Kategorie-Archiv: Heimat

Rheinfahrt heimwärts

Bacharach bis Loreley

                    

  Es geht um die Farbe!

  Turner 1817 am gleichen Ort

Alle Fotos: E. Reichow

Ein Statement über Märchen 3. Nov. 2019

Michael Köhlmeier:

25:40 Ich glaube, es ist kaum einer Literaturgattung soviel unrecht getan worden wie dem Märchen. Das ist natürlich auch mit die Schuld der Grimms, die ich überaus bewundere. Es gibt kaum Autoren des 19. Jahrhunderts, die ich mehr bewundere als diese beiden, aber dass die Märchen auf die Kinder abgeschoben worden sind, – waren sie ursprünglich nicht, sie haben mehr mit einer Vorform der Psychoanalyse zu tun, die Märchen, als mit Geschichten für Kinder. Das zeigt sich auch ganz deutlich: es sind manche Geschichten, die sind so grauenhaft, manche Märchen, die man Kindern nicht zumuten will, aber man kann sie ihnen doch zumuten, weil es halt so ewige Geschichten sind. Ich glaube, wir tun der Gattung Märchen keinen Gefallen, wenn wir sagen, die sind für Kinder, und wenn wir dann aber das siebte Lebensjahr überschritten haben, dann sind sie nicht mehr interessant, das ist glaube ich nicht wahr. Das glaub ich nicht. 26:29 (Denis Scheck:) Jetzt müssen wir noch ein Wort über die Illustration verlieren, Sie sagen, Ihre Märchen sind im Grunde Ausdeutungen von Bildern, Nikolaus Heidelbach, der wunderbare etc.

Quelle (hier)

 

Waldspaziergang Ohligs

Der Tag nach dem Abendrot

Blick aus dem Fenster des Arbeitszimmers 22.10.2019 18:45

In der Richtung des Abendrots liegt die Ohligser Heide. Wenn möglich, will ich morgen die Bäume dort sehen und riechen. Nichts Spektakuläres. Nur oben und unten.

Formen und Farben 23.10.2019 12:30

        

Fotos unten E.Reichow

Gräfrath in Solingen

Schöne Tristesse

 

8. Oktober 2019 13:00 Uhr Fotos JR Huawei

Ich liebe nasse, graue Tage (nach einem über Wochen aufgeheizten Sommer) und ganz besonders, wenn es in greifbarer Nähe ein Kaffeehaus gibt.

Im übrigen unterscheide man bitte diesen Ortsteil von Solingen ein für allemal von Grafrath im Landkreis Fürstenfeldbruck und Grefrath im Kreis Viersen, eben, wie der Name schon sagt: Gräfrath!

Herbst am Rüdenstein

Vor dem Höhenzug drüben fließt die Wupper. Man schaut von der Gegenseite auf den Obenrüdener Kotten. Es ist unglaublich still.

Der Rüdenstein selbst liegt um 13.15 Uhr schon im Dämmerlicht.

Das gleichnamige Gasthaus an der Wupper erreicht man noch im Sonnenbereich.

       

Für uns nur ein harmloser Spaziergang. Andere denken hier an Foto- und Filmproduktionen.

(Fotos E.Reichow)

Ein paar Schritte im Nahbereich

Ach du bist’s, alter Wasserpatscher

Ich traue meinen Augen nicht, bei meinem Weg über die Terrasse zu den Blumenkübeln, die ich gießen will. Der Wasserstrahl trifft ihn nur knapp, er bleibt sitzen; vielleicht sitzt er da nur wegen der regelmäßigen Erfrischung, und ich habe ihn nie gesehen. Vielleicht hätte er etwas gesagt, wenn ich eine goldene Kugel besäße und einer Königstochter ähnelte. Mein Smartphone erschreckt ihn nicht; trotzdem mag ich ihm nicht noch näher kommen. Früher traf ich auch immer eine Kröte in der Nähe der Eingangstür. Sie hat die Hitze vielleicht nicht überstanden?

Eifelfahrt

Rursee und Vogelsang

 bitte anklicken

Sang dort heute wirklich ein Vogel? Ja, ein einziger: die Mönchsgrasmücke. Frei aber einsam. Verzweifelt klang es nicht.

Wikipedia über die „Ordensburg Vogelsang“ HIER.

Heimbach Wasserkraftwerk

 

 

 Wikipedia über das Kraftwerk HIER.

