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Kurze Bollenkamerwandeling

Das Wesentliche ist unbeschreiblich

Der kleine Punkt auf dem linken Teil des Weges, ganz hinten, das bin ich:

Aus dem Waldstück dahinten hörte man die ganze Zeit, während wir uns näherten, den Kuckuck. Ohne Ende. Herrlich törichte Töne. Als wir dort ankamen: nichts als Wind und wispernde Kleinvögel.

Unversehens taucht aus den Dünen – mal hier mal dort – die winzige Turmspitze der Kirche von Den Hoorn auf. Wir befinden uns im Territorium der Großen Brachvögel. Mindestens einen hört man unverwandt schreien, manchmal mehrere. Der heftige Glissando-Ruf, aufjagend im Rahmen einer Quarte oder verminderten Quint, lässt sich leicht nachahmen, und wir haben den Eindruck, dass die Vögel bald über uns kreisen, um nach dem Urheber der unbekannten Pfiffe Ausschau zu halten, es wurde auch merklich stiller da oben. Nur vom Boden, aus der Ferne, war noch ein mächtig anschwellender Balzruf zu hören. Unnachahmbar. Ich sollte mich schämen.

Der Abend klingt aus beim Blick auf ein ziemlich aufgewühltes Meer. Wenn ich mich nicht irre, stehen da auch leere Weingläser auf dem Tisch. Verdejo im Paal 9. Meine Tonaufnahmen hatten nur das heftige Geräusch des Windes und vor allem die eigenen Pfeifversuche festgehalten.

Ich habe mir eine neue App aufs Smartphone runtergeladen, die wird mich auch morgen wieder beschäftigen: die App „Flora incognita“. Heute früh hatte sie mir im Handumdrehen den Namen Wiesenkerbel mitgeteilt, den ich vor Jahren hier mühsam erkundet habe. Bei den Zistrosen (?) oben hatte ich kein Glück mehr: der Akku war leer.

vorher nachher

Alle Fotos: E.Reichow

Das folgende Vimeo hier stellt allerdings alles in den Schatten, was man an einem bestimmten Tag des Jahres in einer bestimmten Stunde erleben kann. Und doch ist es genau diese Stunde, die man nicht vergisst.

Die Insel Texel kehrt des öfteren wieder in diesem Blog: wann hat es begonnen? Vielleicht hier? Oder hier? Und u.a. auch noch hier?

Am Tag danach: beim Paviljoen Kaap Noord