Kategorie-Archiv: Digitalisierung

… so viele Geschichten, Religionen und Ideologien

 Und was folgt daraus? (Tue nichts!)

ZITAT (Harari)

Bis dahin wusste ich recht wenig über Meditation und war der Ansicht, dazu gehörten alle möglichen komplizierten mystischen Theorien. Ich war deshalb erstaunt, dass sich der Kurs als sehr praxisorientiert erwies. Unser Lehrer, S.N. Goenka, brachte den Teilnehmern bei, im Schneidersitz und mit geschlossenen Augen dazusitzen und die gesamte Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten, der durch die Nase in den Körper strömt und wieder herausfließt. „Tue nichts“, sagte er immer wieder, „versuche nicht, den Atem zu kontrollieren oder auf eine besondere Weise zu atmen. Nimm einfach nur die Wirklichkeit des gegenwärtigen Augenblicks wahr, wie auch immer er sein mag. Wenn der Atem einströmt, bist du dir einfach nur bewusst – jetzt fließt der Atem hinaus. Und wenn du die Konzentration verlierst und dein Geist damit beginnt, zu Erinnerungen und Fantasien abzuschweifen, bist du dir einfach bewusst – jetzt schweift mein Geist vom Atem ab.“ Das war das Wichtigste, was jemals irgendjemand zu mir gesagt hat.

Wenn die Menschen die großen Fragen des Lebens stellen, haben sie in der Regel absolut kein Interesse daran, sich des Atemflusses bewusst zu werden. Vielmehr wollen sie Dinge wissen wie etwa, was passiert, wenn wir tot sind. Doch das eigentliche Rätsel des Lebens ist nicht, was geschieht, wenn wir tot sind, sondern was geschieht, bevor wir sterben. Wer den Tod verstehen will, muss das Leben verstehen.

Quelle Yuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert / C.H.Beck München 2018 (Zitat Seite 408f)

   

Teil I „Die technologische Herausforderung“ beginnt mit der Erklärung:

Die Menschheit verliert den Glauben an die liberale Erzählung, welche die Weltpolitik in den letzten Jahrzehnten bestimmte, genau in dem Augenblick, da die Verschmelzung von Informationstechnologie und Biotechnologie uns vor die größten Herausforderungen stellt, mit denen die Menschheit je konfrontiert war.

Als ich dieses Buch zu lesen begann, fühlte ich mich an den Tag erinnert, an dem ich „Die große Erzählung“ – oder wenigstens die fortwährenden Anspielungen auf ein „Narrativ“ – dingfest machen wollte, in diesem Fall auf Musik bezogen, nämlich hier. Warum soll sich diese Technik der Annäherung erledigt haben? Wenn in diesem Moment auch „nur“ von Weltpolitik die Rede ist, vom „Glauben an die liberale Erzählung“, es hindert ja den Autor nicht, auch die Musik sozusagen spielerisch einzubeziehen. („Mozart in der Maschine“ Seite 50ff)

Weil dieser Historiker, dem soviel auf rationalem Wege gelingt, in der Musik nichts Bemerkenswertes zustandebekommt, obwohl das musikalische Handwerk doch auch ohne Genie ganz gut zu beurteilen und sogar zu erlernen ist. Er meint Komponisten, Sänger und Djs, die „nach wie vor aus Fleisch und Blut“ sind.

Wir vertrauen auf ihre Kreativität, mit der sie nicht nur völlig neue Musik schaffen, sondern auch aus einer schwindelerregenden Fälle verfügbarer Möglichkeiten auswählen.

Gleichwohl wird auf lange Sicht kein Arbeitsplatz absolut sicher vor der Automatisierung sein. Selbst Künstler sollte man auf der Rechnung haben. In der modernen Welt wird Kunst üblicherweise mit menschlichen Emotionen assoziiert. Wir neigen zu der Annahme, Künstler würden innere Seelenkräfte bündeln, und der eigentliche Zweck der Kunst sei es, uns mit unseren Emotionen in Verbindung zu bringen oder irgendein neues Gefühl in uns auszulösen. Wenn es darum geht, Kunst zu bewerten, beurteilen wir sie folglich gerne nach ihrer emotionalen Wirkung auf das Publikum. Wenn man aber Kunst über menschliche Emotionen definiert, was würde dann passieren, sobald äußere Algorithmen in der Lage sind, menschliche Emotionen besser als Shakespeare, Frida Kahlo oder Beyoncé zu verstehen und zu manipulieren?

Schließlich sind Emotionen nicht irgendein geheimnisvolles Phänomen – sie sind das Ergebnis eines biochemischen Prozesses. Deshalb könnte in nicht allzu ferner Zukunft ein maschinell lernender Algorithmus die biometrischen Daten analysieren, die ihm von Sensoren auf und in unserem Körper zufließen, er könnte unseren Persönlichkeitstyp und unsere wechselnden Gemütslagen bestimmen, und er könnte berechnen, welche emotionale Wirkung ein bestimmtes Lied – ja sogar eine bestimmte Tonart – mit hoher Wahrscheinlichkeit auf uns hat.

