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Preis der Deutschen Schallplattenkritik

Indien bestens bewertet

Es lohnt sich immer, einen Blick auf die Bestenlisten (vierteljährlich) und auf die Jahrespreise sowie Ehrenpreise zu werfen. Es ist auch kein Geheimnis, dass ich einer Jury angehöre, und zwar der Jury 20 „Traditionelle ethnische Musik“. Logischerweise freue ich mich über bestimmte Preise ganz besonders, z.B. den Ehrenpreis 2014 für den indischen Künstler Hariprasad Chaurasia oder den Platz auf der Bestenliste 4/2014 für die Dokumentation Magic Kamanchah, den ich mit einer offiziellen Begründung versehen durfte:

Magic Kamancheh: Die Streichlauten 1: Asien. Diverse. 4 CDs & DVD, NoEthno GMV037 (Galileo)

Hinter dem Titel „Magic Kamancheh“ verbirgt sich eine veritable Enzyklopädie der Streichlauten,  also all dessen, was der Volksmund hierzulande „Geige“ oder „Fiedel“ nennt, und zwar in einer überwältigenden Vielfalt der Darbietung: in Konzertmitschnitten und Studioproduktionen, auf vier Compactdiscs plus DVD. In dem fast 100-seitigen Büchlein öffnet sich ein Reichtum an Bildern und Informationen. Das Wort „magisch“ ist dabei nicht zu hoch gegriffen – ein Zauberland der Weltmusik erschließt sich hier, das reicht von Asien über die  Türkei mit Kurzausflügen nach Europa (abgesehen von Rudolstadt auch nach Finnland, Bulgarien, Irland). Ein unentbehrliches Kompendium, das die Vorgängeralben (Magic Banjo, Clarinet, Flute, Harp) noch einmal übertrifft. (Für die Jury: Jan Reichow)

Ich hebe in diesem Zusammenhang besonders gern die CD 2 dieser Kompilation hervor: sie ist der Violinspielerin Kala Ramnath gewidmet.

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Kala Ramnath Maru Bihag

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Ich möchte mich verpflichten, diese Aufnahmen des Ragas Maru Bihag besonders liebevoll zu analysieren und das Ergebnis in diesem Beitrag nachzutragen. Es ist nicht das erste Mal, dass mich dieser Raga beschäftigt und bezaubert. Im Jahre 2007 habe ich ein Konzert des Sitaspielers Purbayan Chatterjee im Radio kommentiert; es betraf im Hauptteil den Raga Maru Bihag, nachzulesen HIER. Später bin ich Purbayan Chatterjee noch einmal begegnet, und zwar in den Mittwochskonzerten der WDR-Redaktion Musikkulturen (Dr. Werner Fuhr) in der Bielefelder Oetkerhalle. Wollen Sie es nachvollziehen? Die heutige Technik macht allerhand möglich, schauen Sie nur HIER

Dieser Blogeintrag wird also später vervollständigt.

Und noch eins nicht zu vergessen: es gibt diese eindrucksvolle Filmaufnahme eines Konzertes mit Kala Ramnath, live am 23. März 2006, aufgenommen von Pieter de Rooij im RASA in Utrecht: HIER.

Die Auflistung des Inhalts sei wiedergegeben (an Ort und Stelle auch anklickbar) :

00:00 – 57:48 Raag Madhuvanti
58:13 – 1:27:40 Raag Dinki Puriya
1:27:54 – 1:39:45 Composition in Raag Des

Was die diesjährigen Jahrespreise angeht, so ist immerhin schon eine Longlist anzuklicken, aus der sie gekürt werden, nämlich HIER.

Aber wie gesagt: ich bin vorläufig wieder auf Indien fixiert, insbesondere weil es um mein Instrument, die Violine, geht. Aber die Umgebung könnte auch nicht atemberaubender sein als auf dieser Dokumentation „Magic Kamancheh“, – fast die ganze Welt!

Nachtrag 26. November 2014

Die neue Jahrespreis-Liste ist jetzt da! Bzw. HIER.

Ich darf einen eigenen Text zitieren:

Deeyah presents: Iranian Woman

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Was für eine glänzende Idee: Fuuse Mousiqi, ein von der norwegisch-pakistanischen Filmemacherin, Musikproduzentin und politischen Aktivistin Deeyah ins Leben gerufenes Projekt, lässt für das Album „Iranian Woman“ alle jene, die in ihrem Land keine Stimme haben, nun weit draußen, in Norwegen, einzeln aus einem imaginären Chor hervortreten und ausrufen: Wir sind noch da, die großen weiblichen Stimmen des Iran. Mahsa Vahdat, Yasna, Parissa, Naghmeh Gholami und viele andere – eben die „Iranische Frau“, die sich mit ihrer Kunst hier in berückender melodischer Schönheit zeigt. Am Ende der Liederreihe steht das uralte Bild des Schmetterlings, der vom Licht nicht lassen kann. Die Kompilation hervorragend produzierter Aufnahmen bietet einen repräsentativen Stand zeitgenössischer iranischer Musik und übermittelt ohne politisches Pathos eine wichtige Botschaft. (Für die Jury: Jan Reichow)