Nichts zu sein…

Im Zug meines eiligen Griechisch-Repetitoriums komme ich auf den Spruch zurück, den ich einmal (siehe hier) zitiert habe, indem ich mich auf Nietzsche berief: Es geht die alte Sage, dass König Midas lange Zeit nach dem weisen Silen, dem Begleiter des Dionysus, im Walde gejagt habe, ohne ihn zu fangen. Als er ihm endlich in […]

Eine Frage der Perspektive

Ist es sinnvoll, das Fernrohr umzudrehen? Ein nützlicher Ratschlag von Bruno Latour beschäftigte mich beim Anblick des offenen Meeres vor Texel. Er warnte davor, unsere Erde vom Sirius aus zu beurteilen, einem doch ziemlich imaginären fernen Standpunkt. (Ich glaube, er hat nicht an Stockhausen gedacht, der von dort kam und auch dorthin zurückkehrte, – wenn […]

… besser zu leben als zu sterben …

Als Ergänzung der letzten Eintragung zur Demokratie zwei Zitate aus dem guten Essay von Elke Schmitter im SPIEGEL vom 24.1.2015: Die Demokratie lädt jeden ein dazuzugehören. Zu einer Sprechergemeinschaft, deren Werte und Lebensweisen verhandelbar sind. „Wir können doch über alles reden“, das war das Credo der bundesrepublikanischen Philosophie, die als „Theorie des kommunikativen Handelns“ zum […]

Erinnerung

Der Tag beginnt mit einem Leitartikel Die Süddeutsche beziehe ich rein zufällig für zwei drei Wochen (jemand ist im Urlaub und hat die Zeitung freundlicherweise umgeleitet). Also, ich lese, – die Gedenkminuten und -stunden im Fernsehen waren unübersehbar – , also: wie war das mit Woodstock? Habe ich damals überhaupt was mitgekriegt? Da steht es […]

Humor und Tragik

Die Tageszeitung als Katalysator Ein Beispiel: man wacht am Morgen auf und ist gut gelaunt, – ohne zu wissen warum. Man ist halt lebendiger als in der Nacht um eins, als man einschlief. Und noch beim Lesen der Zeitung sucht man nach Stoff, der zum Lebendigerfühlen passt, man bleibt hängen bei bestimmten Punkten der Synapsenbildung. […]

Der jüdische Muslim

Ein Essay von Hans Mauritz „Ägypten ist ein Wunder“ Ägypten war seit eh und je ein Einwanderungsland. Schon in der Antike lebten hier Griechen und Römer. Im Jahre 1940 umfasste die griechische Kolonie in Kairo und vor allem in Alexandria 250.000 Einwohner (1), die Zahl der Italiener wird für dasselbe Jahr auf 60.000 geschätzt. (2) […]

Auf der Suche nach arabischen Quellen

Das rettende Archiv Eine Meldung in der NMZ (Neue Musikzeitung) brachte mich darauf, den Hintergrund eines arabischen Musikers zu eruieren, der in Lissabon mit einem Preis ausgezeichnet worden ist: Jeder Kandidat und jede Kandidatin hat jeweils 25 bis maximal 30 Minuten Zeit, sich zu präsentieren. Das sind sieben Stunden Musik an einem Tag. Das Rennen […]

Qui saura, Ruanda?

Ein Tag wie jeder andere Fängt an mit Zeitunglesen, und wenn das Tageblatt durch ist, dann liegt da immer noch die ZEIT seit letzter Woche, vieles ungelesen, vorgemerkt der Artikel „Wenn künstliche Intelligenz Musik macht“, Obertitel irgendwas mit Sinatra. Aber dann bleibe ich hier hängen, wegen Ruanda, höre jedoch nach ein paar Minuten auf, weil […]

Bedenkliches und zu Bedenkendes

Aus DIE ZEIT und anderswoher Zunächst erinnere ich mich an die eigene Evokation der alten Griechen (mit Nietzsches Hilfe): „Nichts zu sein…“ hier  und „… besser zu leben als zu sterben …“ hier . Und lese erinnerungsbeschwert weiter in dem Feuilleton-Artikel: „Los, komm, wir sterben endlich aus! / Darf ich noch Fleisch essen, den Wäschetrockner nutzen? Alle […]

Stimme und Klang

Man macht auf… und jeder kann reinschauen Der Zusammenhang ist wieder eigenartig: der hier abgebildete Film lief kürzlich 1 einziges Mal im nahgelegenen Veranstaltungsort Cobra (Solingen-Ohligs), wir waren allerdings plötzlich verhindert hinzugehen. Revanche: Ich entdeckte, dass man bereits die DVD bestellen kann, – gesagt, getan. Ich wollte gleichzeitig den Artikel zu Michael Haydn abschließen, den […]