Quelle Yuval Noah Harari: a.a.O. Seite 51

Wenn es um das Ergebnis biochemischer Prozesse geht, die erforschbar und manipulierbar sind, – was soll uns dann veranlassen, weiterhin Energie in diese furchtbaren Umwege zu investieren, die am Ende nichts als ein bestimmtes Lied ergeben? Dafür der ganze Konzertbetrieb und die gigantisch aufgeblähte Musikindustrie? Und warum übt ein Mensch jahrzehntelang Klavier, wenn er sich alle Klavierwerke der Welt in meisterhaften Versionen und „gefühlsecht“ vom CD-Spieler (oder Nachfolgegeräten) einflößen lassen könnte?

Man bedenke allerdings, was die Geschmacksverstärker in der Kulinarik ausrichten. Oder gewisse Psychopharmaka, die „aufhellende“ Wirkung haben. Für mich würde vielleicht eine Weltschmerztablette täglich reichen, schon wäre ich der Sorge um weitere Bücher und Musikkonserven ledig. Geistige Nahrung – was ist das?

Wahrscheinlich doch das einzige, was uns lebendig hält.

Dementsprechend gehören für mich zu den hervorragenden Teilen des Buches diejenigen, die sich kritisch mit der digitalen Welt befassen, von deren Denken es ansonsten geprägt ist. Und so gefällt mir das Kapitel über Facebook.

Menschen haben Körper. Im Verlauf des letzten Jahrhunderts hat die Technik uns von unseren Körpern entfernt. Wir haben unsere Fähigkeit verloren, darauf zu achten, was wir riechen und schmecken. Stattdessen sind wir von unseren Smartphones und Computern absorbiert. Das, was im Cyberspace passiert, interessiert uns mehr als das, was draußen auf der Straße geschieht. (…)

Wenn die Menschen dazu ermuntert werden, „Erfahrungen zu teilen“, heißt das nichts anderes, als dass sie das, was ihnen zustößt, mit den Augen anderer begreifen sollen. Wenn etwas Aufregendes passiert, besteht das Bauchgefühl von Facebook-Nutzern darin, das Smartphone aus der Tasche zu ziehen, ein Foto zu machen, es online zu stellen und auf die Likes zu warten. Währenddessen bemerken sie kaum, was sie selbst fühlen. Vielmehr wird das, was sie fühlen, zunehmend von den Online-Reaktionen bestimmt.

Menschen, die sich dem Körper, ihren Sinnen und ihrer physischen Umgebung entfremdet haben, fühlen sich leicht isoliert und desorientiert. Meinungsmacher schreiben solche Entfremdungsempfindungen oftmals dem Schwinden religiöser und nationaler Bindungen zu, aber wichtiger ist in diesem Fall wohl die Tatsache, dass die Menschen den Bezug zum eigenen Körper verloren haben. Über Jahrmillionen haben sie ohne Religionen und ohne Nationen gelebt – insofern können sie vermutlich auch im 21. Jahrhundert gut ohne sie existieren. Doch sie können nicht glücklich leben, wenn sie nicht mehr mit ihrem Körper verbunden sind. Wer sich in seinem Körper nicht mehr zu Hause fühlt, wird sich auch in der Welt nirgends zu Hause fühlen.

Quelle Yuval Noah Harari: a.a.O. Seite 131f

Alles was er schreibt, ist richtig gedacht, jedoch rein „positivistisch“, z.B. wie er die Religionen der Welt der Reihe nach destruiert. Alles überzeugend, und wer da denkt, der Abschluss mit Meditation (s.o.) könnte zumindest den Buddhismus als Lösung voraussetzen, hat sich geirrt. Ebenso – natürlich? – das Judentum, als äußerst partikulare Weltanschauung und eigentlich desolat als Grundlage des Christentums, dem es seinerseits nicht besser ergeht usw. usw., im Prinzip kennt man das alles aus den rationalistischen Deduktionen der Wissenschaft, etwa bei Richard Dawkins. Weshalb ich es ganz anders lese, beruht nicht auf eine latenten, mir nicht bewussten (schwächlichen) Rückwendung zur Mystik, sondern weil ich gleichzeitig Jaspers lese („Der philosophische Glaube“) und – durchaus nicht im Sinne einer Rückwendung – mit Enttäuschung zur Kenntnis nehmen musste, dass er doch von „Gott“ spricht, so dass man meinen könnte, jetzt komme der Krypto-Evangelist zum Vorschein. Es ist ganz anders. Es fehlen alle christlichen Insignien, wenn ich mich nicht irre. Ich werde diese Gedankengänge keinesfalls verkürzt darstellen, als seien daraus neue Dogmen zu gewinnen. Nicht einmal behaupten, Gott sei mit dem identisch, was Jaspers sonst mit größter Vorsicht „das Umgreifende“ nennt, – jenseits der „Subjekt-Objekt-Spaltung“, die alle unsere Gedankengebäude als Irrglauben desavouiert. Auch in dem Moment, wo wir neue Namen dafür ersinnen. Und neue Erzählungen drumherum…

Kunst, die niederdrückt und inspiriert

Figuren in der Morgensonne: Engel oder Heuschrecken?