 

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Sommersonntag

Ein freundlicher Blick auf den gemeinen Wasserdost

Die Nektarquelle Wasserdost. Mir war zunächst allein wichtig, Namen und Habitus dieses Unkrauts mit Sonnenlicht, Insektengesumm und Schmetterlingen verschiedener Größe und Farbe zu verbinden. Nie wieder werde ich es zugunsten einer „Kulturpflanze“ entfernen. Es taucht seit Jahrzehnten immer wieder am Rand des Gartens auf, aber nie im Mittelpunkt, von Sonne beschienen, dort wo sein wahres Wesen zutagetritt. Als lebendes Gasthaus. Endlich kann ich es in dem Büchlein identifizieren, auf derselben Seite, die ich vor langer Zeit um den reizvollen Namen „Stinkender Storchschnabel“ bereicherte.

 Mehr vom Wasserdost

 

 

Der Sekt stammt von Silvester, das Büchlein aus dem Jahr 1983, das Hufeisen aus den 60er Jahren, die Efeuwurzel aus der Toskana 2013, im Zentrum der Gegenwart stehen die Tonschalen im Hintergrund und der Wasserdost seitlich in Richtung Tal.

  Ausschnitt aus demselben Foto.

 

Während ich die Situation genieße, ohne zu lesen oder von irgendwelchen Vorhaben des Tages bewegt zu sein, erinnere ich mich dunkel an ein Kapitel des großen Buches von Musil „Atemzüge eines Sommertages“, obwohl Natur – soweit ich weiß – darin keine Rolle spielt, – – – abgesehen von seiner Schwester Agathe.  Unvergessen allerdings die wiederholte Lektüre der Erzählungen „Drei Frauen“ und „Die Amsel“. Inzwischen habe ich den Riesenbeitrag über den „Mann ohne Eigenschaften“ in Wikipedia entdeckt. Was für eine Basis! Zeit von vorne zu beginnen?

 

Aronstab (in allen Teilen giftig!), Gurke (essbar)

Der junge Specht

 Erkennt man schemenhaft da oben die Krähe?

Wir hatten sie in Verdacht, dem jungen Specht einen Schrecken eingejagt zu haben, das Tierchen flog dem Nachbarn gegen die Scheibe, und der fuhr mit dem leicht Betäubten in die Tierklinik, Diagnose „leichte Gehirnerschütterung“ (kann ich mir kaum vorstellen bei einem Specht!), gebrochen sei nichts, jedenfalls sei es besser, ihn zwei Tage im Käfig zu halten, damit er sich erholt. Beim Nachbarn konnte er nicht bleiben, der Katze wegen, die sich allzu interessiert zeigte. In größter Eile wurde ein alter Käfig beschafft, und ehe wir uns versahen, trank und fraß der Kleine bei uns, als ob er’s so gelernt habe, und schrie von morgens bis abends „tschäck! tschäck!“, schaute dabei unverwandt über den Balkonrand nach oben. Kaum vorstellbar, dass er schon fliegen konnte; manchmal schloss er die Augen und hing wie tot am Gitter. Was tun?

Am nächsten Tag mittags brachte ich den Käfig nach unten an den Terrassenrand. Wenn ich nun das Türchen öffne (er hat kaum Angst vor mir, flattert nicht kopflos gegen die Seitenwände), – wird er dann im Beet landen und flatternd durch die Kräuter und Dornen davontölpeln? Das täte uns weh! Quatsch. Alles ging so schnell, dass ich vergass, das Handy für Abschiedsfotos zu zücken. Er saß nur einen Moment in dem offenen Türchen, startete kraftvoll und flog zielbewusst in den höchsten Wipfel, der hinter dem schräggewachsenen Ast zu erkennen ist. Dort aber – kaum zu glauben – wurde er offenbar schon erwartet, „tschäck! tschäck!“ im Dialog, lauter als je in unserer gemeinsamen Zeit…

Die Begegnung dauerte vom 4. morgens bis zum 5. Juni mittags. Als ich einen Tag später in der Abenddämmerung draußen saß, in der Hoffnung, Fledermäuse zu sehen, beobachtete ich stattdessen Glühwürmchen.

Und heute (am 9.) turnten zwei Buntspechte an der Vivara-Futterstelle vorm Haus herum. Gern hätte ich gesehen, dass der eine den andern füttert, wie es bei den Meisen fortwährend zu beobachten ist. Diese süße Abhängigkeit hätte mir bedeutet, dass genau dieser zu Fütternde schon bei uns im Käfig gesessen hat…

Mein Rasenstück

Auf der Suche nach der Pelzbiene

Dürer Rasenstück Kunst 1503 Das große Rasenstück

Rasen aa Leben 2018 Kleine Rasenstücke

Rasen d Rasen gRasen a Rasen b Rasen c Rasen e Rasen f Rasen h Rasen i Rasen j Rasen k Rasen l Rasen m Rasen n

Alle Fotos JR Lumix

Zugegeben: es handelt sich nicht um das, was man heute unter „Rasen“ versteht, übrigens auch bei Dürer nicht. Wikipedia sagt:

Kennzeichen des Rasens ist das regelmäßige Mähen der wachsenden Gräser auf eine Höhe von ein bis zehn Zentimetern, in manchen Fällen sind es aber nur vier bis fünf Millimeter (Putting-Green der Golfplätze) während der Vegetationsperiode. Grasflächen, die selten gemäht werden und deren Bewuchs daher höhere Wuchshöhen erreicht, bezeichnet man als Wiesen.

