, „stresshafte Zeit VOR Corona“, Überbeschleunigungsphänomene.

1:07:44 J.Ebner: Verhalten mit Corona ändern… Makroeinflüsse / Horx: der allzu große Technologieglauben – was kommt letzten Endes: Solidarität. Re-greening. Rückschau vom Jahr 2050 aus… China (bis 2030) – den Planeten wirklich wieder ernsthaft begrünen? das ist das wahrscheinlichste Szenario, darauf läuft das hinaus? Horx: Ja!

Gruß aus Südtirol – Zwei Seiten eines Dings

20. September 2020 Blick morgens von Obervöls/Moarhof auf den Schlern

1. Oktober 2020 Blick mittags von der Seiser-Alm auf den Schlern

Fotos: JR & E.Reichow

Zu den Standorten der Fotos:

Was tun bei Misserfolg?

Blogblockaden

Wieder einmal ein Blog-Eintrag – nur, damit ich etwas nicht vergesse. Sonst sammle ich eigentlich keine goldenen Worte von Til Schweiger, und die Schriftstellerin Melanie Raabe war mir sowieso bisher unbekannt. Wer weiß, ob ich jetzt nicht mal ein Buch von ihr lese, weil es „Die Wälder“ heißt und ich so gern das Fürchten lernen würde, von dem sie erzählt. Wahrscheinlich nicht verursacht durch den Wald und seine mittelgefährlichen Bewohner, die uns viel mehr fürchten als wir sie, sondern: durch die Dunkelheit. Da draußen ebenso wie in uns selbst. Gut ich höre es mir auch noch ein zweites Mal an, und zwar ab 56:50 etwa…. Die Frage lautet: was macht dir Angst? und es kommt Erstaunliches zutage, ohne Koketterie, scheint mir, und ich notiere mir vor allem den Fachbegriff, den ich bis dato noch nie gehört habe. Das, was sich dahinter verbirgt, ist nichts anderes als ein depressives Gefühl, von dem ich immer geglaubt hatte, es sei eine Macke, die nur mir zuweilen zu schaffen macht.

Auf den Punkt gefragt ab 1:01:05  dann bis 1:02:20 und fertig…

HIER

Anschließend also zum Stichwort auf Wikipedia hier.

Man schaue auch unter dem Stichwort Schreibblockade hier.

Aber nun zu dem vielleicht privaten Sonderfall (anstelle einer Beichte). Es passiert tatsächlich oft beim Schreiben, dass ein imaginäres Gegenüber (oder Hintermir) sagt: Glaub doch nicht, dass das etwas wert ist, was du dir da aus den Fingern saugst. Allein die Tatsache, dass es dir solche Mühe macht, beweist, dass es dir nicht liegt, dass du nicht dafür bestimmt bist. Und entsprechend wirkt es auch auf andere. Wenn es dir nicht leicht von der Hand geht, – dann bist du eben im falschen Metier tätig.

Tatsächlich, so könnte es geklungen haben, und ich könnte persönlich in dieselbe Kerbe hauen: es muss doch im Flow passieren, und nicht „mit Druckwerk und Röhren“ (war es Lessing, des die eigene Arbeit so geschmälert hat?). Ja, im Flow, das habe ich in musikalischer Hinsicht wohl recht verstanden (hier), zugleich weiß ich, dass nichts auf Knopfdruck geschieht, oder jedenfalls nur, wenn es durch Übung kanalisiert ist. Einer, der neue Wege gehen will, der muss permanent die negativen Stimmen außer Kraft setzen, ohne Gewalt, er geht mit Engelsgeduld seiner lähmend-langsamen Arbeit nach. Getrieben von einer schwer erklärbaren „blinden Begeisterung“.

Man kann diese Selbst-Ermutigung lernen, – auch wenn man anderes wahrnimmt, man hört immer noch die Stimmen der Eltern, das ewig maulende Über-Ich, am Ende getarnt als eigene Stimme im Kopf: mit herabsetzenden Bemerkungen, die nur der Entmutigung dienen, als sei dies die einzig realistische Haltung, die einen vor Enttäuschungen bewahrt. Damit „die Bäume nicht in den Himmel wachsen“: man soll immer „auf dem Teppich bleiben“, „sich nicht zu wichtig nehmen“, „genug schlafen“, „nicht unter der Bettdecke lesen“. Glaub nicht, ausgerechnet du musst „das Rad neu erfinden“, man sollte „seine Grenzen kennen“ und sich „die Flausen aus dem Kopf schlagen“.  Natürlich braucht man nicht Til Schweiger oder Melanie Raabe für diese Weisheiten. Aber jeder Strohhalm im Tagesablauf ist nützlich, um daran anzuknüpfen. Vorgestern? Vorvorgestern? Welche Beethoven-Stelle ist es, deren Wortlaut ich seit Tagen zu erinnern suche? Warten Sie, sie steht doch in den gerade gelesenen Texten – ich habe es vielleicht missverstanden, es galt für ihn, nicht für mich oder irgendeinen Gernegroß. Die Frage: ob es vielleicht noch für ein Spätwerk reicht, wenn nicht auf dem Papier, so doch im Kopf. Du wirst mal ein geistiger Hochstapler, höre ich meinen Vater sagen (aber so sprach er gar nicht, er sagte: Du Besserwisser). Aber in meinem Alter, sage ich mir, macht einem das nichts mehr aus. Beethoven war 52 und hatte nur noch 5 Jahre.

„… sehen Sie, seit einiger Zeit bring‘ ich mich nicht mehr leicht zum Schreiben. Ich sitze und sinne und sinne; ich hab’s lange: aber es will nicht aufs Papier.“ (1822)