Lesen Sie Texte von H.G.Wells, Günther Anders, Shoshana Zuboff, Christian Schwägerl?

Dann hören Sie sie doch auch, sehenden Auges!

HIER  Bitte nach Öffnen auf das Wort Film klicken, Vollbildmodus einstellen und 5 Minuten Zeit haben! 

Neues aus der Buchhandlung meines Vertrauens: Bilder von Kanak Chandresa u.a.

Schauen Sie scharf hin, lassen Sie den Blick vom Kamel aus senkrecht wandern – eine der kleinen Figuren hat mich für immer verlassen! – und am Ende auch nach ganz links: das einsame Buch dort befindet sich bereits in meinem Besitz. Geschichte Indiens – Von der Induskultur bis heute. Hermann Kulke & Dietmar Rothermund.

In der Überschrift vergaß ich ein wichtiges Wort, ich vergaß die Wirkung der Kunst; es muss folgendermaßen heißen: Kunst, die niederdrückt, inspiriert und wieder aufrichtet.

Handyfotos: JR

Von der Zukunft

Digitalisierung und Energieeffizienz

Diese Überschrift klingt abschreckend, das weiß ich. Aber sie kommt ja aus dem Alltag, den ich gern schriftlich „bewältige“. Ob nun – wie heute morgen – im Wartezimmer des Arztes sitzend, wo ich mich durch Flow-Assoziationen abzulenken suche (siehe Foto unten) oder ob ich donnerstags die allzu umfangreiche ZEIT aufschlage, in den Garten gehe oder am Klavier sitze. Und auch dort darauf warte, dass im Praeludium B-dur, das ich übe, endlich die Fingersätze so sitzen, dass ein Flow entstehen kann. Eine Symbiose von Mensch und Klavier (wie Anne-Sophie Mutter in etwa sagte, – Sie erinnern sich? -,  genau, und ihretwegen erwähne bewusst die Geige nicht. Und auch nicht Roger Federer. Noch weniger Jean Biermans‘ Turbo-Levo. Ganz zu schweigen von Michelangelo und der Sixtinischen Kapelle.) Während ich Stinkers Aufstieg studiere (siehe zweites Handy-Foto unten), fällt immer wieder mein Blick auf die Reklame für das neue Buch von Precht (ist er vielleicht mein Federer?), hat er nicht vor ein paar Tagen bei Lanz im ZDF so beispielhaft über die Zukunft gesprochen? … und das Wort Energieeffizienz gebraucht und das Unperfekte am Menschen gelobt, als habe Anne-Sophie Mutter nie existiert? All dem muss ich nachgehen…

Flow Mountainbike April 2018 ZEIT Jessen & Precht 180420 Handy JR

Gespräch bei LANZ ZDF 24. April 2018 (hier), abrufbar nur bis 24. Mai!

Ein Ausschnitt daraus, verschriftlicht:

Philipp Westermeyer (34:03):

Prinzipiell sind wir global gesehen und auch insbesondere in dieser ganzen Digitalisierungsblase auf einem sehr, sehr guten Weg, und so’n bisschen verstellen wir uns grad selber die Sicht und schauen jetzt auf den Datenskandal … und Trump … auf die extremen negativen Auswüchse dessen… Aber: Fundamental wird die Welt … oder ist die Welt dabei, immer besser zu werden, und das finde ich kommt viel zu wenig raus in solchen Gesprächen und auch häufig ehrlicherweise in Ihren Büchern oder so, weil das natürlicherweise auch vielleicht noch spannender anhört, wenn man das alles negativ beschreibt, aber es ist in Wahrheit positiv. (Lanz: Da tun Sie ihm gerade unrecht!)