Ohne Dürers Vorbild hätte ich es einfach Vegetationsfläche genannt oder sogar Wiese. Aber ich habe ja nicht mal Gräser vorzuweisen. Was den Bärlauch angeht, findet man ihn in Auenlandschaften, aber auch in Buchenmischwäldern, wo sich das Gefleckte Lungenkraut ebenfalls gern ausbreitet. Mich interessiert, dass sich hier Insekten wohlfühlen. Neben den Pelzbienen, habe ich auch Zitronenfalter, Pfauenauge und heute auch einige Aurorafalter gesehen, die zum Wiesenschaumkraut gehören. Das gelbblühende Scharbockskraut wird bald nach reicher Blüte welken und oberirdisch verschwinden, ist aber im nächsten Frühjahr wieder da.

P.S. Die Pelzbiene ist auf dem „Rasenstück“-Foto 10 zu finden (zu ahnen).

Bienen und Bäume

Botanischer Garten Solingen

Ein guter Ort am Sonntagmorgen, durchaus, an den Bienenwohnanlagen ist reger Flugbetrieb, Eingänge in allen Größen, 2-10 mm Durchmesser. Die Bäume ringsumher stehen kurz vorm Ausbruch der Knospen, ihre gewaltigen Wuchsformen kommen also noch voll zur Geltung, zugleich kündigt sich das tausendfache kleine Drama der Grün-Entfaltung an.

Botanischer Garten Bienen Info a

Links www.bsmw.de oder www.wildbienen.de

Botanischer Garten Bienen Info b

Botanisch Trompetenbaum Trompetenbaum mit Stütze

Botanisch Farrnblättrige Buche Botanisch Birke Nordamerika Botanisch Baum Handyfotos: JR

Die Ernüchterung durch andere Besucher

Botanisch Pok 1 .   .   .Botanisch Pok 2 .   .   .Botanisch Pok 3 .   .   .Botanisch Pok 4 .   .   .

Sie stören eigentlich nicht, nur ihr Desinteresse ist provozierend. Das Einzige, was sie sehen und sehen wollen, ist der virtuelle Quatsch in den Smartphones. Was für ein Irrtum zu glauben, – so war es in der Zeitung zu lesen -, dass jemand, der nun einmal hierher gelockt wird, auch das botanische Angebot wahrnehmen werde. Oder die faule Ausrede der Veranstalter (?), die partiell blinden Besucher würden den Umsatz am Getränkekiosk steigern. Sie lernen, dass in der Botanik nichts Interessantes zu finden ist, es sei denn, dergleichen würde mit Pokémons Hilfe eingeblendet.

Ich will kein Spieleverächter sein, für alle Fälle könnte man sich kundig machen, was hier eigentlich vor sich geht. Das Phänomen möchte ich durchaus verstehen. Allerdings glaube ich keinen Menschen gesehen zu haben, den ich verstehen will. Nur Bienen und Bäume. Schlimm!

Wikipedia über Pokémon go.

Interessant auch, was die Rheinische Post voriges Jahr aus Düsseldorf rückblickend darüber berichtete:

Mit Pokémon Go schuf das Entwicklerstudio das erste erfolgreiche Spiel mit „Augmented Reality“: Diese „erweiterte Realität“ besteht darin, dass Pokémons auf dem Bildschirm in die reale Umgebung projiziert werden. Nähert sich der Spieler einem Ort, scheinen die Monster vor ihm aufzutauchen. Grundlage für diese Technik sind die Smartphone-Kamera und die GPS-Ortungsfunktion.

„Für mich zählt das soziale, gemeinschaftliche Spielerlebnis“, sagt John Hanke. „Menschen versammeln sich zum Beispiel in Parks. Dadurch werden Städte lebendiger, und die Spieler bewegen sich mehr im Freien. Pokémon Go soll auch in zehn Jahren noch da sein.“

Quelle Hier . Oder ebenfalls voriges Jahr in der Solinger RP Hier.