Richard David Precht:

Also jetzt mal ganz klar, ich hab je eben vorhin versucht zu erklären: Die Vorstellung, dass wir unsere gegenwärtige Arbeitsgesellschaft verändern, hin in eine Gesellschaft, in der keiner mehr existentielle Angst vor Jobverlust haben muss, indem die Menschen durch ein Grundeinkommen abgesichert werden, indem mehr selbstbestimmte Tätigkeit und weniger entfremdete Tätigkeit vorkommt, – das alles sind doch positive Visionen! Das ist doch in keiner Form negativ! Das einzige, wo ich persönlich … es gibt nur einen einzigen Punkt, bei dem ich pessimistisch bin in der ganzen Diskussion, und dieser einzige Punkt ist, dass die Digitalisierung einen wahnsinnigen Energieverbrauch hat und dass diese Energie zu einem erhebliche Teil durch fossile Energien geleistet wird, d.h. also weiterhin durch Kohle, Öl usw., und wenn wir auf diese Weise zulassen, dass sich die Erd[wärm]e noch um zwei, drei weitere Grad erhöhen [wird], dann werden wir die Migrationsströme, die ökologische Katastrophe, den Klimawandel usw. nicht überleben. Und deswegen ist eines der wichtigsten Dinge – und das ist der einzige Punkt, vor dem ich richtig Angst habe – , dass wir die Digitalisierung nicht jenseits der Energiediskussion führen, sondern diese beiden Diskussionen miteinander vertackern, weil es natürlich Möglichkeiten gibt, digital energieeffizienter (achso!) zu arbeiten und Energie zu sparen, aber insgesamt verbrauchen wir bislang durch die Digitalisierung immer, immer, immer mehr Strom.

Philipp Westermeyer:

Aber wenn es eine Chance … oder wenn wir über die nächsten hundert oder tausend Jahre auf dieser Welt leben wollen, und wir werden immer mehr Menschen, wenn das irgendwie klappen soll, dann nur über Technologie! Ohne wird’s eh nicht funktionieren…

Precht:

Ich rede ja nicht gegen Technologie, ich rede… mein ganzes Plädoyer ist nicht gegen Technik zu sein, sondern zu überlegen, was ist der beste HUMANE Ansatz, wie integrieren wir Technologie, wie sorgen wir dafür, dass Menschen nicht irgendwann wie im Silicon Valley in deren Visionen-[?] wir ein defizienter Computer sind in der Wahrnehmung. Wie errechnen wir sozusagen das Mitgefühl, das Menschen ausmacht, das Unperfekte am Menschen, wie lassen wir das in einer Gesellschaft zu, die einem Perfektionswahn unterliegt: Alles das sind die Fragen, die ich habe. Ich möchte die Technik für den Menschen nutzen, und ich will nicht, dass der Mensch irgendwann zum Sklaven der Technik wird. (36:47 Beifall)

*   *   *

Es haben sich schon viele Leute aufgeregt über den Abgasskandal, ich auch, aber von dieser Seite, die in dem ZEIT-Artikel entwickelt wird, ist er wohl noch nie betrachtet worden. Ich muss mir wenigstens die Sätze notieren, die ich mir – wie man vielleicht oben auf dem Foto erkennt – angestrichen habe. Voller Bewunderung für den Autor Jens Jessen.

Das Ausmaß der Abgaslüge wird im Allgemeinen noch weniger gern berechnet als das Ausmaß der Abgaswolke; wahrscheinlich weil die moralische Katastrophe die ökologische bei Weitem übertrifft. (…)

Im Hintergrund der Dieselaffäre vibrieren Emotionen, die tiefer gehen als der Eindruck von Betrug und Vertuschung. Es sind Gefühle von Kränkung, beschädigtem Stolz, verlorener Unschuld, auch von jäh gestopptem Aufstieg, verflogener Zukunftshoffnung. Sie betreffen tatsächlich nicht nur die Automobilindustrie. Für Deutschland kann man sagen: Sie betreffen die Nation. Es ist interessant zu beobachten, wie nonchalant oder jedenfalls rein juristisch die Verfehlungen der Industrie in Italien und Frankreich behandelt werden. Das liegt nicht daran, dass dort die Empörung in der Sache geringer wäre, sondern dass man den Betrug ohne Verblüffung zur Kenntnis nimmt: Genau so etwas hat man den Konzernen immer zugetraut. Italiener oder Franzosen haben den Schwindel gewissermaßen nicht persönlich genommen, das heißt sich niemals als Teil einer Verheißung gesehen, die dem Dieselmotor Erlösungsqualitäten zumaß.

Wie bitte? Alle Antennen sind aufgerichtet, ich glaube nicht, dass jemand bis hierher gelesen hat, und dann nicht weiterliest bis zum letzten Wort des Artikels. Der Stachel mit dem Nationenvergleich sitzt. Und dann das Wort „Erlösungsqualitäten“, steigt da nicht die Ahnung auf, dass wir als hoffnungslose Romantiker, verkappte Wagnerianer entlarvt werden sollen? Müssen wir uns das gefallen lassen, die wir immer noch als Musterschüler Europas gelten könnten, mit etwas gutem Willen. Und nun – winkt da nicht wieder eine Moralkeule? Ich greife nur noch einzelne Passagen heraus, die also nicht mehr mit logischen Fäden verbunden sein müssen. Man wird den Artikel mit Sicherheit online wiederfinden (mit schönen Leser-Repliken).

Die Hochzüchtung des einst bei allen Völkern verachteten Dieselmotors zu sportwagentauglichen Leistungen spiegelt auf frappante Weise die Zähigkeit, mit der sich Deutschland in der gleichen Zeit zur anerkannten Wirtschaftsmacht Europas hocharbeitete. (…) Alles, was sich über Deutsche sagen lässt, kann man auch über Diesel sagen.

… Denn die gleiche Technik, die den Verbrauch senkte, wurde bald genutzt, um die Leistung nach oben zu treiben. Beides hängt an der sogenannten Literleistung. Wenn man sie steigert, lässt sich bei gleichbleibendem Verbrauch die Leistung erhöhen. Letzteres war der Weg, der den Diesel in die automobile Oberklasse führte und ihn dort die alte Elite der leise und locker laufenden, aber auch fröhlich saufenden Benziner angreifen ließ. So gelang die Veredelung des Unedlen – die Einführung des hemdsärmeligen Proletariers in die bessere Gesellschaft. (…)

So hat der Abgasskandal nicht nur einen Betrug ans Licht gebracht, sondern vor allem etwas, von dem die moderne Gesellschaft niemals hören möchte: die unversöhnbare Widersprüchlichkeit, philosophisch gesprochen die Heterogenität der Zwecke. Man kann nicht alles auf einmal haben, was man jedes für sich gern hätte. Ein auf Leistung oder Sparsamkeit hochgezüchteter Diesel ist nicht sauber, einmal abgesehen davon, dass schon Sparsamkeit und Leistung nicht recht zusammengehen (als absolute Ziele unvereinbar sind). Alles drei auf einmal zu haben aber ist genauso unmöglich, wie es unmöglich ist, alle Mitglieder einer Gesellschaft das gleiche märchenhafte Niveau von Wohlstand und Überfluss erreichen zu lassen, ohne dass die Umwelt zum Teufel geht (und wahrscheinlich schon zuvor das arbeitsteilige Prinzip der Wirtschaft). In dieser übergreifenden Einsicht liegt das gewaltige Entmutigungspotential der Abgasaffäre. (…)

Quelle DIE ZEIT No.18 26. April 2018 Seite 41: Stinkers Aufstieg Warum betrifft die Abgasaffäre eigentlich die ganze Nation? Zur Sozialpsychologie des deutschen Dieselmotors. Von Jens Jessen.

*   *   *

Und nun müsste dieses Dilemma nur noch mit dem oben aufgetauchten zwischen Digitalisierungsverheißung und Energieeffizienz zusammengebracht – und aufgelöst werden, vielleicht leben wir dann doch einmal in der besten aller möglichen Welten. Oder wollen wir uns etwa auf Voltaires Seite schlagen? (vgl. hier).

Nachtrag 10.05.2018

Weiterführender Ansatz von Philipp von Becker (01.05. 2018) siehe Telepolis HIER. (Dank an JMR!)

ZITAT

Will man die Debatte politisch aufladen, müssten im Kontext von Big Data deshalb nicht allein Fragen der Privatsphäre und des Datenschutzes, sondern auch weitere strukturelle Merkmale und Zusammenhänge der „Datafizierung“ der Welt in den Blick genommen werden. Dabei gilt: Die messbare Seite der Welt ist nicht die Welt, und die Messung der Welt ist auch nicht zwangsläufig ein wertneutrales Abbilden einer „objektiven Realität“, sondern oftmals ein performativer Akt, durch den bestimmte Weltbeziehungen erst neu entstehen beziehungsweise verstärkt und legitimiert werden.

Der Soziologe Steffen Mau hat diesen zentralen Zusammenhang in seinem Buch „Das metrische Wir“ eindrucksvoll analysiert. In den Worten Maus stellen Daten nicht notwendigerweise „Repräsentationen der Wirklichkeit“, sondern vielmehr oft „Repräsentationen von Wertigkeitsordnungen“ dar. Oder anders ausgedrückt: „Zahlen zeigen Wert nicht nur an, sie teilen ihn auch zu.“

Computerdenken

Gibt es eine digitale Gefahr?