Und jetzt (15. April 2018 12.30 h):

Botanik & Pokémon 180415 Foto: ER

Nachwort 17. April 2018

Natürlich: jeder hat das gleiche Lebensrecht. Und wenn mich die Leute an Schlafwandler erinnert haben, ist das meine Sache, – bin ich denn nicht selbst ein Tagträumer? Ich habe zu Wochenbeginn immer noch an Bienen und Bäume gedacht, – darüberhinaus wie immer an die Musik -, habe allerdings auch die Süddeutsche Zeitung gelesen, um ein wenig über die Welt da draußen informiert zu sein; nicht alles gleichermaßen gründlich, aber zum Beispiel Wort für Wort alles, was die neue Landwirtschaftsministerin über Glyphosat und unsere Zukunft gesagt hat. Ein Aufwacherlebnis. Das Entsetzen könnte nicht größer sein. Man sollte dieses Interview im Deutschunterricht der Schulen behandeln: wie besorgte Politiker reden, um auszudrücken, dass sie gar nichts sagen und noch weniger tun werden. Weil wir nämlich selber schuld sind. (Und die Bahn auch!) Wichtigster Merksatz: Alarmismus und Angst sind schlechte Ratgeber für Politiker. Aber Verantwortungsbewusstsein und Problembewusstsein braucht es. (Julia Klöckner). Und nun lesen Sie möglichst selbst; man kann nur hoffen, dass der Wortlaut des Interviews im Internet auffindbar ist, damit sich niemand über das Denkvermögen dieser neuen politischen Kraft Illusionen macht: 

„Ich bin auf einem Hof groß geworden“ Die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über Bauern, denen zu viel Schuld zugewiesen wird – und überforderte Verbraucher, die es sich mitunter auch gerne einfach machen. Süddeutsche Zeitung 16. April 2018 (Seite 6). Schlagzeile auf der Titelseite:

Klöckner Glyphosat

Neulich habe ich gehört, wie sich zwei kluge Menschen über so etwas wie Alarmismus unterhalten haben; sie sagten sinngemäß etwa folgendes:

Ist das nicht merkwürdig, dass die Menschen ganz lange geglaubt haben, was sie gar nicht wussten, dass es nämlich eine Apokalypse gibt? Und dass wir heute wissen, dass es eine Apokalypse geben wird, aber die Menschen es nicht glauben!? (Lesch lacht) Also: dass wir sozusagen dem ökologischen Kollaps mit Siebenmeilensteifeln entgegengehen und real wissen… wirklich real wissen: das ist die Wahrheit, – ja… wir wissen das, aber wir glauben es nicht.

Man kann die Begründungen sogar nachhören: Richard David Precht und Harald Lesch im Gespräch über Verschwörungstheorien (hier, ab 17:13). Oder besser selbst eingeben: https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-186.html

Glyphosat Klöckner Stand 28.04.2018

ST Bienensterben stopp Titelzeile

So die Titelzeile in meinem Solinger Tageblatt. Ein guter Bericht von Khang Nguyen. Ausschnitt:

ST Bienensterben stopp 180428 Detail

Vorsicht bei solchen Meldungen über Politiker/innen: Weder von Christian Schmidt noch von Julia Klöckner habe ich soviel Einsicht im vorhinein bemerken können. Wir erinnern uns: sein Beispiel laut Tageblatt vom 02.02.18 (hier):

„Der Einsatz von Glyphosat ist umstritten. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Dennoch hat die EU – mit der Stimme des deutschen Landwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU) – die Zulassung für das Mittel verlängert.“

Interessantes Gerichtsurteil (gestern in der Süddeutschen Zeitung):

Aufsehen erregte ein Verfahren, das Willand mit seinem Team bis vor den Europäischen Gerichtshof trug. Es war der Fall des Hobby-Imkers Karl-Heinz Bablok, der nicht hinnehmen wollte, dass sein Honig Spuren von gentechnisch verändertem Mais enthielt – und so zu einem Produkt wurde, das viele Verbraucher ablehnen. 2011 gewannen sie das Verfahren. Belasteter Honig muss seitdem gekennzeichnet werden und darf nur mit gesonderter Zulassung in den Handel, betroffene Imker haben ein Recht auf Schadenersatz. Ein bahnbrechendes Urteil. Gentech-Mais wird hierzulande nicht mehr angebaut.

Quelle Süddeutsche Zeitung 27. April 2018 Seite 15 (Wirtschaftsteil!) „Anwalt der Bienen / Achim Willand kämpft für das Verbot schädlicher Pestizide“ online hier.

Siehe auch über VERTRAUEN bzw. „Glyphosat & Schmidt“ im Blogartikel CHINA hier!

Hinweis 6. Mai 2018 Süddeutsche Zeitung 5./6. Mai 2018 Seite 34/35 Wilde Schwestern Sie sind die vergessenen Verwandten der Honigbiene, dabei sind die Wildbienen fleißiger, weniger verzärtelt und mindestens genauso hübsch. Von Tina Baier. (Nur über – kostenloses – Testabo hier.)