Ich weiß ganz gut, in welcher Zeit es zunahm, darüber besorgt zu diskutieren. In den 50er Jahren kam das Gerücht auf, dass es denkende oder zumindest rechnende Computer gibt, die so groß seien wie ein Haus. Oder wenigstens wie ein Zimmer. Es interessierte mich nicht. Ein Kommilitone schrieb in den 60er Jahren zur gleichen Zeit wie ich an einer musikwissenschaftlichen Dissertation, und zwar über den Gebrauch des Computers bei der Analyse von Melodien (des Hugenottenpsalters). Wir unterhielten uns darüber bisweilen auf den Fluren der Kölner Universität, aber für mich stand fest, dass diese Ideen für meine Arbeit an arabischen Melodien ohne Bedeutung seien: da man diese nicht verstehen könne, ohne sie mit allen Sinnen verinnerlicht zu haben. Die andere Methode erinnerte mich an die unselige Notenzählerei in Bachs Werken, die gerade – wie ich meinte – von Leuten favorisiert würde, die Bach als kontrapunktischen Mechaniker missverstehen. Ich mache es kurz: noch als die Computer im WDR eingeführt wurden, habe ich mir gedacht: das ist nichts für mich, ich schreibe meine Sendungen weiterhin mit bunten Stiften auf große Bögen, verteile die Ideen übersichtlich und ergänze sie traubenförmig nach allen Seiten, ziehe Linien und lasse mich assoziativ inspirieren. Kollege Schortemeier im WDR wehrte sich sogar gegen die Abschaffung der Karteikarten-Systeme zugunsten digitaler Kataloge, indem er argumentierte, er brauche bei der Programmgestaltung die sinnlich-haptische Beziehung zu den Tonträgern bzw. ihren papierenen Statthaltern in den Schränken. Dieses Blättern in den ausgewählten und auf dem Schreibtisch ausgebreiteten Karten, auf denen sich nicht nur die Titel der Musikstücke, sondern auch handschriftlich hinzugefügte Informationen befanden. Ich will mich nicht lange damit aufhalten, wie ich allmählich umgestimmt wurde, stattdessen das erste Buch hervorheben, das mich positiv beeindruckte. Zunächst hatte ich vermutet, dass es meine ablehnende Haltung unterfüttern würde. Ein Weihnachtsgeschenk meiner Kinder zum 24.12.1991, im Jahrzehnt vorher hatte bereits „Gödel, Escher, Bach“ eine Rolle gespielt.

Penrose vorn Penrose rück Über Roger Penrose !

Am 16.7.1998 war die Umstellung auf digitales Denken bzw. produktiven Computergebrauch im Beruf längst vollzogen, da bahnte das folgende Buch (wiederum ein Geschenk aus derselben Quelle) neue Wege und sorgte für ein grundsätzlich neue Übersichtlichkeit der Lage. Später fragte ich mich des öfteren: Wo ist eigentlich Florian Rötzer geblieben? D.h. zu einem unbeirrbaren Verständnis der digitalen Mittel war ich vielleicht doch nicht vorgedrungen, obwohl ich zuweilen Hinweise (z.B. auf die Website Telepolis) bekam oder auch einige Wege selbst entdeckte.

Rötzer Buch außen Inhalt:

Rötzer Inhalt 1 Rötzer Inhalt 2

Wie gesagt: die Zeit ist nicht stehengeblieben. Siehe unter Florian Rötzer, insbesondere das Werkverzeichnis, und vor allem auch heute TELEPOLIS. Oder gezielt a.a.O. HIER. Oder z.B. HIER. Oder z.B. über Medien HIER. Eine etwas willkürliche Auswahl, aber wandern Sie doch einfach auf eigene Faust durch das Angebot bei Telepolis. Oder durchstöbern Sie in diesem Sinn die Zeitungen. Man dürfte ohne weiteres auch scheinbar banale Aktualitäten unter die Lupe nehmen. (Jetzt habe ich „Sie“ als imaginäre Leserinnen und Leser angesprochen, meine aber viel nachdrücklicher mich selbst als bedürftigen Adepten.)

Ich habe zum Beispiel die Auswahl zum European Song Contest gesehen und habe gestaunt, was für eine absurde Qualitätsvorstellung dort zuhaus ist. Nachdem damals verkündet worden war, es sollten neue Kriterien und neue Auswahlverfahren gelten. Aber könnte nicht jeder Computer heute besseres Zeug herstellen? Nicht eine einzige Melodie, die diesen Namen verdiente („Song“). Stattdessen ein sinnloses Hin- und Herschaukeln der Töne, verbunden mit dem  flehentlichen Blick der Akteure: erkennt ihr denn nicht, wie authentisch ich bin?

Ein Schande wirklich, auch wenn man die Messlatte für Schlager besonders tief legt. Es ist die natürliche Folge einer Einstellung, die glaubt oder vorgibt, musikalischen Erfolg durch planvolle Zwischenteste und Volksbefragungen erzielen zu können. Heraus kommt eine Simulation von musikalischen Nichtswürdigkeiten. (Dagegen gehalten präsentiert Helene Fischer reihenweise Geniestreiche.)

Ich wende mich einem lesenswerten Artikel der aktuellen Wochenzeitung DIE ZEIT zu. Auch da geht es um Simulation, und es gibt kaum ein interessanteres Feld auf dem Gebiet der Kultur (und der Vortäuschung von Kultur). Wenn man einmal diesen möglichen Hintergedanken (als Prüfstein) erfasst hat. Mich reizt diese Vorstellung, seit ich vor vielen Jahren begann, die sogenannte „Volksmusik“ als Musik-Ersatz zu „lesen“  und irgendwie zu tolerieren, etwa so wie man die Groschenromane (vielleicht ist ihre Funktion inzwischen vom Smartphon aufgesogen worden) als Literatur-Ersatz sehen konnte. Oder sogar als „wirklicher“ Lebens-Ersatz (vgl. „Die Musik ist mein Leben“, „Fußball ist unser Leben“).  Aber das hat mit dem Artikel nur indirekt zu tun.

*  *  *

„Als die Servolenkung zu perfekt wurde“, so heißt es, „beschwerten sich Fahrer, weil sie die Straße nicht mehr spürten. Folglich wurden Servolenkungen so ausgestattet, dass die Bodenbeschaffenheit wieder übertragen werden konnte.“ Das ist ein fast perfektes Gleichnis dieses Ersatzdenkens: noch perfekter wäre es, wenn solche schlagloch- oder schotterähnlichen Wirkungen erst wieder künstlich hergestellt und auf den realen Zustand der Straße abgestimmt würden. Per Hand.

Der ZEIT-Artikel geht aus vom Traum eines klavierspielenden Maschinenbau-Professor namens Brent Gillespie beim Anblick eines Steinways:

Der Ingenieur möchte in allen zehn Fingern das Gefühl erleben, so ein Instrument zu spielen – ohne einen Konzertflügel in sein Labor schaffen zu müssen. Dem Informatiker […] geht es um die sinnliche Erfahrung, welche die Mechanik einer Steinway-Taste in den Tausenden Tastzellen eines Pianisten-Fingers hinterlässt. Lässt sich dieses Empfinden künstlich so gut nachbilden, dass nichts fehlt im Vergleich zum Original? Gibt es das Steinway-Gefühl ohne den teuren Flügel? […] „Wir entwickeln Technologien mit audiovisuellem Feedback“, beschreibt Gillespie. „Das ist einfach, aber etwas Wichtiges fehlt: die Haptik.“ Interaktion mit Geräten beschränkt sich zunehmend auf Sehen und Hören. Von der Schreibmaschine über die Computertastatur bis zum Smartphone – die Geräte wurden komfortablerweise immer kleiner. „Aber wir haben etwas Großes verloren, als wir die Tasten weggenommen haben.“

Jedoch: mein Problem bei einer elektronischen Ersatzlösung für den Steinway wäre in erster Linie der Klang gewesen, erst viel später das Tastgefühl bzw. die manuelle Beziehung zur Gestaltung des Klangs. Natürlich auch das Bewusstsein, dass es ein wirkliches Hämmerchen ist, das die wirkliche Saite tangiert. Aber davon abgesehen. Hier geht es zunächst um die Tasten des Schreibgerätes.

Wer heute einen Text mittels Touchdisplay eingibt, spürt auf vielen Smartphone-Modellen eine winzige Vibration bei jedem Buchstaben. Schon dieser billige Ersatz erzeugt das beruhigende Gefühl, etwas ausgerichtet zu haben. Unser Gehirn übersetzt diese unbestimmte Vibration in das, was es erwartet: das Gefühl von Tastendruck.

Aber ist solcher Ersatz genau so gut? [… Gillespie sieht für den Flügel eine große Chance im Digitalen:]

Erst einmal arbeitet er in seinem Labor an einer aufwendigen Apparatur mit vielen kleinen Motoren, die das Empfinden beim Flügeltastendruck simulieren. Motoren, also echte Bewegungen, sind aus seiner Sicht der erste Schritt zum Ziel: „Eine gute Illusion“. […]

Seit der Jahrtausendwende ist den Forschern und Entwicklern wenig anderes eingefallen als Vibration, um das Spüren zurückzubringen. Sie ist ein einfaches und billiges Mittel, um eine Berührung zu imitieren. Am deutlichsten wird das Problem in der virtuellen Realität (VR), dieser radikalen Alternative zur physischen Welt, die dank moderner Videobrillen und detaillierter Computergrafik erstaunlich echt wirkt. Bis auf die Physik: Man kann dort Dinge anfassen, in die Hand nehmen, an andere weiterreichen. Aber sie wiegen nichts. Wer eine Wand berührt, spürt vielleicht eine Vibration, mehr nicht, dann gleitet die Hand hindurch. Spätestens in der VR wird klar, dass die Pauschallösung Vibration eine schlechte haptische Prothese ist, eine, die den Phantomschmerz verstärkt.

In dem Artikel wird von aufwendigen Experimenten berichtet, in denen mit Drohnen und Robotern gearbeitet wird, wobei sich vor allem zeigt, wie unfassbar die digitale Welt weiterhin ist. Doch es gibt auch andere Lösungsversuche, ohne Drohnen und Roboter. Sie nutzen keine realen Gegenstände mehr, sondern produzieren lediglich den Eindruck, dass sie da sind. Es geht letztlich um das Feingefühl, das im Umgang mit den realen Dingen Rückmeldung geben muss, sei es nun in der Chirurgie oder bei der Arbeit in einem unzugänglichen Schiffswrack. Was nicht fehlen darf, ist „das Gefühl, ob es mit dem Greifen geklappt hat.“

Da gibt es das Beispiel einer Spinne, einer haarigen Spinne, die mit ihren acht Beinen (die Zahl ist unwichtig) über die Hand der Versuchsperson läuft und diese kann jede ihrer Bewegungen spüren, „obwohl das Tier einzig virtuell existiert, als Bild in der Datenbrille und als Signal im zugehörigen Handschuh“, der entsprechend präpariert ist. [Die technischen Details erspare ich mir.]

Andere Versuche – zur Simulation der Schwerkraft einer anzuhebenden Kiste, – funktionieren über Elektroden auf der Haut, mit deren Hilfe durch Muskelstimulation immer der Gegenspieler jenes Muskels aktiviert wird, der aktiv gegen die Schwerkraft anarbeiten müsste, wenn sie denn vorhanden wäre. Und siehe da: „Die physisch nicht existierende Kiste fühlt sich real schwer an.“ – Wieder andere Versuche sollen es ermöglichen, mit einer winzigen Zange Metallteile oder eine Kette anzuheben. Man braucht das Gefühl, „dass es mit dem Greifen geklappt hat“. Wofür das gut sein soll? Wenn man z.B. aus einem unzugänglichen Schiffswrack eine historische Vase bergen, ohne das sie Schaden nimmt. Es geht nicht ohne den Einbau haptischer Qualitäten in das Gerät, die zum Protagonisten weitergegeben werden.

OP- und Tauchroboter, authentisches Pianogefühl, Reize aus Stiften, Luftdruckhandschuh und Muskelelektroden: So verschieden die Projekte und die Ansätze der Haptikforscher sind, eine Gemeinsamkeit haben sie alle. Bei typischer Computerarbeit, etwa mit Maus, Tastatur und Bildschirm, „da gibt es eine Grenze, wie gut du werden kannst“, so formuliert es Brent Gillespie. „Augen und Gehirn sind ausgelastet, der Körper ist stillgelegt.“ Wenige Sinne werden voll gefordert, andere vernachlässigt. „Das Tolle an unseren motorischen Fähigkeiten ist doch, dass wir nie aufhören zu lernen und immer besser werden“, sagt Gillespie und vergleicht es damit, wie es für einen Schüler ist, ein neues Instrument zu lernen. Der Körper macht es dann einfach. Computer verschenken diese Möglichkeit: Du musst immer denken.“

Endlich mal nicht denken zu müssen – das klingt wahrlich seltsam für eine technische Vision. Aber wenn es gelänge, die analoge Haptik zu übertragen in die digitale Welt, könnte das sinnliche Erfahrungen demokratisieren. So wie in Brent Gillespies Traum: Der Flügel wäre dann nicht mehr nur ein Instrument für die, die es sich leisten können. Ohne komplizierten mechanischen Aufbau wären viele Instrumente günstiger zu produzieren. „Alle Kinder könnten merken, wie viel Spaß es macht, immer besser zu werden.“ Diese Motivation hat ihn zur Musik gebracht – und über Umwege zu ihr zurück.

Quelle DIE ZEIT 22. Februar 2018 Seite 35 Zurück zum Spüren Computertechnik fordert Augen und Ohren, alle anderen Sinne liegen brach. Jetzt machen Forscher digitale Welten fühlbar / Von Eva Wolfangel. (Siehe auch hier.)

Ich muss gestehen, am Ende hat mich das Ziel des Artikels etwas enttäuscht. Kinder sind wahrscheinlich doch anders: gewiss ist für sie die Haptik der Tasten von großer Bedeutung, aber die wird allein durch das Treffen der richtigen Tasten wohl für lange Zeit ausreichend herausgefordert. Und mit ihrer am Keyboard trainierten Haptik könnten sie vielleicht keinen Steinway zum Singen bringen, aber immerhin an einer gewaltigen Kirchenorgel zu ganz passablen Leistungen kommen.

Es war ja nur ein Beispiel. Ich würde niemandem raten, jahrelang am Keyboard Klavier zu üben, es sei denn, man braucht es „nur“ für Pop-Musik und die Beschallung von Stadien. Dort bedarf es ja auch keiner Stradivari, Adapter am saitenbespannten Brett genügen. Oder der Keyboarder übernimmt den Part. Das klingt für halbtaube Ohren fast wie Geige. Ist das etwa eine digitale Gefahr?